- VonMarkus Honervogtschließen
Ein 40 Meter hoher Funkmast verbessert nun die 5G-Netzabdeckung in Neumarkt-St. Veit. Der Freistaat fördert den Ausbau mit bis zu 500.000 Euro. Kann das Wort „Funkloch“ jetzt aus dem Wortschatz gestrichen werden?
Neumarkt-St. Veit – Kampf gegen Funklöcher: Um in einem großen Bereich der Stadt Neumarkt-St. Veit Funklöcher zu stopfen haben Mobilfunkanbieter und Freistaat gemeinsam investiert. Jetzt steht ein 40 Meter hoher Mast, der vor allem Außenbereiche rund um den Ortsteil Wiesbach versorgt.
Funkloch aus dem Wortschatz streichen
Der Freistaat hat den Bau im Rahmen des Bayerischen Mobilfunkförderprogramms unterstützt. Staatssekretär Tobias Gotthardt (FM) lobte den neuen Mast: „Der Mobilfunkausbau am Land kommt in Riesenschritten voran. Wir sind auf dem besten Weg, das Wort Funkloch aus dem bayerischen Wortschatz zu streichen.“
Nach seinen Angaben wurden in den letzten fünf Jahren in Bayern über 29.000 Funksender aus- oder neugebaut worden. „Der Funkmast hier in Neumarkt-Sankt Veit ist Teil dieser Erfolgsgeschichte.“ Dank des Förderprogrammes erhielt die Stadt knapp eine halbe Million Euro. „Diese Investition lohnt sich. Alle drei Netzbetreiber werden ihre Funktechnik installieren und den neuen Standort mitnutzen.“ Insgesamt kostet der Mast nach Angaben von Erwin Baumgartner 480.000 Euro, 48.000 Euro davon zahlt die Stadt, den Rest schießt der Freistaat zu.
Über das Bayerische Mobilfunk-Förderprogramm wird der Bau von knapp 60 Funkmasten gefördert. Bisher wurden laut Gotthardt 32 Anlagen errichtet, 17 davon seien in Betrieb. Gleichzeitig wirke das Programm auch über die eigentliche Förderung hinaus: wegen der verpflichtenden Markterkundungsverfahren hätten Mobilfunkanbieter angekündigt, in knapp 500 bayerischen Gemeinden auf eigene Kosten und ganz ohne Fördermittel auszubauen.
Laut Christian Groeneveld von O2-Telefonica will sein Unternehmen schnelles Netz überall dahin zu bringen, wo es Menschen und Wirtschaft bräuchten. „Wir freuen uns, in Neumarkt-Sankt Veit einen weiteren Standort in Betrieb nehmen zu können, der im Rahmen des bayerischen Mobilfunkförderprogramms realisiert wurde.“ Dank eigener Investitionen und der Unterstützung durch den Freistaat könnten das Versorgungsniveau in Bayern verbessert – und die Digitalisierung im Land beschleunigt vorangetrieben werden. „Die Netze in Deutschland sind besser als je zuvor, 5G haben wir in Rekordzeit in die Fläche gebracht. Jetzt geht es darum, gemeinsam die nächsten ambitionierten Versorgungsziele zu erreichen.“
Christian Schilling von Vodafone sprach von besonderen Herausforderungen des Mobilfunkausbaus auf dem Land. „Dank der engen Zusammenarbeit mit dem Freistaat Bayern und der Kommune ist es uns in Neumarkt Sankt Veit gemeinsam gelungen, eine nachhaltige Lösung für eine gute Mobilfunkversorgung der Menschen in den Ortsteilen wie Ober- und Unterwiesbach, Hofthambach und Kleinkirchstetten zu schaffen.“ laut Schilling unterstützt die neue Station auch die Notruftechnologie AML und das Katastrophen-Warnsystem Cell Broadcast. „Dadurch sind die Retter bei einem Anruf an die 112 sehr schnell am Unglücksort und wird die umliegende Bevölkerung bei entsprechenden Ereignissen gezielt gewarnt.“
Udo Harbers von der Deutschen Telekom sagte: „Mobilfunk leistet im ländlichen Raum einen entscheidenden Beitrag zur Lebensqualität und sichert die Teilhabe an der digitalen Welt. Deshalb spielt der Mobilfunk außerhalb der Ballungsräume in unseren Planungen eine wichtige Rolle.“ In Neumarkt-Sankt Veit sei es gelungen, eine nachhaltige Lösung für eine zuverlässige Mobilfunkversorgung zu finden. „Davon profitieren auch die umliegenden Ortsteile und Verkehrswege.“
Nach Angaben von Breitbandmesuung.de, dem Portal, über das in den letzten Wochen eine große Analyse der Mobilfunkverbindungen erfolgte, sind weite Teile Neumarkt-St. Veits mit 4G versorgt. Vor allem im südlichen Stadtgebiet ist nach den Angaben der Nutzer, die sich über die Seite gemeldet haben, auch 5G verfügbar. Für einige Bereiche der Stadt liegen keine Nutzerdaten vor.
Für Bürgermeister Erwin Baumgartner bringt der Mast eine deutliche Verbesserung der Mobilfunkanbindung im nördlichen, ländlich geprägten Teil des großen Stadtgebiets von Neumarkt-St. Veit. Dies sei dem Förderprogramm des Freistaats zu verdanken. Nach seinen Angaben gibt es jetzt im Stadtgebiet von Neumarkt-St. Veit keine größeren Funklöcher mehr.

