Kopf-an-Kopf-Rennen

OB-Wahl in Fürstenfeldbruck: Kandidaten müssen in die Stichwahl - „Wahnsinn“

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Das knappe Wahlergebnis diskutierten Andreas Lohde (l.) und Christian Götz im Rathaus. Die beiden treten in zwei Wochen in der Stichwahl gegeneinander an.
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Knapper hätte die OB-Wahl in Fürstenfeldbruck kaum sein können. Gerade einmal 0,5 Prozent trennten Christian Götz (BBV) und Andreas Lohde (CSU).

Fürstenfeldbruck – Einen Zweikampf zwischen Andreas Lohde und Christian Götz hatten viele vermutet. Dass es aber so eng werden würde, war dann doch überraschend. Am Ende eines Kopf-an-Kopf-Rennens hatte Götz gerade mal 57 Stimmen Vorsprung. Die übrigen vier Bewerber waren bei diesem Zweikampf chancenlos.

Für sein Ergebnis von 33,8 Prozent fand Götz nur ein Wort: „Wahnsinn.“ Er sei sehr positiv überrascht. Er sei davon ausgegangen, dass er in die Stichwahl komme. Dass er mit der CSU gleichauf sei, damit habe er nicht gerechnet, gab der 53-Jährige zu. „Wir haben im Wahlkampf viele Menschen erreicht.“

Andreas Lohde: „Jetzt gilt es, Gas zu geben und Wähler zu mobilisieren“

Andreas Lohde, der auf 33,3 Prozent kam, sprach von einer guten Basis. „2014 ist der Mitbewerber aus der zweiten Position nach oben geschossen, mit deutlich größerem Abstand.“ Damals hatte Martin Runge den Rückstand zu Erich Raff noch deutlich verringert. Und auch im Jahr 2014 war das der Fall, als Lohde mit damals 38,3 Prozent als Sieger des ersten Wahlgangs in der Stichwahl noch hinter Klaus Pleil (BBV) zurückfiel. In der Bürgerlichen Mitte gebe es Potenzial, erklärte der 50-Jährige. „Jetzt gilt es, Gas zu geben und Wähler zu mobilisieren.“

Viele Bürger und Parteikollegen verfolgten die Auszählung. Jubel brandete auf, als das Endergebnis feststand.

Dass es auf eine Stichwahl herauslaufen würde, hatte sich bereits früh abgezeichnet. „Ich hatte mit drei bis fünf Prozent Differenz gerechnet“, meinte OB Erich Raff, der für die vielen Zuschauer im Sitzungssaal des Rathauses die Zahlen moderierte. So sei das CSU-Ergebnis ein bisschen enttäuschend. Den zwei Bewerbern wünschte er viel Erfolg für den zweiten Urnengang. „In der Stichwahl gibt es keinen Favoriten.“

Philipp Heimerl: „Das ist ein furchtbar enttäuschendes Ergebnis“

Die vier übrigen Bewerber waren ohne jede Chance. Seine 13,7 Prozent bezeichnete Markus Droth als gutes Ergebnis für die Freien Wähler. „Persönlich hätte ich mir ein bisschen mehr erwartet.“ Er glaubt, dass viele Anhänger der Grünen ihr Kreuz bei der BBV gemacht haben. „Mit einen Grünen-Kandidaten wäre es enger geworden.“

Bodenlose Enttäuschung herrschte wieder einmal bei der SPD. Philipp Heimerl erreichte im zweiten Anlauf mit 8,3 Prozent nur die Hälfte seines Ergebnisses von 2014 (16,6 Prozent). „Das ist ein furchtbar enttäuschendes Ergebnis, das ich so nicht erwartet habe“, sagte der 33-Jährige geknickt. Offenbar würden die Bürger wollen, dass es weitergehe wie bisher und sich nichts verändere. Eine Botschaft sieht er in seiner Stimmenzahl: „Die Bürger wollen mich nicht.“ Daher werde es keine Neuauflage der Kandidatur mehr geben.

Am Ende lieferten sich Alexa Zierl (ÖDP) und Joe Kellerer (Die Partei) ein enges Rennen. Die einzige OB-Kandidatin war mit ihren 5,8 Prozent sehr zufrieden. „Der Wahlkampf war durchaus mit Gegenwind verbunden.“ Und auch Joe Kellerer freute sich über 5,5 Prozent – über zwei Prozent mehr als Florian Weber vor sechs Jahren. Sein Versprechen, für jede der 644 Stimmen einen Baum zu pflanzen, will er halten. „Bis zur nächsten Wahl in drei Jahren müssen sie stehen.“

Die Wahlbeteiligung „ist das eigentlich Enttäuschende“

Die Wahlbeteiligung war mit 43 Prozent noch etwas niedriger als vor sechs Jahren (44,9 Prozent). „Das ist das eigentlich Enttäuschende“, meinte Raff. „Dass sich so wenig Menschen für die Politik interessieren, ist ein Armutszeugnis“, sagte Heimerl. Klaus Wollenberg (FDP) sah darin einen Grund für das knappe Ergebnis. „Die BBV konnte ihre Anhängerschaft stärker mobilisieren.“ Damit sei Götz auch der Favorit in der Stichwahl.

In den kommenden zwei Wochen wollen die beiden verbliebenen Kandidaten nun alle Kräfte bündeln. Die FDP wird weiterhin die CSU unterstützen. Joe Kellerer sprach eine Wahlempfehlung für die BBV aus. SPD, Freie Wähler und ÖDP wollen mit ihren Parteispitzen beraten und dann ebenfalls eine Empfehlung für die Stichwahl am 19. März abgeben.

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