Vier Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters von Oberschweinbach gab es 2014. Bei der Stichwahl ging Norbert Riepl als Sieger hervor
Oberschweinbach – Vier Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters von Oberschweinbach gab es 2014. Bei der Stichwahl ging Norbert Riepl als Sieger hervor. Der 56-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder und ein Enkelkind. Wie der Spagat zwischen Ehrenamt, Job und Familie gelingt und was er noch erreichen will, darüber hat er mit Tagblatt-Mitarbeiterin Stephanie Hartl gesprochen.
Norbert Riepl: Den ersten Gedanken weiß ich, ehrlich gesagt, nicht mehr. Aber ich wollte erst einmal alleine sein und bin zum Friedhof gefahren, ans Grab meines Vaters. Angst hatte ich null vor der Aufgabe – aber Respekt vor der Verantwortung.
Norbert Riepl: Eindeutiges Ja.
Norbert Riepl: Wir haben vieles richtig gemacht im Gremium. Es ist eine sehr, sehr erfreuliche Zusammenarbeit, ohne Fraktionsklüngeleien, was nach diesem extremen Wahlkampf ja nicht zu erwarten war.
Norbert Riepl: Zwei Sachen sind erfreulich: Zum einen die Art, wie wir im Gemeinderat miteinander umgehen. Da steht Oberschweinbach total im Vordergrund. Und der Deal, der uns finanziell natürlich sehr weiterhilft (der Konzern, der das Pflegeheim in Spielberg gekauft hatte, musste die Grundschuld löschen lassen und zahlte an die Gemeinde 750 000 Euro, d. Red.).
Norbert Riepl: Wenig bis gar nichts. Wir 13 pflegen einen sehr demokratischen Stil, manchmal vielleicht zu demokratisch, wenn wir die Bürger nach ihrer Meinung fragen. Aber ich bin der Meinung, das ist der richtige Weg.
Norbert Riepl: Ob ich 2020 erneut antrete, kann ich noch nicht sicher sagen. Stand heute wäre ich ein klarer Wiederholungstäter. Wenn das Zusammenspiel von Familie, Job und Bürgermeisteramt weiterhin passt, ist es durchaus vorstellbar.
Norbert Riepl: Nein, eher im Gegenteil. Es macht Verhandlungen leichter. Ich bin auch immer noch derselbe Mensch, habe denselben Namen – und da lege ich auch Wert drauf. Ich habe auch immer gesagt: Solltet Ihr feststellen, dass ich mich zum Nachteil verändert habe, sagt es mir. Die Leute gehen sehr fair mit mir um. Ich nehme es auch positiv zur Kenntnis, dass viele, für die ich nicht der Wunschkandidat war, Vertrauen aufgebaut haben.
Norbert Riepl: Klar. Meine Frau und ich haben nur noch wenige Abende gemeinsam. Man muss das Ganze zeitlich top durchorganisieren und darf nichts überreizen. Im Urlaub ist dann auch richtig Auszeit, das wäre sonst nicht fair meiner Frau gegenüber – und ich brauche das auch. Für Hobbys bleibt fast keine Zeit mehr. Das Theaterspielen hatte ich vor der Wahl 2008 aufgegeben. Ab und zu spiele ich noch Fußball. Die Erreichbarkeit ist im Vergleich zu früher ein Riesen-Unterschied. Da war ich mit dem Handy viel zurückhaltender und habe das am Wochenende eigentlich immer ausgeschaltet. Heute undenkbar.
Norbert Riepl: Bezahlbares Bauland für junge Einheimische – das ist mir ein Riesen-Anliegen. Und dass wir das Versprechen, das wir unseren Jugendlichen bei unserer Kulturwerkstatt 2015 gegeben haben – eigene Jugendräume – einlösen können. Das wollen wir unbedingt erfüllen.
Norbert Riepl: Als ich die Kinderhaus-Baustelle übernommen habe und nach dem Platzregen alles regelrecht abgesoffen ist. Aber wir haben das hingekriegt – ohne Schäden – und konnten fast im Zeitplan und im Kostenrahmen bleiben.
Norbert Riepl: Die Trauungen. Bisher durfte ich 26 Paare trauen.
Norbert Riepl: Wenn man Missstände feststellt und sie nicht ändern kann. Auch unangenehm sind Ablehnungen von Anträgen. Aber mein Kreuz ist breit genug, das gehört eben auch dazu. Gewöhnungsbedürftig ist das Thema „Mühlen der Verwaltung“. Und damit meine ich nicht die Verwaltungsgemeinschaft oder das Landratsamt, sondern Vergabeverfahren, Denkmalschutz, Brandschutz und so weiter. Bis man alles unter einen Hut kriegt, dauert es manchmal…
Norbert Riepl: Das Baugebiet Schlossfeld Süd, die Jugendräume, den Klosterbereich – und das sind nur drei Sachen. Es gibt Entwicklungen in alle Richtungen. Es hatte sich ja viele Jahre ein Investitionsstau gebildet, da wir nicht die finanziellen Mittel hatten. Da ging halt vieles nicht. Das wollen wir nach und nach abarbeiten. Mein persönliches Ziel ist, dass ich bis zum letzten Tag noch in den Spiegel schauen kann.