Orgelmuseum: Lampl plant Neuerungen

+
„In 20 Jahren können wir das hinbringen“: Sixtus Lampl will in dem Bundwerkstadel ein Café für sein Valleyer Orgelmuseum einrichten. Jetzt hofft der 76-Jährige auf Spenden. foto: andreas leder

Valley - Sixtus Lampl will sein Lebenswerk, das Orgelmuseum, erweitern. Der Gemeinderat hat nun den Startschuss für die Bebauungsplanänderung gegeben. Doch die Finanzierung des Projekts ist noch unklar.

Über ein Vierteljahrhundert hat Sixtus Lampl in Valley ein historisches Erbe für künftige Generationen geschnürt. Er und seine Frau Inge haben das Alte Schloss liebevoll saniert und dort ein Kultur- und Orgelzentrum aufgebaut. Der ehemalige Oberkonservator hat am Valleyer Schlossberg mehr als 60 Orgeln zusammengetragen, 16 davon sind spielbereit aufgebaut - die größte Orgelsammlung der Welt. Nun stellt Lampl die Weichen für sein Lebenswerk: Er hat eine Bebauungsplanänderung beantragt, um seinen Traum vom Orgelmuseum baurechtlich zu verankern. Der Valleyer Gemeinderat steht dem grundsätzlich positiv gegenüber - wenngleich einige Kompromisse gefunden werden müssen.

Die Zukunftsvision für das Orgelmuseum hat bereits sehr konkrete Züge angenommen. Sogar Animationen gibt es, die Architektin Olivia Mayr aber noch nicht offenlegen will, auch wenn die Visionen die Diskussionsgrundlage für den künftigen Bebauungsplan darstellen. Der stützende Anbau, den das Alte Schloss vor drei Jahren bekam, soll Richtung Osten unterirdisch ausgebaut werden. Dort, erläutert Lampl, soll die jüngste Errungenschaft seiner Sammlung ihren Platz bekommen: eine Kino-Orgel aus den 1920er Jahren, die einst Stummfilme begleitete. Wie berichtet, hat Lampl die Orgel wieder spielfertig aufbauen lassen. „Jetzt muss sie nur noch gestimmt werden.“

In ferner Zukunft soll auf dem Areal eine weitere Orgelhalle entstehen, neben der Zollingerhalle, sowie eine Tiefgarage an der Ostseite. Eine weitere Baustelle auf dem Weg zum richtigen Museum ist die Zugangssituation. Der steile Weg vom Schlossplatz hinab zum Alten Schloss, der im Winter gerade für ältere Besucher seine Tücken birgt, soll barrierefrei gestaltet werden. Wie genau das gelöst werden soll, ist noch offen, sagt Mayr auf Nachfrage; möglich seien ein Aufzug oder eine Stegkonstruktion. Letztere stieß im Gemeinderat nicht unbedingt auf Begeisterung.

Und noch an einem anderen Punkt hakt es: Lampl schwebt ein Museumscafé vor, im Bundwerkstadel, der bislang nur als Lager dient. Der Bundwerkstadel, einst ein Bau des Klosters Weyarn und ab 1841 Teil einer Landwirtschaft in Oberdarching, ist laut Lampl eines der ersten Projekte, die es anzugehen gilt. Der barocke Stadel mit seiner beeindruckenden Balkenkonstruktion, den Lampl 1991 ans Alte Schloss umsetzen ließ, ist zwar gut in Schuss. Aber er steht nicht in seiner ursprünglichen, historischen Form da: Weil das Kreisbauamt sich damals quer stellte, wurde das eigentliche Obergeschoss des Stadels auf den Boden aufgesetzt - ohne Erdgeschoss. „Ein Denkmalschützer hat einmal gesagt, der Bundwerkstadel steht da, als wäre er vom Himmel gefallen und hätte sich in die Erde gebohrt“, sagt Lampl. Er will dem Stadel seinen Unterbau zurückgeben. Und in diesem Erdgeschoss soll dann das Museumscafé einziehen.

Auch wenn Lampl betonte, dass es sich nicht um eine öffentliche Gastwirtschaft handeln werde: Bernhard Schäfer (FWG) war das ein Dorn im Auge. „Museumscafé ist dafür verniedlichend“, monierte er, „das ist ja eine Wirtschaft.“ Auch Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) ist ein festes Café zu viel des Guten. „Wir haben das Bräustüberl, dazu eine halbe Gastronomie im Trachtenheim und künftig eine halbe Gastronomie in der Brauerei“, zählte er auf; die Arco-Brauerei plant wie berichtet eine Schaubrauerei. „Das gefällt mir nicht, da noch eine Gastronomie reinzusetzen.“

Trotzdem gab der Gemeinderat in seiner Sitzung einstimmig den Startschuss für das Bebauungsplan-Änderungsverfahren. „Wir werden schon einen Kompromiss finden“, meinte Hallmannsecker. Lampl hat den Ball schon aufgenommen und will die Planung überarbeiten lassen.

Alles in allem aber bleibt das Orgelmuseum noch Zukunftsmusik. „Die Finanzierung ist noch in ferner Zukunft“, gesteht Lampl. Zuschüsse von staatlicher oder kirchlicher Seite sind nicht in Aussicht; Lampls Traum hängt an Gönnern und Spendern, die die Stiftung Altes Schloss Valley unterstützen. Einen Zeitraum für die Umsetzung der Pläne könne er nicht absehen, sagte Lampl nun auch im Gemeinderat: „Ich kann ja in einem Jahr schon gestorben sein“, meinte der 73-Jährige. Immerhin: „Wenn ich gut drauf bin, könnten wir das in 20 Jahren hinbringen.“

Kommentare