Der Wohnraum in Geretsried ist mehr als knapp. Der Stadtrat will dieses Problem mit dem neuen Quartier auf dem ehemaligen Lorenz-Areal lösen.
Geretsried – In die Sprechstunde von Bürgermeister Michael Müller kommen regelmäßig Geretsrieder Bürger, die dringend auf der Suche nach einer Wohnung sind. Um den Wohnbedarf zu decken, arbeiten Müller und der Stadtrat an einem „Geretsrieder Modell“. Die Wohnungen, die auf dem ehemaligen Lorenz-Areal geplant sind, sollen vornehmlich an Geretsrieder Bürger vergeben werden. „Wir stehen in Verhandlungen über einen Ausführungsvertrag“, sagte Müller in der Dienstagssitzung.
Einheimischenmodell für Erstbelegung
Wie berichtet will die Firma Krämmel etwa 650 Wohnungen bauen. Jeweils 30 Prozent davon sollen geförderter und frei finanzierter Mietraum werden. Die übrigen 40 Prozent werden verkauft. Müller will erreichen, dass bei der Vergabe der geförderten Wohnungen Geretsrieder bevorzugt werden. Auch bei den frei finanzierten will sich die Stadt ein Verlegungsrecht einräumen lassen. „Wir wollen Geretsriedern die Möglichkeit geben, als erstes Zugriff zu bekommen“, so der Bürgermeister. Die Vergabe könnte über ein Punktesystem erfolgen. Bei den Eigentumswohnungen soll eine Art Einheimischenmodell für die Erstbelegung geschaffen werden.
Über Details wird noch diskutiert. Festgelegt hat sich der Stadtrat in seiner Sitzung, die Bauleitplanung auszuweiten. Arthur Wolfseher (SPD), Sabine Lorenz (CSU) und Dominik Irmer (FW) stimmten dagegen. Wie berichtet hat Krämmel seit der letzten Entscheidung des Stadtrats über die Änderung des Flächennutzungsplans das sogenannte Stempner-Grundstück und das ehemalige Sieber-Gelände gekauft. In der Folge wurden die Pläne weiterentwickelt, erklärte Architekt Klaus Kehrbaum. Das Areal vergrößert sich laut Bauamt um 5500 Quadratmeter.
Kreisverkehr oder Ampel an Banater Straße?
Eine geringe Teilfläche wird vom ehemaligen Sieber-Grundstück zugeschlagen, auf dem sich der Pizza-Produzent Franco Fresco („Gustavo Gusto“) niederlässt. Dadurch könne die geplante Erschließungsstraße optimiert werden. Das Stempner-Grundstück soll für die Kindertagesstätte genutzt werden. Zudem ist ein Boarding-Haus, also eine Unterkunft auf Zeit mit 80 Zimmern für Betriebsbedienstete, geplant. „Wir haben dadurch mehr Freifläche für die Kita und können 75 Wohnungen mehr bauen“, erklärte Kehrbaum.
Im nächsten Schritt müssten die erstellten Gutachten fortgeschrieben werden. Gegen Februar ist die nächste Auslegung vorgesehen. „Baubeginn für den ersten Abschnitt könnte frühestens Juli und spätestens September, Oktober sein“, so der Architekt. Die Bauzeit betrage bis zu fünf Jahre. Wolfseher forderte, das neue Wohngebiet bei der Schulplanung zu berücksichtigen. Karin Schmid (SPD) verlangte, sich über die Verkehrsführung Gedanken zu machen. Kehrbaum zufolge kommt laut Gutachten für die Kreuzung an der Banater Straße ein Kreisverkehr oder eine Ampel in Betracht.