„Islamischer Staat“ schlägt zu 

Terroranschlag im israelischen Hadera: Nürnberg entsetzt über Tat in Partnerstadt

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Mitglieder der Freiwilligenorganisation Zaka inspizieren den Ort, an dem zwei Menschen in Hadera von Bewaffneten getötet wurden.
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In der Nürnberger Partnerstadt Hadera in Nordisrael starben zwei Polizisten bei einem Anschlag. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ bekannte sich zu der Tat.

Hadera – Am Sonntagabend (27. März) fand im nordisraelischen Hadera, einer Partnerstadt Nürnbergs, ein bewaffneter Angriff statt. Das berichtet die Stadt Nürnberg in einer Pressemitteilung. Dabei kamen zwei Polizisten ums Leben, mehrere Menschen wurden verletzt. 

Hadera: Islamischer Staat spricht von „Kommandoangriff“

In der Nacht zum Montag stellte die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) eine Erklärung ins Netz. Darin bekannte sie sich zu dem „Kommandoangriff“. Die Täter wurden von Spezialeinheiten getötet, berichten lokale Sicherheitsbehörden. Es soll sich bei ihnen um israelische Araber gehandelt haben. Der Anschlag fand während eines Treffens von Vertretern der USA und arabischer Staaten im Süden Israels statt.

Hadera: Überwachungskameras halten die Tat fest

Auf Bildern von Überwachungskameras ist zu sehen, wie zwei Männer mit automatischen Waffen auf Polizeibeamte feuern. In einem Restaurant in der Nähe hätten sich zufällig zwei Männer einer Anti-Terror-Einheit aufgehalten, berichtet die Polizei. Diese seien aus dem Lokal gerannt und hätten die Angreifer „neutralisiert“. Der Geheimdienst habe sie später als mutmaßliche IS-Kämpfer identifiziert.

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Hadera: Sicherheitskräfte suchten nach weiteren Terroristen 

Bei dem Anschlag wurden sechs Menschen verletzt. Vier von ihnen mussten in ein Krankenhaus, teilte der Rettungsdienst mit. Bei den beiden Toten handele es sich um eine Frau und einen Mann. Augenzeugen berichten, dass Sicherheitskräfte direkt nach dem Angriff die nahegelegene Stadt Umm al-Fahm durchsuchten. Weitere Einsatzkräfte seien in und um das besetzte Westjordanland verlegt worden.

Der israelische Premierminister Naftali Bennett hatte sich in der Wüste Negev aufgehalten, als der Angriff stattfand. Dort führte er Gespräche mit Vertretern der USA, der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Marokko. Danach sei er nach Hadera gereist, wo er mit Polizisten sprach, teilte sein Büro mit. Bei dem Treffen war es darum gegangen, die Beziehungen zwischen Israel und den arabischen Staaten weiter zu normalisieren.

Hadera: Hamas und IS feiern Anschlag als „Heldentat“

Alle Außenminister, die bei dem Negev-Gipfel anwesend waren, hätten den Angriff verurteilt und den Familien der Opfer ihr Beileid ausgesprochen, gab der israelische Außenminister Jair Lapid bekannt. US-Außenminister Antony Blinken schrieb auf Twitter: „Solche sinnlosen Gewalttaten und Morde haben in der Gesellschaft keinen Platz.“ Die radikalen Palästinenserbewegungen Hamas und Islamischer Dschihad feierten dagegen „die Heldentat von Hadera“.

Auch ein anderer Konflikt beschäftigt die Menschen in Nürnberg: Immer mehr Ukraine-Flüchtlinge kommen in der Stadt an. Einige verweigerten jetzt eine Unterkunft auf dem Land - aus einem bestimmten Grund.

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