- VonWolfgang Schörnerschließen
Es gibt einen neuen Versuch in Penzberg: Die Stadt sucht Kandidaten für das Jugendparlament. Im vergangenen Jahr hatten sich zu wenige Bewerber gemeldet.
Penzberg – Vor einem halben Jahr hat sich das Penzberger Jugendparlament aufgelöst. Es fanden sich damals nicht genügend Kandidaten für die bevorstehende Wahl. Nun startet trotzdem ein neuer Anlauf. Die Stadt ruft junge Leute in Penzberg dazu auf, für ein Jugendparlament zu kandidieren. Die Bewerbungsfrist läuft bis 30. Juli. Der Penzberger Stadtrat hatte sich, wie berichtet, für einen neuen Versuch ausgesprochen – obwohl Experten eher zu projektbezogener Jugendarbeit raten. „Jugendliche möchten sich nicht zwei Jahre binden, sie wollen etwas schnell umsetzen“, hatte Annika Seif von der kommunalen Jugendarbeit bei der Penzberger Jungbürgerversammlung im vergangenen Mai erklärt.
Zunächst soll es nun aber noch einmal mit einem Jugendparlament probiert werden. Lisa Nagel vom städtischen Familienbüro teilte dazu mit, dass sich alle Penzberger Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 21 Jahren bis zum 30. Juli bewerben können. Die Wahl wäre dann im September.
Die Stadt wage einen neuen Anlauf, schreibt Lisa Nagel, weil man die „Wünsche, Ideen, aber auch Kritik von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ernst nehmen und sie in die Gestaltung des Stadtlebens mit einbeziehen“ wolle. Die Mitgliedschaft in einem Jugendparlament ermögliche es, sich zu engagieren, Dinge zu verändern und aktiv mitzubestimmen. Ein Beispiel aus dem alten Jugendparlamentszeiten: die neuen Grillplätze an Penzberger Seen. Als „Sprachrohr der Jugend“ bezeichnet Bürgermeisterin Elke Zehetner das Nachwuchsparlament. Sie wird in dem Aufruf mit den Worten zitiert: „Wir nehmen dieses Gremium sehr ernst und freuen uns, wenn sich ausreichend Kandidaten für dieses spannende und abwechslungsreiche Amt finden.“
Laut Lisa Nagel vom Familienbüro trifft sich das Jugendparlament einmal pro Monat zirka zwei Stunden lang, außer in den Ferien. Die Jugendlichen würden eigenständig die Sitzungen leiten und die Gesprächsthemen festlegen. Die Amtsperiode dauert zwei Jahre. Auf Wunsch können Mitglieder aber früher ausscheiden. Die Stadt stellt zudem einen Etat von 2500 Euro zur Verfügung, mit dem das Jugendparlament seine Projekte umsetzen kann. Jungparlamentarier, wirbt Lisa Nagel, würden Erfahrungen in der Politik sammeln, wichtige Stadtvertreter kennenlernen, sie könnten sich rhetorisch und persönlich weiterentwickeln und würden lernen, Verantwortung zu übernehmen.
Bewerbungen
Wer sich als Kandidat für die Wahl aufstellen lassen will, erhält im Familienbüro des Rathauses, bei den Schulsekretariaten und im Internet unter „www.penzberg.de“ den Kandidatenbogen. Danach muss er ausgefüllt abgegeben oder per E-Mail an „jugendparlament@penzberg.de“ gesandt werden.