Im Landkreis Dachau

Wieder eine Wirtschaft weniger: Gasthaus zur Sonne ist ab sofort geschlossen

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Geschlossen: das Wirtshaus zur Sonne in der Ortsmitte von Odelzhausen.
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Im März ist in Odelzhausen eine Ära zu Ende gegangen: Nach über 180 Jahren im Familienbesitz ist das Gasthaus zur Sonne ab sofort geschlossen.

Odelzhausen –  Die Wirtschaft liegt auf einem der attraktivsten Grundstücke in Odelzhausen, direkt am Marktplatz. In Zukunft könnte dort etwas Großes entstehen, denn das im Januar gegründete gemeindliche Bauunternehmen „KU-Bau Odelzhausen“ hat das Wirtshaus erwerben können. In einem Bürgerbeteiligungsprojekt soll jetzt ausgelotet werden, wie es damit weiter geht. „Wir sind komplett offen und wollen pauschal nichts fordern oder ausschließen“, erklärt Bürgermeister Markus Trinkl. „Wichtig ist, dass es am Ende ein stimmiges Gesamtkonzept gibt, damit die Ortsmitte weiter gestärkt wird.“

Voraussichtlich im Juli soll der erste Bürgerworkshop stattfinden, bei dem jeder seine Ideen einbringen kann. Unterstützt wird das Projekt außerdem von einem wissenschaftlichen Fachbüro.

Ein paar Kriterien gibt es schon: „Für mich steht fest, dass sich in dem Konzept eine Metzgerei finden muss“, erklärt Trinkl. Die zum Gasthaus zur Sonne gehörende Traditionsmetzgerei führt seit Anfang des Monats Metzgermeister Alexander Hill weiter. Er soll auch langfristig einen Laden in der Ortsmitte betreiben können. Außerdem fordert Trinkl „zwingend wieder einen gastronomischen Ansatz.“ Zwar gibt es in der Ortsmitte seit rund zwei Wochen wieder ein Restaurant: Die Pizzeria „La Piazza“ ist in die Räume des ehemaligen „Tapalapub“ eingezogen. „Aber ein traditioneller, üblicher Stammtischwirt fehlt“, so auch zweiter Bürgermeister Hans Heitmair (CSU).

Heitmair hätte weitere Ideen: Er könnte sich vorstellen, das alte Gebäude abzureißen und einen Neubau zu errichten, in dem auch die Gemeindeverwaltung einziehen wird. „Odelzhausen wird immer größer, irgendwann bekommen wir im alten Rathaus Platzprobleme“, erklärt er. „Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für einen Umzug.“

So konkrete Vorschläge möchte Markus Trinkl noch nicht machen und auch der dritte Bürgermeister Wolfgang Steininger (Freie Wähler) hält sich bedeckt: „Erst einmal sollen Ideen gesammelt werden“, sagt er. Sowohl Trinkl als auch Steininger favorisieren jedoch ebenfalls klar einen Abriss des bestehenden Gebäudes mit Neubau: „Meine persönliche Meinung ist, dass alles andere keinen Sinn macht“, sagt Trinkl. „Eine Sanierung ist nahezu ausgeschlossen“, erklärt Steininger.

Die Politiker hoffen, mit einem neuen Gebäude auch die Parkplatznot rund um den Marktplatz lindern zu können. „Das Parkplatzproblem im Zentrum wird nur mit einer ausreichend großen Tiefgarage lösbar sein“, erklärt Trinkl. Heitmair spricht sich ebenfalls dafür aus, die „Autos unter die Erde zu bringen“ und auch Steininger weist darauf hin, dass es ansonsten schwierig würde, die Vorgaben der Stellplatzsatzung zu erfüllen. „Aber wir können das nicht als Gemeinde bei anderen einfordern und selbst nicht einhalten“, sagt er. „Wir müssen als Vorbild voran gehen.“

Bis jedoch die Bagger rollen, wird es noch einige Zeit dauern. Ein Zeitrahmen lasse sich noch schwer abschätzen, erklärt Trinkl. Vorgesehen sei auf jeden Fall ein mehrstufiges Planungsverfahren. „Das Grundstück ist das Herzstück von Odelzhausen“, erklärt Trinkl. „Da ist es wichtig, dass wir uns ausreichend Zeit nehmen, um zu entscheiden, wie es damit weiter geht.“

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