Nicht nur, dass Gudrun Himmler, die Tochter des Reichsführers SS, die Reichersbeurer Max-Rill-Schule besuchte, es gab auch Tanzkränzchen der Schülerinnen mit den SS-Junkern. Aufgearbeitet wird das in in einem Buch und einem Theaterstück.
Bad Tölz – Im Entnazifizierungsverfahren musste sich Max Rill 1947 des Vorwurfs erwehren, den Erhalt der Schule um den Preis einer allzu willigen Kooperation mit dem Nazi-Regime erkauft zu haben. Dieses Dilemma haben Lehrer Dr. Nikolaus Frei und sein Ko-Autor, der Historiker Georg Kwossek, in einem Buch beschrieben und dokumentiert. Es trägt den Titel „In Sachen Max Rill – Die Mädchenschule in Reichersbeuern 1938 bis 1945 und ihre Beziehungen zur SS-Junkerschule Bad Tölz“ und ist ab sofort für 10 Euro an der Reichersbeurer Schule sowie in Tölz bei Stadtarchiv und -museum sowie den Buchhandlungen Winzerer und Rupprecht erhältlich.
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Frei hat anhand der Entnazifizierungsakten auch ein Theaterstück unter dem Titel „Der Max Rill Prozess – Über die Erziehung in Zeiten der Tyrannei“ geschrieben. Er hat dafür die Originale der Spruchkammer-Protokolle verwendet.
In vier Aufführungen am 24. Juli (Premiere, 19 Uhr), 25. Juli (schulintern), 26. Juli (19 Uhr, mit anschließender Podiumsdiskussion) sowie 27. Juli (18 Uhr) wird das Max-Rill-Theater den Prozess in szenisch aufgearbeiteten Dialogen zum Leben erwecken. Zum Besuch wird herzlich eingeladen. chs