Betrieb zog vom Hofhut Letten nach Taufkirchen

Ökokisten: Aus zwei mach eins

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Salate, Kräuter und Gemüse vom Heilbrunner Hofgut Letten finden sich jetzt in der „Isarland Ökokiste“ wieder.
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Die „Ökokiste Hofgut Letten“ wurde vor 22 Jahren in Bad Heilbrunn gegründet. Vergangenes Jahr ging sie in der „Isarland Ökokiste“ auf – eine Fusion, die einmal nicht Personal einsparen sollte, sondern überflüssige Autofahrten.

Bad Heilbrunn/Taufkirchen – Biologisch angebautes Obst und Gemüse, regional erzeugt auf dem Hofgut Letten in der Gemeinde Bad Heilbrunn: Viele Kunden schätzen es, sich eine Zusammenstellung davon regelmäßig in einer „Ökokiste“ nach Hause liefern zu lassen. Was man als Konsument nicht unbedingt merkt: Hinter den Kulissen hat die „Ökokiste Hofgut Letten“ mittlerweile mit Partnern aus Riem fusioniert. Der neue Betrieb „Isarland Ökokiste“ ist seit Herbst in Taufkirchen ansässig. Jetzt, gut ein halbes Jahr später, ziehen die Verantwortlichen eine positive Zwischenbilanz des Zusammenschlusses.

„Der Schritt wurde notwendig, da die Räumlichkeiten der beiden bestehenden Ökokisten zu klein wurden“, erklärt Firmensprecherin Manuela Barth. Die Fusion mit der „Tagwerk Ökokiste“ mit Sitz in Riem habe „reibungslos“ funktioniert. Kein Wunder: Beide Betriebe hatten zuvor schon seit Jahren eng zusammengearbeitet, bezogen ihre Ware von denselben Erzeugern.

In Taufkirchen wurde ein Gebäude als neuer Firmensitz aufwendig saniert, mit Photovoltaikanlage, Gas-Blockheizkraftwerk und einer ressourcenschonenden Kühltechnik ausgestattet. Der Standort „wurde so gewählt, dass die Strecke von Bad Heilbrunn zum neuen Arbeitsort möglichst der Strecke von München-Riem entspricht“, so Barth. „Fahrtkostenzuschüsse sowie weitere Arbeitszeitanpassungen sollten allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die Weiterbeschäftigung ermöglichen“, erklärt sie. Von Seiten der „Isarland Ökokiste“ habe es keine Kündigungen gegeben. „Einige ehemalige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus beiden Betrieben haben sich dennoch beruflich neu orientiert.“

Der Zusammenschluss sei keineswegs auf Kosten von Arbeitsplätzen gegangen, „sondern ausschließlich auf Kosten überflüssiger Fahrten“. Die Zulieferer müssen jetzt nur noch zu einem zentralen Standort fahren statt nach Bad Heilbrunn und nach Riem. „Nicht nur die Anlieferer, auch die Lieferfahrzeuge der ,Isarland Ökokiste‘ sind dadurch ressourcenschonender unterwegs“, betont Barth. „Durch die Zusammenlegung der Liefergebiete konnten die Routen energieeffizienter geplant werden. Inzwischen sind die Wege zwischen den Haushalten deutlich verkürzt worden.“ Das Fahrerteam sei dennoch gleich groß geblieben.

So kommt es auch, dass es die Kunden weiterhin mit vertrauten Gesichtern zu tun haben. „Sie bekommen ihre Lieferungen vom selben Fahrer – nur von einem anderen Absender.“ Auch sonst war die Umstellung aus Kundensicht nicht weiter dramatisch. „Für sie haben sich in erster Linie das Design und der Markenname geändert“, erklärt die Sprecherin. Warenangebot, Service und Online-Shop hätten sich kaum verändert: All das war aufgrund der engen Zusammenarbeit beider Ökokisten schon vorher ziemlich deckungsgleich. Da beide vorherigen Betriebe „ausschließlich einen Lieferservice angeboten haben, waren unsere Kunden nie an einen konkreten Ort gebunden“, stellt Manuela Barth fest.

Hauptlieferant für Salate, Kräuter und Fruchtgemüse sind nach wie vor die Heilbrunner Betriebe „Beeren & Co.“ und die Gärtnerei Holzmann. Michael Holzmann hatte die „Ökokiste“ 1996 mit aus der Taufe gehoben und war bis 2015 Mitgesellschafter. Laut Barth wird das Sortiment, zu dem auch Eier, Brot und Backwaren gehören, ständig erweitert – vorzugsweise, wie es heißt, „um Produkte von regionalen, unbekannteren Herstellern“.

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Eröffnungsfeier

Die Eröffnung der „Isarland Ökokiste“ ist am Sonntag, 8. Juli, von 12 bis 17 Uhr mit Bio-Markt, Biergarten und Unterhaltungsprogramm. Adresse: Rotwandweg 1, Taufkirchen (Potzham). Von der S-Bahnstation Taufkirchen verkehrt ein Shuttlebus. Wer mit dem Fahrrad kommt, erhält ein Freigetränk.

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