Landkreis Weilheim-Schongau setzt ein Zeichen für die Solidarität mit der Ukraine

Neues Feuerwehrauto voller Hilfsgüter für Tultschyn

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Ein weiteres Feuerwehrauto ging am Freitag von Polling aus auf die lange Fahrt in Richtung Ukraine. Ein Zeichen der Hilfsbereitschaft in der Region.

Weilheim – Der Himmel weinte am Freitag, als es Abschied nehmen hieß für Tultschyns Bürgermeister Valery Vesnyanyy. Er startete mit einem Feuerwehr-Mannschaftsfahrzeug voller Hilfsgüter Richtung Ukraine – in eine mehr als ungewisse Zukunft, aber voller Dankbarkeit.

Dass Martin Pape und seine Bürgermeisterkollegen aus dem Landkreis mit Herzblut bei der Sache sind, wenn es um die Hilfsaktion „Solidarität Ukraine“ geht, das merkt man ihnen an. Erst am vorigen Wochenende hatte das Dankeschön-Konzert des All-Ukraine Jugend Jazz-Orchesters in der Tiefenbachhalle in Polling stattgefunden, wo sich junge ukrainische Musiker, die in die Schweiz evakuiert worden waren, mit einem musikalischen Blumenstrauß rund um die Welt für das großartige Engagement und die Spendenbereitschaft der Landkreisbürger bedankten.

Gemeindenübergreifende Kontakte

Die Arbeitsgruppe, die die Hilfsaktionen des Landkreises koordiniert – sie nennen sich selber scherzhaft „Klassensprecher“ – besteht aus den Bürgermeistern Georg Malterer (Bernried), Martin Pape (Polling), Markus Bader (Rottenbuch) und Werner Grünbauer (Pähl). Und die durften sich anlässlich des Konzertes nicht nur über Teetassen aus der Ukraine freuen, sondern konnten bereits den nächsten Erfolg vermelden: Die Beschaffung eines Mannschaftsfahrzeugs für die Feuerwehr Tultschyn, die durch einen Kontakt von Markus Bader zu Kinsaus Bürgermeister Marco Dollinger gelang.

Das Fahrzeug übernahm nun Tultschyns Bürgermeister Valery Vesnyanyy und startetet damit bei strömendem Regen Richtung Heimat. Und das natürlich nicht leer, denn der Ford Transit war bis unter das Dach vollgepackt mit Hilfsgütern. Zwei Stromaggregate nebst Benzin und Öl, Motorsägen samt Treibstoff, Spaten, festes Schuhwerk und anderes mehr gingen auf die Reise ins 1800 Kilometer entfernte Tultschyn.

Heimreise in eine ungewisse Zukunft

„Wir werden rund 48 Stunden unterwegs sein, wenn alles gut geht“, erklärte Irina Frenkel, die nicht nur das Jugend Jazz-Orchester leitet, sondern auch unermüdlich als Dolmetscherin im Einsatz ist. Für Valery Vesnyanyy, der bereits zum zweiten Mal den Landkreis besuchte – er hatte schon einmal ein Feuerwehrfahrzeug in Empfang nehmen können – ist die Heimreise eine Fahrt in eine ungewisse Zukunft. Da in Moldawien, rund 100 Kilometer von Tultschyn entfernt, 5000 russische Soldaten in Bereitschaft stehen, hat er sich freiwillig zu den kämpfenden Truppen gemeldet.

„Wenn ich die Schlacht überlebe, dann komme ich wieder und bitte um Busse für die Soldaten“, so sein Abschiedsgruß an den Landkreis, den zu übersetzen Irina Frenkel sichtlich schwer fiel.


BIANCA R.HEIGL

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