VonThomas Steinhardtschließen
Man glaubt es kaum, aber es ist wahr: Die Offizierschule der Luftwaffe wird auf den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck zurückkehren. Zumindest teilweise.
Fürstenfeldbruck - Im Sommer verließ die Offizierschule der Luftwaffe den Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck. Im fränkischen Roth waren nach jahrelanger Planung und Bauzeit neue Gebäude für die Offizierschüler entstanden, die in der zweiten Jahreshälfte bezogen wurden. In Fürstenfeld wurde der Abschied mit einer Serenade begangen - mit vielen Worten des Bedauerns, gehörte die OSLw doch als fester Bestandteil seit ihrer Eröffnung in Fursty im Jahr 1977 zum Fliegerhorst und damit auch zur Stadt Fürstenfeldbruck.
Nach Bruck ausgelagert
Nach dem Bericht über die teilweise Rückkehr der Offizierschule nach Fursty präzisiert ein Bundeswehr-Sprecher die Hintergründe. Demnach werden ab Januar tatsächlich die Englisch-Lehrgänge des Fliegerischen Dienstes und des Flugführungsdienstes vorübergehend nach Fürstenfeldbruck ausgelagert. Hintergrund sei das starke Einstellungsjahr 2025 sowie der Personalaufwuchs der Streitkräfte auf allen Ebenen. Die höheren Einstellungszahlen sorgten offenkundig auch für einen größeren Unterkunftsbedarf. Die vorhandene Infrastruktur im Fliegerhorst mache es möglich, diese größeren Bedarfe für das Jahr 2026 zu decken, so der Sprecher. In Sachen Sanitätsakademie sei noch keine Entscheidung gefallen. Bei der SanAK gehe es in diesem Zusammenhang um die infanteristische Ausbildung der Offizieranwärter, nicht um Forschung oder Entwicklung.
Damals schien es noch so, als ob der Standort Fürstenfeldbruck in Gänze aufgegeben würde - wobei schon die Runde machte, was sich später offiziell bestätigte: Fürstenfeldbruck bleibt doch Militärstandort, der Fliegerhorst ist weiterhin ein Bundeswehrgelände und steht für die geplante Umwandlung in ziviles Gelände nicht zur Verfügung.
Es kristallisierte sich heraus, dass unter anderem wohl wirklich die Luftwaffe am Standort bleiben würde - und zwar weiterhin mindestens mit einem Ausbildungsauftrag. Allerdings nicht für Offizierschüler, sondern für die Grundausbildung junger Soldaten.
Nun aber wird nach Tagblatt-Informationen klar: Die Gebäude in der Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth reichen für die Bedürfnisse der Offizierschule nicht aus. Namentlich drei Luftfahrt-Englisch-Lehrgänge haben im fränkischen Roth keinen Platz. Die Lehrgänge sind mit insgesamt 45 Leuten besetzt - und sollen bereits ab Januar wieder in Fürstenfeldbruck stattfinden. So geschieht, was nicht möglich schien: Die Offizierschule kehrt auf den Brucker Fliegerhorst zurück, der ja als Wiege der deutschen Luftwaffe gilt.
Noch eine weitere Dienststelle
Außerdem deutet sich an, dass noch eine ganz andere Dienststelle der Bundeswehr nach Bruck kommen könnte: Nach Tagblatt-Informationen sollen zumindest Teile der Sanitätsakademie der Bundeswehr (SanAK) aus München nach Bruck ziehen.
Das SanAK gilt als Kompetenzzentrum des Sanitätsdienstes der Bundeswehr für Forschung, Entwicklung, Ausbildung und den Medizinischen ABC-Schutz. So könnte Bruck sogar doch noch zum von vielen erträumten High-Tech-Standort werden.
