Bauprojekt bei Wackersberg

Der „neue“ Strasserhof: 30 Hotelzimmer und viel Natur - aber davor wird abgerissen

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Der Strasserhof wird abgerissen, der Neubau wird aber fast genauso wie der Bestand aussehen.
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Die Pläne für das Hotel werden konkreter, ein weiterer Schritt ist getan: Der „Strasserhof“ bei Wackersberg könnte in naher Zukunft zu neuem Leben erwachen. Davor aber steht der Komplettabriss.

Wackersberg – Die Lage ist ein Traum. Von der Terrasse des „Strasserhofs“ blickt man hinab auf Tölz, auf die Isar. Es hat schon einen guten Grund, dass genau an diesem Fleck das einstige Gasthaus mit Fremdenzimmern erbaut wurde. Johannes Tien hat genau diese Traumlage erkannt. „Nachdem ich im Januar den Strasserhof gekauft hatte, bin ich mit meiner Frau in der Umgebung dort spazieren gegangen. Direkt vor uns waren Rehe im Schnee. Näher an der Natur geht es nicht.“

Genau das ist das Thema, das er gerne auch den künftigen Hotelgästen vermitteln möchte: Erholung in der Natur. „Die Gegend hier bietet so viel“, schwärmt Tien. „Allein schon die Isar ist gigantisch, die Marktstraße in Bad Tölz ist einzigartig. Vielleicht sehe ich das als Zugereister auch mit anderen Augen.“ Er möchte die Leute ermuntern, rauszugehen. „Ich wünsche mir, dass jeder etwas für sich mitnimmt, sei es beim Wandern oder beim E-Bike-Fahren.“ Wenn die Gäste zufrieden nach Hause fahren, sei alles erreicht.

Für Johannes Tien ist das geplante Hotel ein Herzensprojekt.

Verwöhnen möchte Johannes Tien seine künftigen Hotelbesucher beim Frühstück mit regionalen Produkten. Ein Restaurant wird es aber nicht geben, auch, weil Tien nicht mit dem benachbarten „Ludwigs“ in Konkurrenz treten möchte. Geplant sind derzeit 30 Zimmer – unter Umständen kann es hier noch Änderungen geben. Ideen, was er seinen Gästen bieten möchte, hat Tien sehr viele. „Ich werde mit einem breiten Angebot anfangen und es dann konkretisieren.“ Es soll jedenfalls keinen großen Wellnessbereich geben. „Ich möchte, dass die Leute Wellness und Fitness durch Aktivitäten in der Natur erhalten.“ Einen kleiner Bereich mit Sauna, Fitness- und Beauty-Bereich soll es aber geben. Und zwar in einem Pavillon, der neu entstehen wird. Vom Foyer aus soll ein direkter Blick in den Garten möglich sein.

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Neben der Ruhe und der Muße soll aber vor Ort auch der neueste Stand der Technik geboten sein. Tien schwebt beispielsweise vor, jedes Zimmer mit einem Tablet auszustatten. „Dort könnte der Gast dann beispielsweise das aktuelle Wetter oder Wandertipps abrufen.“

Im Wackersberger Gemeinderat wurden jüngst die nächsten Weichen gestellt. So soll nun das bestehende Gebäude komplett abgerissen werden. „Ursprünglich wollte ich sanieren. Aber das ist so nicht zu bezahlen“, sagt Tien. Denn in Sachen Wärmedämmung, Schall- und Brandschutz sind viele Änderungen nötig. „Um allem gerecht zu werden, ist ein Komplettabriss die einzige Lösung.“ Allerdings soll der Neubau fast identisch zum Bestand aussehen.

Die Zielgruppe sind nicht nur Golfer

Johannes Tien hat die Entwicklungen rund um das geplante Hotel am „Bichler Hof“ in Bad Tölz aufmerksam verfolgt. Er betont, dass es ihm sehr wichtig ist, mit allen Stellen gut zusammenzuarbeiten. Es sei nicht so, dass einfach aus dem Nichts ein neues Hotel hingestellt werden könne. Wenn ein Bebauungsplan für den Bereich aufgestellt werde, müssten etwa 30 Stellen ihr Okay geben: „Das geht von der Umweltprüfung über den Artenschutz und so weiter.“ Zahlreiche Fachgutachten würden jeden Aspekt genauestens beleuchten. Ebenfalls einen guten Kontakt möchte er zu seinem Nachbarn, dem Tölzer Golfclub, pflegen. Mit dem sollen sich Synergien ergeben, gerade jetzt, wo dieser zu einem 18-Loch-Platz umgebaut werden soll. Aber Tien möchte nicht nur Golfer ansprechen: Er könnte sich auch verschiedene andere Zielgruppen und Veranstaltungen vorstellen.

Das Projekt ist für Tien eine Herzensangelegenheit

Dass das Projekt eine Herzensangelegenheit für Tien ist, merkt man sofort, wenn er darüber spricht. 30 Jahre hat er im Vertrieb gearbeitet, „jetzt möchte ich einfach noch etwas anderes machen“. Als Quereinsteiger müsse er sich in viele Themen einlesen. Aber einige Erfahrungen habe er bereits durch sein Ferienhaus Bergeblick erhalten, das seine Familie seit einigen Jahren betreibt. Dort bekomme er mit, dass die Gäste immer wiederkommen.

Zusammen mit seiner Frau will er für das Hotel eine Betreibergesellschaft gründen. Auch der bald 16-jährige Sohn und die elfjährige Tochter sollen in den nächsten Jahren in den Betrieb mit eingeführt werden. „Wahrscheinlich werden wir noch etwa sechs Vollzeitstellen zusätzlich benötigen“, sagt Tien.

Bislang ist es zügig vorangegangen, sagt Tien. Wenn es so weitergehe, könne er Anfang 2019 den Bestand abreißen. Tien. „Optimistisch gedacht wäre eine Eröffnung Weihnachten 2019 möglich.“

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