VonVeronika Ahn-Tauchnitzschließen
Nach dem Wegzug der Vorsitzenden lag der Tölzer SPD-Ortsverein ein Jahr lang auf dem Bauch. Jetzt gibt es einen Neuanfang.
Bad Tölz – Der Tölzer SPD-Ortsverein hat harte Zeiten hinter sich. Nach dem Umzug der erst 2016 neu gewählten Vorsitzenden Katarina Koper nach Rosenheim war in den vergangenen zwölf Monaten nicht mehr viel los im Ortsverein – obwohl sich Kopers Stellvertreter Gerhard Schmolke redlich mühte, beispielsweise beim Plakatieren im Landtagswahlkampf. Jetzt soll dem Ortsverein aber endgültig neues Leben eingehaucht werden: In der Jahresversammlung am Mittwoch, 31. Oktober, stehen Neuwahlen auf der Tagesordnung. Und es gibt Anwärter für alle Positionen.
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„Die Situation war nach dem Wegzug von Kati Koper ein bisschen schwierig“, sagt Stadträtin Camilla Plöckl, die das Amt der Ortsvorsitzenden im Mai 2016 an die damals 26-Jährige abgegeben hatte. Es war bereits der zweite Versuch, den Chefposten in jüngere Hände zu legen. 2010 hatten die Genossen den damals 23-jährigen Paul Lehmann zum Nachfolger von Plöckl gewählt. Das ging vier Jahre gut – bis zu den Kommunalwahlen 2014. Nachdem Lehmann den Einzug in Stadtrat und Kreistag verpasste, legte er alle Ämter nieder. Wenig später trat er aus der SPD aus und bei der Linken ein. Plöckl übernahm erneut den Vorsitz.
„Jetzt sind wir dabei, uns neu aufzustellen“, sagt die Stadträtin. Und tatsächlich sei es gelungen „eine wunderbare Mannschaft“ für die Vorstandsposten zusammenzustellen. „Wir haben Junge dabei, aber auch alte Hasen.“ Für den Vorsitz wird den Mitgliedern Michael Ernst vorgeschlagen. Der 38-Jährige ist Zweiter Vorsitzender beim Tölzer Turnverein. Stadtrat Willi Streicher soll die Stellvertretung übernehmen. „Ich werde als Schriftführerin kandidieren“, sagt Plöckl. Die Kasse soll in den bewährten Händen von Monika Singer bleiben – „natürlich, sofern uns die Mitglieder wählen“, sagt Plöckl.
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Auch die Jusos werden in den Vorstand integriert: Florian Iszovics (16) ist hier einer der Hoffnungsträger. „Die Jusos gehören natürlich zu uns dazu. Sie haben gute Ideen“, sagt Plöckl.
Sie hoffe, dass es dieses Mal wirklich gelinge, „den Ortsverein auf neue Füße zu stellen“, sagt Plöckl. Das ist auch notwendig, schließlich geht es auf die Kommunalwahlen zu. Die stehen 2020 an. Im kommenden Jahr müssen aber die Kandidatenlisten für den Stadtrat und den Kreistag gefüllt werden. Nicht mehr zur Wiederwahl stellen wird sich hier Camilla Plöckl. „Ich mach das jetzt seit 15 Jahren.“ Mit 63 werde sie nicht noch einmal kandidieren. „Mit der Zeit wird der Akku leer. Und wir brauchen jüngere Leute mit neuen Ideen“, sagt Plöckl. „Ich glaube, ich habe meine Pflicht mehr als erfüllt.“ Sie wolle sich aber weiter ehrenamtlich betätigen – bei der Arbeiterwohlfahrt oder auch im Arbeitskreis Radln.
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Die Jahresversammlung der Tölzer SPD findet am Mittwoch, 31. Oktober, statt. Beginn ist um 19.30 Uhr im „Kolberbräu“.
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