Am 24. Juli

Nostalgie-Zugfahrt zum Kochler Seefest

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Auf der Strecke der Kochelseebahn wird am 24. Juli eine historische Elektro-Lok mit Personenwaggonen aus den 1920er- und 1930er-Jahren verkehren. Rechts im Bild sind jene Waggone, die als „Donnerbüchsen“ bezeichnet werden.
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Das ist ein Leckerbissen für Freunde von historischen Eisenbahnen: Eine E69 05 kommt Ende Juli mit historischen Waggons nach Kochel am See. Veranstalter ist der „Bayerische Localbahn Verein“. Karten für die Zugfahrt sind ab sofort erhältlich.

Kochel am See/Benediktbeuern/Landshut – Eine Zugfahrt mit einer historischen Eisenbahn ist für viele ein Kindheitstraum. In einem Monat, genauer gesagt am Sonntag, 24. Juli, kann man ihn Wirklichkeit werden lassen, denn dann kommt eine Elektrolok E69 05 mit vier historischen Personenwaggons und einem Güterwagen von München über Starnberg und Benediktbeuern nach Kochel am See. An diesem Wochenende findet dort das Seefest der Feuerwehr statt. Veranstalter der Eisenbahnfahrt ist der „Bayerische Localbahn Verein“ mit Sitz in Landshut. Dort hat man sich explizit diese Strecke herausgesucht, „weil sie so schön ist“, sagt Max Umlauft, der im Verein für die Fahrtenplanung zuständig ist. Die Lok ist 92 Jahre alt und befindet sich auf dem Gelände des Vereins in Landshut. Trotzdem ist die Strecke im Loisachtal für die Lok „ein bisschen Heimat“, fuhr sie doch zwischen 1930 und 1981 die Strecke zwischen Murnau und Oberammergau, berichtet Umlauft.

„Donnerbüchsen“ auf den Schienen

Angehängt werden vier historische Personenwaggons. Die ältesten sind drei dunkelgrüne Wagen aus den 1930er Jahren, welche Eisenbahner schmunzelnd auch als „Donnerbüchsen“ bezeichnen. „Das liegt daran, dass sie so laut und rau laufen“, sagt Umlauft lächelnd. Eine Unterhaltung während der Fahrt sei aber problemlos möglich. Innen befindet sich Holzbestuhlung. Zudem haben sie eine offene Plattform, auf der man sich während der Fahrt aufhalten kann. Der vierte Waggon stammt aus den 1960er-Jahren und hat Stoffsitze. Zudem wird ein Güterwagen aus den 1920er-Jahren an die Lok gehängt. Er trägt noch die Werbeaufschrift „Getränke Fleischmann“. „In ihm werden wir während der Fahrt Fahrräder oder Kinderwagen abstellen“, sagt Umlauft.

Das ist der Zeitplan

Los geht es um 9.25 Uhr am Ostbahnhof in München. Nach einem Halt in Pasing wird gegen 10.30 Uhr Starnberg erreicht. In Benediktbeuern kommt der Zug gegen 11.30 Uhr an, in Kochel gegen 11.45 Uhr. Die Rückfahrt wird gegen 17 Uhr in Kochel angetreten, gegen 17.15 Uhr ist der Zustieg in Benediktbeuern möglich. In Starnberg hält der Zug gegen 18.20 Uhr, München-Ost wird nach einem Zwischenstopp in Pasing gegen 19.20 Uhr erreicht.

Vorgaben der Deutschen Bahn

Auf der Strecke könnte man eigentlich öfters halten, zum Beispiel noch in Bichl oder Tutzing. Aber: „Wir dürfen mit einem historischen Zug keinen Regelzug behindern“, erklärt Umlauft. Die Fahrzeiten und Stopps müssen mit der Deutschen Bahn festgelegt werden. „Man muss unseren Zug überholen können, oder wir müssen in Kreuzungsbahnhöfen den Regelzug abwarten“, sagt Umlauft und weiß: „Nicht jeder ist begeistert, wenn ein historischer Zug fährt.“

Denn die E69 05 wird sich mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern fortbewegen. Die Fahrt von München an den Kochelsee dauert also zirka zweieinhalb Stunden. Für den Lokführer ist es viel Arbeit. Mit einem Handrad an der Seite muss er zwölf verschiedene Fahrstufen einstellen. Und auch das punktgenaue Bremsen, etwa am Bahnsteig, müsse beherrscht werden, erklärt Umlauft. „Das ist alles viel aufwendiger als bei modernen Zügen.“ Nach seiner Ankunft in Kochel können Interessierte die Lok und die Waggons besichtigen und Fragen stellen.

Mindestteilnehmerzahl erforderlich

Die Fahrt wird allerdings nur stattfinden, wenn sich mindestens 100 Personen anmelden. Der Zug hat Platz für 180 bis 230 Reisende. „Wenn die Nachfrage groß ist, können wir noch einen fünften Waggon anhängen.“

Der Verein, der bis vor einigen Jahren in Gmund am Tegernsee ansässig war und rein ehrenamtlich arbeitet, würde die Strecke der Kochelseebahn gerne einmal im Jahr nutzen. „Für 2023 planen wir derzeit einen Einsatz unserer Dampflok“, sagt Umlauft. Man sei froh, nach der Corona-Pause wieder fahren zu können, denn: „Mit den Fahrpreisen finanzieren wir den Unterhalt unseres Fuhrparks.“

Tickets und Infos: Wer mitfahren möchte, muss sich anmelden. Zusteigemöglichkeiten bestehen nur in München-Ost und in Starnberg. Erwachsene zahlen 45 beziehungsweise 35 Euro. Es gibt Kinder- und Familientarife. Alle Infos im Internet auf www.blv-online.eu im Bereich Veranstaltungen oder telefonisch unter 089/4 48 12 88

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