VonNadja Hoffmannschließen
Gibt es bald positive Nachrichten zur Alten Akademie? Bei dem Projekt mit der verlassenen Baustelle sieht alles nach Stillstand aus. Hinter den Kulissen passiert anscheinend sehr.
München – Verlassene Baustellen und leer stehende Häuser: Die Folgen der Benko-Pleiten sind hässliche Schandflecke für die Innenstadt. Probleme, bei denen Lösungen in weiter Ferne scheinen. Doch dieser Eindruck trügt: Anscheinend läuft die Rettungsmaschine nach dem Zusammenbruch des Signa-Imperiums schon auf Hochtouren. Und das so gut, dass schon bald mit ersten Ergebnissen gerechnet werden könnte. Darauf lässt eine Einordnung schließen, die Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) im Stadtrat gegeben hat.
Hoffnung und Spekulation um die Zukunft des Gebäudes
Bei der Alten Akademie gehe es etwa inzwischen um die Frage, „wer das Ding kauft“, wie er eher salopp im Planungsausschuss sagte. Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass es Verhandlungen mit mehreren potenziellen Investoren gibt. Reiter rechnet sogar damit, dass schon „demnächst“ klar werde, wie die Lösung für das Gebäude im Herzen der Fußgängerzone aussieht. Worte, die Hoffnung machen, dass dort doch noch ein modernes Ensemble mit Läden, Büros und Wohnungen entstehen kann.
Alte Akademie könnte in den Besitz des Freistaats zurückfallen
Was Reiter nicht verriet, sind die Hintergründe eines möglichen Deals. Verkauft die insolvente Signa-Prime selbst oder geht die Alte Akademie zuvor zurück an ihren eigentlichen Besitzer – den Freistaat? Dieser hat durch die Sigan-Pleite die Möglichkeit, den bis zum Jahr 2079 geschlossenen Erbpachtvertrag rückabzuwickeln. Ob der sogenannte Heimfall-Paragraf eintreten wird, ließ die Immobilien Freistaat Bayern gestern auf Merkur-Anfrage offen.
(Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.)
Interessenten auch für andere Gebäude vorhanden
Die Gespräche und Verhandlungen, die hinter den Kulissen geführt werden, betreffen aber nicht nur die Alte Akademie. Auch für die anderen Gebäude in 1a-Lage, wie zum Beispiel den Kaut-Bullinger, gibt es laut Reiter „massenhaft Interessenten“. Er selbst bekomme immer wieder Angebote, die er dann an die Insolvenzverwalter der verschiedenen Signa-Töchter weiterleitet. „Angebot und Nachfrage zusammenzubringen, das ist derzeit meine Aufgabe“, sagte der Oberbürgermeister im Gremium. Reiter knüpft Verbindungen und bringt die richtigen Ansprechpartner zusammen. Die Insolvenzverwalter seien „sehr kompetent“, haben aber natürlich kein Netzwerk in München.
Mehr News finden Sie in unserer tz-App, jetzt im verbesserten Design mit mehr Personalisierungs-Funktionen. Direkt zum Download, mehr Informationen gibt es hier. Sie nutzen begeistert WhatsApp? Auch dort hält Sie tz.de/muenchen ab sofort über einen neuen Whatsapp-Kanal auf dem Laufenden. Hier geht‘s direkt zum Kanal.
Rubriklistenbild: © Hartmann

