VonIngrid Zeilingerschließen
Schon nach drei Jahren werden die Brucker ein neues Stadtoberhaupt wählen. Denn OB Christian Götz hält sein Wahlversprechen und legt OB- und Stadtratswahl wieder zusammen. Während sich die meisten Parteien bedeckt halten, wagt sich ein Kandidat schon heraus.
Seit OB Klaus Pleil nach einem Herzinfarkt nicht mehr in den Chefsessel im Rathaus zurückkehren konnte, sind Stadtrats- und OB-Wahl getrennt – und zwar ziemlich genau zur Legislatur-Halbzeit. Damit sich die Lokalpolitiker nicht mehr im Dauerwahlkampfmodus befinden müssen, hatte Christian Götz angekündigt, sein Amt nach drei Jahren zur Verfügung zu stellen. Auf Nachfrage von Theresa Hannig (Grüne) bestätigte er das im Stadtrat. Er werde über seinen Stellvertreter einen Antrag auf Verkürzung der Amtszeit stellen. „Das werde ich vor der Sommerpause machen.“
BBV steht hinter Götz
Und Götz wird sich auch wieder zur Wahl stellen. Damit braucht die Brucker Bürgervereinigung (BBV) sich nicht um einen Kandidaten kümmern. „Wir arbeiten gut mit Christian Götz zusammen und stehen hinter ihm“, sagt der Ortsvorsitzende Hermann Schubert.
Auseinandersetzen wird sich Christian Götz wieder mit Markus Droth. Denn er will ein weiteres Mal für die Freien Wähler antreten – wenn ihn die Mitglieder bei der Aufstellungsversammlung im Herbst nominieren. „Ich möchte ein vernünftiges Ergebnis für die Gruppierung erreichen“, so Droth. Er gehe optimistisch in den Wahlkampf. „Vielleicht habe ich eine Chance auf die Stichwahl.“
Die übrigen Gruppierungen halten sich noch bedeckt. Man warte erstmal auf den offiziellen Rücktritt des Oberbürgermeisters, sagt die frisch gewählte neue CSU-Ortsvorsitzende Heike Fabian auf Nachfrage. Aber man suche intern schon nach geeigneten Kandidaten. Denn Andreas Lohde, der sich bereits zweimal zur Wahl gestellt hat, steht diesmal nicht mehr zur Verfügung.
Philipp Heimerl, bei der letzten Wahl der SPD-Spitzenkandidat, wird seinen Hut auch nicht mehr in den Ring werden. „Zweimal reicht“, sagt er. Auf der Stadtratsliste wird man ihn aber wieder finden. Derzeit lote man aus, ob es einen Kandidaten geben wird, und sei in Gesprächen für die Liste.
Auch bei den Grünen fallen noch keine Namen. „Wir werden einen OB-Kandidaten oder eine Kandidatin stellen“, kündigt Ortssprecherin Theresa Hannig an. Es gebe eine Menge talentierter Leute. Aber das werde man intern besprechen.
Urgestein will‘s nochmal wissen
Eher unwahrscheinlich ist es, dass die FDP einen OB-Kandidaten stellt, sagt Stadtrats-Urgestein Klaus Wollenberg. Bei der vergangenen Wahl haben die Liberalen einen anderen Kandidaten unterstützt, das könnte diesmal auch der Fall sein. Auf die Liste, die im Herbst aufgestellt wird, möchte der 73-Jährige, der zum Ende der Legislaturperiode 48 Stadtratsjahre hinter sich hat, noch einmal gehen. „Wenn ich gesund bleibe, würde ich die 50 Jahre gerne noch voll machen.“
Rückzug aus dem Stadtrat
Alexa Zierl (ÖDP) dagegen möchte sich nach zwölf Jahren aus dem Stadtrat zurückziehen, die Liste allerdings unterstützen. „Es ist ein guter Zeitpunkt für einen Wechsel.“ Zunächst wird der Kreisvorstand gewählt, dann geht es an die Liste, auf der auch Nicht-Parteimitglieder Platz finden können.
Auch die Linke ist noch nicht so weit. Man habe aber viele neue Mitglieder bekommen, sagt Kreissprecherin Blaire Kühnel. Doch wer auf der Liste stehen wird, werde sich bis Herbst herauskristallisieren.
