In den vier OLW-Betrieben arbeiten 617 Männer und Frauen mit Behinderungen: Jetzt wurde der Jahresbericht vorgestellt
Gaißach – „Menschlich, kompetent, vielfältig“: Das ist das neue Leitmotto der Oberland-Werkstätten (OLW). Über viele Monate wurden die eigene Marke auf den Prüfstand gestellt, Interviews mit unterschiedlichen Anspruchsgruppen geführt und somit die Außen- und die Innensicht beleuchtet, heißt es in einer OLW-Pressemitteilung. Das Ergebnis kann sich demnach sehen lassen: Der Mensch steht klar im Mittelpunkt.
Das wird auch im Jahresbericht der Oberland-Werkstätten sichtbar. Hier geht es nicht nur um wirtschaftliche Zahlen, sondern viel mehr um die Menschen, die in den Werkstätten tätig sind und von einem vielfältigen Arbeitsangebot und kompetenter Begleitung profitieren, berichtet die Pressebeauftragte Nina Prinoth.
Uwe Knoll erlitt vor rund 20 Jahren ein Schädelhirntrauma und arbeitet mittlerweile seit 17 Jahren in der Holzbearbeitung des Gaißacher Betriebs. „Das Holz ist lebendig, man riecht es und man sieht, was man gemacht hat. Das macht mich glücklich“, erklärt er. Auch Nathalie Lorenzen hat ihren Platz im Betrieb Geretsried gefunden und befindet sich gerade im sogenannten Berufsbildungsbereich, den alle Mitarbeiter durchlaufen, die neu in eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) aufgenommen werden. „Ich bin sehr froh, dass ich hier meinen Platz gefunden habe“, sagt die 28-Jährige, die unterschiedlichste Montagearbeiten durchführt. „Wir finden für jeden unserer Mitarbeiter mit Behinderung den passenden Arbeitsplatz und unterstützen ihn dabei durch unser Fachpersonal“, erklärt Geschäftsführer Oliver Gosolits.
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Die Nachfrage an Arbeitsplätzen ist weiterhin stabil. Die Oberland-Werkstätten beschäftigten im vergangenen Jahr 617 Menschen mit Behinderungen und haben einen Umsatz von rund 23,4 Millionen Euro erzielt. Dieser setzt sich aus den Produktions- und Betreuungserlösen zusammen. „Über 87 Prozent des Arbeitsergebnisses haben wir als Löhne direkt an die Menschen mit Behinderungen ausgezahlt. Das freut uns natürlich ganz besonders“, sagt Gosolits, der seit 2015 Geschäftsführer der Oberland-Werkstätten ist. „Das vielfältige Angebot an Arbeitsplätzen wäre jedoch ohne die langjährigen Kunden und Kooperationspartner in diesem Maße nicht möglich“, versichert er. „Diese Kooperationen sind für uns ein wesentlicher Faktor.“
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Die Oberland-Werkstätten sind nach eigenen Angaben ein leistungsfähiges Unternehmen mit vier Betriebsstätten in Gaißach, Polling, Geretsried und Miesbach. OLW-Gesellschafter sind die eingetragenen Vereine der Lebenshilfe in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau und Miesbach. Die Oberland-Werkstätten sind Zulieferer und Dienstleister für mittelständische Unternehmen aus der Region. Der Leistungskatalog umfasst Metallbearbeitung, Montageleistungen, Holzbearbeitung, Wäsche- und Essens-Service. Im Werksverkauf in Gaißach und Polling sind Garten- und Balkonmöbel aus eigener Fertigung erhältlich.
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