Der Bahnhofsvorplatz in Oberau bietet ein tristes Bild. Der Gemeinde sind die Hände gebunden.
Oberau – Transparente mit Motiven aus der Region und andere aufhübschende Elemente: Mit dieser Notmaßnahme behilft sich die Gemeinde Oberau derzeit, dem tristen Bahnhofsvorplatz etwas mehr Farbe zu verleihen. Dort prägen Asphaltwüsten und nackte Häuserfassaden das Erscheinungsbild.
Dass diese „Verschönerungen“ mehr eine Verlegenheitslösung sind, ist Bürgermeister Peter Imminger (CSU) bewusst – schwelt das Thema „Sanierung des Bahnhofsvorplatzes“ doch schon seit Jahren im Gemeinderat, ohne dass sich bislang eine Lösung abgezeichnet hat. Als „schwierig, aber drängend“ bezeichnet der Rathauschef das Bauvorhaben – und gesteht damit unumwunden eine gewisse Hilflosigkeit ein. Die Gemeinde kann nicht so handeln, wie sie will, weil sie nicht Eigentümer eines zentralen Elements auf dem Gelände ist: dem Bahnhofsgebäude. „Ziel der Gemeinde ist es natürlich, den Bahnhof und das unmittelbare Umfeld optisch attraktiver zu machen. Aber uns sind die Hände gebunden.“
Ein weiteres Problem: Um eine Sanierung des Geländes, das der Gemeinde Oberau gehört, auf den Weg zu bringen und dafür entsprechende Fördergelder von der Regierung von Oberbayern zu bekommen, muss sie planerisch viel weiter ausgreifen: Der gesamte Dorfkern ist in das Bauvorhaben einzubeziehen, um einen räumlichen Zusammenhang zur Ortsmitte herzustellen.
Konkret geht es um die Straßenachsen „Hauptstraße“ und „Schmiedeweg“, die beide vom Bahnhof ins Ortszentrum führen. „Erst wenn diese Planungsgrundlagen ermittelt sind, ist es sinnvoll, ein städtebauliches Sanierungskonzept zu erstellen“, schildert der Rathauschef weiter. Die Förderstelle wolle, dass diese Leistungen in einem Architektenwettbewerb vergeben werden – was ihm zu hoch gegriffen sei. Er möchte die Entscheidung dem Gemeinderat überlassen. Ursprünglich hatte Oberau erwogen, die Baumaßnahme planerisch erst dann in Angriff zu nehmen, wenn die Bundesstraße 2 zur Ortsstraße abgestuft wird – also nach der Fertigstellung des Tunnels, der laut Zeitplan 2021 stehen soll. „Dann hätten wir ganz neue Optionen für eine bessere Erschließung und Anbindung des Bahnhofs“, sagt Imminger. Inzwischen aber soll die Bundesstraße 2 thematisch ausgeklammert werden – nicht zuletzt, um dem Projekt ein eigenes Gewicht zu geben und planerisch vorab tätig werden zu können.
Rafael Sala
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