Einblick in die Arbeit und in Einsätze

Der Berg verzeiht keine Fehler: Grainauer Retter spielen Hauptrolle in neuer Doku-Serie

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Spektakulärer Einsatzort: Am Jubiläumsgrat ist von den Rettern höchste Konzentration gefordert.
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„In höchster Not“, die neue Dokuserie des Bayerischen Fernsehens, bietet einen fesselnden, noch nie da gewesenen Einblick in den Alltag von Rettungskräften der Bergwacht und zeigt echte Einsätze in den bayerischen Alpen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Grainauer Bergretter.

Grainau – Entscheidend war das Vertrauen. Darauf, dass sich das Filmteam an Absprachen hält. Und auch darauf, dass alles, was in der achtteiligen Serie ausgestrahlt wird, fachlich stimmt. Sehr schnell war klar: Das passt. Nur so konnte die neue achtteilige Doku-Serie „In höchster Not“ für das Bayerische Fernsehen entstehen, die ab 14. April ausgestrahlt wird. Im Mittelpunkt steht die Arbeit der Bergwacht. „Nachdem das Ganze deutschlandweit zu sehen ist, haben sie sich für bekannte Orte entschieden“, sagt Toni Vogg, stellvertretender Bereitschaftsleiter der Grainauer Bergretter. Und so viel die Wahl auf seine Mannschaft mit dem Einsatzgebiet Zugspitze und auf die Kameraden in Ramsau, die am Watzmann unterwegs sind.

Der Berg verzeiht keine Fehler: Grainauer Retter spielen Hauptrolle in neuer Doku-Serie

Die Anfrage dazu erreichte Vogg und sein Team über die Bergwacht Bayern. Nach einem ersten Treffen mit dem Filmteam war für die Verantwortlichen klar, dass sie sich die Zusammenarbeit vorstellen können. Nur so war es möglich, die beiden alpinerfahrenen Kameraleute eine ganze Sommersaison lang an ihrer Seite zu haben. Wenn der Piepser geht, haben alle ein gemeinsames Ziel: die Rettung. Das sofortige Ineinandergreifen eingeübter Abläufe, sowie absolutes Vertrauen innerhalb des Teams bilden die Basis und Kompetenz der alpinen Rettungskräfte. Bei jeden Alarm griffen die Retter zu Bodycams. Auch der Hubschrauber und die Fahrzeuge wurden mit Kameras ausgestattet. Dazu die zwei Profis, die immer voll draufhielten. Geschnitten wurde im Nachgang. „Entscheidend ist, allen Beteiligten mit Respekt zu begegnen und so sensibel wie möglich auf die jeweilige Situation zu reagieren“, sagt Franz Hinterbrandner, einer der Produzenten. Wenn möglich informierten die Bergretter die Verunglückten an Ort und Stelle über die Dreharbeiten, sonst im Nachhinein. Denn „ohne das Einverständnis des Patienten geht nichts“, betont Vogg.

Gefordert sind alpine Erfahrung und Können

Die ungewohnten Begleiter fügten sich perfekt ein. „Das Wichtigste war, dass man den Einsatz und die Rettungskräfte zu keiner Zeit behindert“, erklärt Hinterbrandner. „Man muss sich in schwierigem Gelände sicher und zügig bewegen können, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Je nach Einsatzort erfordert dies viel alpine Erfahrung und Können.“ Denn wie es einer der Retter in einer Folge ausdrückt: Der Berg verzeiht keine Fehler.

Immer im Fokus: Eine Sommersaison lang haben Kameraleute die Grainauer Bergretter begleitet.

In der Doku-Serie geht es aber nicht nur um spektakuläre Einsätze vor der atemberaubenden Kulisse der alpinen Gebirgswelt. Vielmehr bieten die acht Teile einen Einblick in die Welt der Bergrettung und zeigt die vielfältigen Herausforderungen, denen die Retter gegenüberstehen, was sie leisten, erleben und empfinden. „Trotz ihrer Schönheit bergen die bayerischen Alpen auch zahlreiche Gefahren, wenn die Tourenplanung nicht stimmt, das eigene Leistungsvermögen über- oder die Natur unterschätzt wird“, sagt BR-Sprecherin Wibke Heise. „Steile Abhänge, instabile Wetterbedingungen, Lawinen und unvorhersehbare Naturereignisse machen Bergsteigen und Wandern von Fall zu Fall zu Unternehmungen mit einem nicht zu unterschätzenden Risiko.“

Die achtteilige Reihe

ist ab Mittwoch, 9. April, in der ARD-Mediathek zu sehen sein, das BR-Fernsehen zeigt die ersten vier Folgen ab Montag, 14. April.

Gespannt auf die Reaktionen der Fernseh-Zuschauer

Die Bandbreite der Einsätze reicht von der Versorgung erschöpfter Wanderer und der Suche nach Vermissten bis zur Luftrettung mit Helikopter und der anspruchsvollen Rettung von Schwerverletzten oder gar der Bergung von tödlich Verunglückten. Die Doku gibt Aufschluss über die herausfordernde Arbeit der Bergwacht, bei der Teamarbeit, Einsatzbereitschaft und die enge Verbundenheit zur Natur im Mittelpunkt stehen. „Die Berge sind faszinierend, bergen aber auch viele Gefahren und Risiken“, sagt Willi Kraus, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Grainau. „Wer hier unterwegs ist, sollte sich dessen bewusst sein – und wenn doch etwas passiert, sind wir da. Dass die Serie dieses Thema aufgreift und unsere Arbeit zeigt, hilft hoffentlich auch dabei, mehr Bewusstsein für alpine Gefahren zu schaffen.“

Genau wie für ihre Arbeit. Dass die fachlich korrekt dargestellt wird, darauf hatten Kraus und Vogg ein Auge. „Wir haben alle Folgen im Vorfeld angeschaut und geprüft“, erzählt der stellvertretende Bergwacht-Chef. „Auch die Untertitel.“ Nachdem die Akteure bei einer Preview in Bad Reichenhall schon einen Blick darauf werfen konnten, sind sie jetzt auf die Reaktionen der Fernseh-Zuschauer gespannt.

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