Geschmückte Tiere im Ort zu bewundern

Ochsenritt in Bichl: Eine Tradition, die es an kaum einem anderen Ort noch gibt

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Das beschauliche Dasein, das die Ochsen normalerweise führen, wurde in Bichl beim Ochsenritt am Sonntag für die Wiederbelebung einer ländlichen Tradition unterbrochen.

Bichl Es war ein Ereignis für die Einheimischen, ein griabiger Kirchweihsonntag ohne großen Besucherandrang von auswärts. Die Hauptdarsteller in Bichl waren dabei 16 Ochsen. Sauber geputzt und gestriegelt, die Köpfe mit Kränzen und Girlanden aus Buchs und farbigen Herbstblumen geschmückt und mit prächtigen Glocken am Hals, nahmen sie ihren großen Auftritt relativ gelassen: Nach zehnjähriger Pause ließ der Bichler Ochsen- und Burschenverein heuer die alte Tradition des Ochsenritts wieder aufleben.

Dieser „Ochsenauftrieb“ hatte früher praktische Gründe: „Die Tiere wurden bei diesem Anlass von Händlern, Metzgern oder kaufwilligen Bauern begutachtet, und somit entschied sich ihr weiterer Werdegang“, schilderte Ochserer-Vorstand Michael Knestel die einstige Bedeutung dieses Tages.

Heutzutage ist ein Ochsenritt wie in Bichl kaum mehr irgendwo anzutreffen

Heutzutage sei ein „Ochsenritt“ wie in Bichl kaum mehr irgendwo anzutreffen. Die Dienste der meist stämmigen Kraftpakete als Zugtiere bei der Heuernte oder der Holzarbeit werden aber auch nicht mehr gebraucht. Sie verbringen mittlerweile ein eher beschauliches Dasein im Stall und auf der Weide. In den vergangenen Wochen hat sich dieses beschauliche Dasein aber doch etwas geändert, denn da gab es so manche Trainingseinheiten, um ihnen die Halfterführigkeit anzugewöhnen.

Alte Tradition lebt auf: Der Ochsenritt in Bichl in Bildern

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Am Sonntag zur Mittagszeit versammelten sich die Vierbeiner und ihre Besitzer dann am Hochbichl. Es war ein bunte Mischung an Rinderrassen, die sich präsentierten: braunes Fleckvieh, schwarzes Fleckvieh, Pinzgauer, Murnau-Werdenfelser und Braunvieh waren vertreten, die jüngsten Tiere eineinhalb Jahre, die ältesten um die drei Jahre alt.

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„Und olle sans guat und sauber beinand“, wie eine Zuschauerin anerkennend urteilte. Nach der Aufstellung ging der Marsch in Richtung Dorf los. Geritten wurden nur drei Ochsen: der erste vorne an der Zugspitze, der mittlere und der am Zugende – das waren der „Loisl“, der „Xarä“ und der „Ringo“, alles stramme 800 bis 900 Kilogramm schwere Tiere, die ihre jugendlichen Reiter gutwillig auf ihrem Rücken trugen. Eine Eigenheit waren dabei die ganz speziell geflochtenen Kranawitt-Ruten, also aus Wacholderstauden geflochtene und ebenfalls geschmückte Stecken, die die Führer und Treiber zur Hand hatten.

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Nach einer Runde durch den Ort versammelten sich tierische und menschliche Teilnehmer und Zuschauer bei warmem Föhnwind am Dorfplatz. Und während die Ochsen alsbald wieder in ihre Ställe zurückgebracht wurden, ließen die Leute mit herzhaftem Essen sowie Kaffee und Kuchen und der Bichler Blasmusik den außergewöhnlichen Kirchweihsonntag gesellig ausklingen.

Rosi Bauer

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