Razzia nach Online-Posts

Waffen- und Sprengstofffund im Kinderzimmer: Polizei nimmt zwei 13-Jährige fest – Amoklauf geplant?

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In der Oberpfalz wurde bei zwei 13-Jährigen Soft-Air-Waffen und Sprengstoff gefunden.
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Bei Wohnungsdurchsuchungen in der Oberpfalz stellte die Polizei Sprengstoff und Soft-Air-Waffen sicher. Die Besitzer – zwei 13-jährige Buben.

Update vom 18. Januar: Nach dem Fund von Sprengstoff bei zwei Kindern in der Oberpfalz (siehe Erstmeldung) bleiben die Schüler in einer psychiatrischen Klinik. Ein Richter habe am Mittwoch die Fortdauer der Unterbringung dort angeordnet, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Regensburg.

Die Ermittler vermuten, dass die 13-Jährigen aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab mit dem Sprengstoff eine schwere Straftat geplant hatten. Einer der beiden soll intensiv im Internet zu Amoktaten recherchiert haben.

Die beiden Kinder sind aufgrund ihres Alters strafunmündig. Es wird allerdings gegen einen Angehörigen ermittelt, der den Sprengstoff möglicherweise von seinem Arbeitsplatz mit nach Hause genommen hat. Die sprengstoffverdächtigen Gegenstände wurden von Experten des Bayerischen Landeskriminalamtes nach einer Wohnungsdurchsuchung am Montag in der Nähe kontrolliert gesprengt.

Erstmeldung vom 16. Januar: Neustadt an der Waldnaab – Drei Wohnungen wurden am heutigen Montag, 16. Januar, im oberpfälzischen Landkreis Neustadt an der Waldnaab durchsucht. Dabei fanden die Polizisten Sprengstoff und Soft-Air-Waffen. Die Besitzer waren zwei 13-jährige Buben, die anschließend von den Beamten in Gewahrsam genommen wurden.

Beiträge im Netz führen die Polizisten auf die Spur der 13-Jährigen

Die Razzia in den drei Wohnungen führte laut Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberpfalz die Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben der Oberpfalz auf richterlichen Beschluss durch. Grund für die Durchsuchung waren Äußerungen und Beiträge der beiden 13-Jährigen im Netz. Sie verbreiteten diese auf mehreren sozialen Netzwerken, heißt es weiter. Aus diesen Posts ergab sich der Verdacht, dass die Kinder im Besitz von verbotenen Gegenständen seien könnten. Weiter heißt es: „Außerdem ergaben sich Anhaltspunkte, dass diese möglicherweise Straftaten planen könnten.“

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Bei ihrer Durchsuchung fanden die Beamten eine Reihe an Beweismitteln, die anschließend sichergestellt wurden. Darunter befanden sich beispielsweise sogenannte Anscheins- beziehungsweise Soft-Air-Waffen. Weiter stellten die Ordnungshüter Handys und Datenträger sicher. Außerdem fanden die Polizisten selbstgebaute Sprengkörper oder zumindest Gegenstände, die den Anschein erwecken sollten. Die Ermittler fanden zudem Sprengstoff, der wohl einem Angehörigen der Kinder zuzuordnen ist.

13-Jährige werden in Spezialklinik eingewiesen

Für den Sprengstoff und die vermeintlichen Sprengkörper musste die Technische Sondergruppe (TSG) des Bayerischen Landeskriminalamtes anrücken. Sie sprengten die Gegenstände in der Nähe des Fundorts unter kontrollierten Umständen. Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Die näheren Umstände der im Raum stehenden Straftaten sind Gegenstand der weiteren Ermittlungen.“ Die beiden 13-Jährigen wurden jedenfalls in Gewahrsam genommen und in eine Fachklinik eingewiesen. (tel)

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