Interview

Ohne Zug kein Feuer

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Wenn auch ein Lockfeuer nichts nutzt, muss ein Schornsteinfeger her.

Nach der Verpuffung in Anger: Bezirksschornsteinfeger Arthur Wolfseher gibt Tipps, worauf Ofenbesitzer nach der Sommerpause achten sollten.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Riesenschreck in Anger: Als eine 77-Jährige und ihr Sohn (46) nach einer längeren Pause den Kachelofen wieder anheizen wollten, kam es offenbar zu einer Verpuffung. Wie berichtet blieben beide unverletzt. Mit 30 000 Euro entstand aber hoher Sachschaden. Damit sich so ein Unglück nicht wiederholt, haben wir bei Bezirksschornsteinfeger Arthur Wolfseher aus Geretsried nachgefragt, worauf Ofenbesitzer bei der ersten Inbetriebnahme nach dem Sommer achten müssen.

Herr Wolfseher, muss ich Angst haben, wenn ich nach längerer Pause wieder anheizen möchte?

Nein, aber es gibt ein paar Dinge, die es zu beherzigen gilt. Das Wichtigste ist: Bevor man anfängt, sollte man prüfen, ob der Kamin noch zieht. Das geht relativ leicht: Man öffnet die Kamintür einen Spalt und hält die Flamme eines Feuerzeugs oder eines Streichholzes davor. Wird die Flamme angesogen, ist alles in Ordnung.

Und wenn nicht?

Dann macht man ein Lockfeuer. Einfach ein Blatt Papier zerknüllen, auf die Kaminsohle legen und anzünden. Durch den thermischen Auftrieb wird die kalte Luftsäule im Inneren erwärmt. Sie wirkt wie ein Stöpsel. Ist der weg, sollte der Rauch dank des Unterdrucks wieder abziehen können. Nutzt das Lockfeuer nichts, sollte sich der Betroffene an den Kaminkehrer seines Vertrauens wenden. Eventuell behindert ein Vogel- oder Wespennest den Kamin oder eine Putzschicht hat sich gelöst.

Worauf sollten Ofenbesitzer noch achten?

Laut Herstellerangaben sind die Besitzer selbst dafür verantwortlich, einmal im Jahr ihren Ofen zu warten. Überprüft werden sollte unter anderem, ob die Luftklappe und Dichtungen in Ordnung sind, die Tür richtig schließt und das Ofenrohr sauber ist.

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