VonTamara Scheidschließen
Der TEV Miesbach hat eine neue Wirtin für seine Gaststätte im Eisstadion gefunden. Die ist gut bekannt. Und auch der beliebte Schweinsbraten soll wieder auf der Speisekarte stehen.
Miesbach – Das Eis wird bereits gemacht, die Eishockey-Saison beginnt in wenigen Wochen. Und auch in der Stadion-Wirtschaft wird fleißig gewerkelt. Zum Ende der vergangenen Spielzeit haben sich die alten Pächter, Peter Mitterfellner und seine Lebensgefährtin Cindy, nach zwei Jahren aus dem Betrieb zurückgezogen. Kein Grund zur Sorge, denn der TEV ist bereits fündig geworden – und kann als Wirtin ein in Miesbach bekanntes Gesicht begrüßen: Aline Brunner, die im Stadtplatz 13 ihre Gäste seit April 2015 vor allem mit Burgern begeistert, wird ab der neuen Saison „TEV’s Stadionwirtschaft“ betreiben.
„Wir freuen uns wahnsinnig, weil es was Neues ist“, sagt die 26-Jährige, „und wir Potenzial hier sehen.“ Mit „wir“ meint Brunner sich und ihren Koch Peter Dacho (22), ohne den sie, wie sie sagt, das Projekt Stadion-Wirtschaft nicht gestartet hätte. Potenzial sieht auch Stefan Moser, Zweiter Vorsitzender des TEV. „Man muss schon einen Fehler machen, wenn da die Leute nicht kommen“, meint er. Vor allem bei Heimspielen, öffentlichem Eislauf und beim Training der Eisstockschützen seien genügend Gäste im Stadion. „Für den Verein ist eine funktionierende Wirtschaft einfach extrem wichtig“, sagt Moser. „Dass es funktionieren kann, hat man ja gesehen.“
An diese Zeiten möchte Brunner auch anknüpfen. Angelehnt an die Speisekarte von Lotte und Sepp Wieland, die wie berichtet nach der Saison 2015/16 in den Ruhestand gegangen sind und vor allem wegen ihres Schweinsbratens einen Kultstatus inne hatten, wird für die bis zu 120 Gäste in der Stadion-Wirtschaft künftig bairisch gekocht und angelehnt an Brunners Burger-Lokal zudem ein Stadion-Burger serviert.
Den Klassiker der US-Küche gibt es aber auch weiterhin im Stadtplatz 13. Einzig der Mittagstisch fällt dort weg, sagt die 26-Jährige. Ansonsten lässt die Gastronomin die beiden Lokale parallel laufen. Das komplette Team mit zwei Köchen, Küchenhilfe und Schankkellner hat sie schon zusammen. Zudem kann sie auf zwei Bedienungen zählen, die schon seit Längerem in der Stadion-Wirtschaft arbeiten.
Auch Brunner selbst ist keine Unbekannte im Miesbacher Eisstadion. Schwager und Neffe spielen Eishockey beim TEV, früher war sie selbst oft in der Wirtschaft. Nachdem Brunner mit der Stadion-Gaststätte ein zweites Standbein in der Gastronomie gefunden hat, hat sie vor einigen Wochen ihren Job bei der Bank aufgegeben, wo sie in den vergangenen Jahren noch sicherheitshalber gearbeitet hat (wir berichteten).
Jetzt widmet sich die 26-Jährige ganz der Gastronomie und wird sich tageweise auf die beiden Lokale aufteilen. Dass sie der Doppelbelastung standhält, davon ist sie überzeugt. „Ich werde nicht mehr jeden Teller persönlich an den Tisch tragen können“, sagt sie. „Aber für einen Ratsch mit meinen Gästen und auch deren Kritik habe ich nach wie vor Zeit.“
Zeit bis zur Eröffnung bleibt dagegen nicht mehr viel. Ab September möchte Brunner nach Heimspielen der ersten Mannschaft punktuell öffnen, ab Oktober gibt es dann geregelte Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag ab dem frühen Nachmittag sowie samstags und sonntags ganztägig mit Weißwurst-Frühstück. Für Feiern jeglicher Art und auch außerhalb der Öffnungszeiten ist Brunner aufgeschlossen: „Es soll einfach ein Treff für Jedermann sein.“
