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Der Weihnachtsmarkt in Nürnberg ist einer der bekanntesten weltweit. Das hat viele Gründe. Auch die besondere Geschichte und lokalen Spezialitäten gehören dazu.
Nürnberg – Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist einer der ältesten und bekanntesten Weihnachtsmärkte in Deutschland. Jährlich strömen unzählige Touristen in die fränkische Stadt, um den traditionellen Markt mit all seinen Besonderheiten zu erleben. Immer beliebt ist auch die Eröffnungszeremonie des Marktes – denn auch die hat eine lange Tradition.
| Fakten zum Nürnberger Christkindlesmarkt: | |
|---|---|
| Erstmalige Erwähnung des Marktes | 1628 n. Chr. |
| Durchschnittliche Besucheranzahl (Stand 2022) | rund 2 Millionen Menschen |
| Eröffnungstag | 1. Dezember (10-22 Uhr) |
| Eröffnungsfeier | 1. Dezember um 17.30 Uhr |
| Öffnungszeiten 2023 | 1. bis 24. Dezember (Mo-So: 10-21 Uhr) |
| Adresse des Christkindlesmarkt | Hauptmarkt in Nürnberg |
| Nürnberger Christkindl 2023 | Nelli Lunkenheimer |
Nürnberger Christkindlesmarkt in seinen Anfängen
In seiner fast 400 Jahre alten Geschichte hat sich der vorweihnachtliche Markt zu dem entwickelt, was er heute ist. Seine erste schriftliche Erwähnung fand laut der Homepage des Nürnberger Christkindlesmarkt bereits im Jahr 1628 statt. Auf der Unterseite einer kleinen hölzernen Schachtel, die heute im Germanischen Nationalmuseum steht, ist folgende Inschrift zu finden: „Regina Susanna Harßdörfferin von der Jungfrau Susanna Eleonora Erbsin (oder Elbsin) zum Kindles-Marck überschickt 1628.“
Welche Händler auf dem Weihnachtsmarkt vertreten waren, zeigt eine Liste aus dem Jahr 1737. Demnach waren in der Budenstadt fast alle Nürnberger Handwerker vertreten. Insgesamt 140 Personen sollen berechtigt gewesen sein, Waren dort zu verkaufen. Ende des 19. Jahrhunderts verlor der Christkindlesmarkt zunehmend an Bedeutung und wechselte auch mehrmals seinen Standort. Erst in den 1930er-Jahren erlebte der Markt wieder einen Aufschwung.
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Christkindlesmarkt in Nürnberg während der NS-Zeit
Adolf Hitler und sein Nazi-Regime nutzten die traditionsreiche Veranstaltung, um Nürnberg im Deutschen Reich zur Größe zu verhelfen und ihren eigenen Jahresfest-Kalender aufzuwerten. 1933 zog der Christkindlesmarkt wieder auf den Hauptmarkt und wurde erstmals mit einer romantisierenden Zeremonie eröffnet. Eine als Christkind verkleidete Frau trug, begleitet von zwei Engeln, eine politische Parole vor und eröffnete zum Glockenklang und Kinderchor den Nürnberger Weihnachtsmarkt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg: Der Nürnberger Christkindlesmarkt bis heute
Während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) fand der Nürnberger Christkindlesmarkt nicht statt. Aus Angst vor Luftangriffen sollte die Stadt nachts unbeleuchtet sein, um möglichst nicht aufzufallen. Erst 1948 wurde der Weihnachtsmarkt wiedereröffnet, inmitten einer zerstörten Altstadt.
Die Legende des Nürnberger Christkindles
Bereits seit 75 Jahren wird der Nürnberger Weihnachtsmarkt vom „Nürnberger Christkind“ eröffnet. Ursprünglich als eine verklärte und inszenierte Propaganda-Show seitens der Nazis genutzt, trat das Nürnberger Christkind – eine als Christkind verkleidete Schauspielerin – erstmals wieder 1948 auf. Seit 1969 wird das Nürnberger Christkind in einem zweijährigen Turnus gewählt. Bewerben können sich dafür Nürnbergerinnen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren, die größer als 160 cm sind.
Dabei geht es für die Auserwählte nicht nur um einen Abend lang Spaß. Das Nürnberger Christkind ist ein Ehrenamt, mit dem viele Verpflichtungen einhergehen. Über 100 Termine muss die junge Frau allein im Dezember wahrnehmen. Neben Interviews, Stippvisiten auf Weihnachtsmärkten und Fernsehauftritten gehören dazu auch Besuche in Altenheimen, Krankenhäusern und Kindergärten oder Behinderteneinrichtungen.
In den Jahren 2021 und 2022 hat die Nürnbergerin Teresa Windschall das Ehrenamt innegehabt. 2023 wurde ihre Nachfolgerin gewählt. Die 17-jährige Nelli Lunkenheimer ist das neue Nürnberger Christkind.
Wann fängt der Weihnachtsmarkt in Nürnberg an?
Der Nürnberger Christkindlesmarkt öffnet immer am Freitag vor dem ersten Advent. 2023 wird dies am Freitag, 1. Dezember, sein. Der Weihnachtsmarkt hat dann von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Am Eröffnungstag wird das Christkind um 17.30 Uhr zu sehen sein, dann wird es hoch oben auf der Empore der Frauenkirche seine alljährliche Ansprache halten und den Christkindlesmarkt offiziell für eröffnet erklären.
Mit Ausnahme des Weihnachtsabends wird der Nürnberger Christkindlesmarkt in der Adventszeit täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet haben. Am 24. Dezember ist der letzte Tag, da hat der Markt nur von 10 bis 14 Uhr geöffnet.
Was ist das besondere am Nürnberger Christkindlesmarkt?
Der Christkindlesmarkt in Nürnberg zählt zu den ältesten und bekanntesten Weihnachtsmärkten der Welt. Dementsprechend gibt es dort viele altbewährte und beliebte Spezialitäten zu entdecken. Etwa die bekannten Nürnberger Lebkuchen oder Nürnberger Rostbratwürste, an denen sich die Besucher erfreuen. Neben diesen Dingen ist der Nürnberger Christkindlesmarkt auch für die sogenannten „Zwetschgenmännla“ bekannt – Figuren aus Zwetschgen, Feigen, Nüssen und mehr.
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Kulinarische Köstlichkeiten stehen ganz oben im Kurs. Aber auch das Handwerk wird auf dem Nürnberger Weihnachtsmarkt sehr geschätzt. An den zahlreichen Ständen werden viele Handarbeiten verkauft, etwa Weihnachtsschmuck und -kerzen, Krippen und Holz- und Blechspielzeuge.
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