Sportstätten-Konzept

Turnhalle neu bauen, Altbestand sanieren: Wie geht‘s weiter mit dieser Doppellösung?

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Eine 2,5- oder 3-fach-Sporthalle entsteht auf dem bisherigen Skatergelände. Nach Rücksprache mit dem TSV will die Gemeinde in die Detailplanung gehen.
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Eine neue Sporthalle auf dem Skatergelände soll es werden. Dazu eine Sanierung und ein Zusatzgebäude am Altstandort. Aber was genau wird saniert? Und was würde das kosten? Mühsam arbeitet sich das Otterfinger Sportkonzept voran.

Otterfing – Das eine große Sportzentrum für Otterfing wird es nicht geben (Stand: jetzt), stattdessen fand sich im Gemeinderat eine Mehrheit für eine Doppellösung: Neubau einer 2,5- oder 3-fach Sporthalle auf dem Skaterpark-Gelände (Ecke Lehrer-Holl-/Ludwig-Ganghofer-Straße) – zusätzlich zu einer noch undefinierten Sanierung des Altbestands und sogar eines Zusatzgebäudes für Umkleiden und Gymnastik.

Der junge Otterfinger Planer Michael Zach soll das Paket schnüren, erbat dafür aber vom Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung genauere Vorgaben. Seine Fragen: Was wird zuerst angepackt und in welcher Qualität soll am Nordring saniert werden? „Ich habe das Gefühl, es ist in diesem Gremium viel im Fluss, wenn es darum geht, was am Altstandort gewünscht wird“, sagte Zach.

Auch bei Größe und Qualität der neuen Halle müsse der Gemeinderat die Richtung vorgeben: „Soll es ein Audi werden oder doch eher ein Maserati?“

Vor einer solchen Weichenstellung wünscht sich das Gremium aber mehr Entscheidungsgrundlagen. Einstimmig beauftragte der Gemeinderat den Planer, wichtige Fragen konkret zu formulieren und einen Zeitplan zu konzipieren.

Zugleich soll der TSV gehört werden, welche Wünsche es speziell für die neue Halle gibt. „Schließlich wird der TSV der eigentliche Kostenträger, die Gemeinde tritt nur als Zuschussgeber auf“, betonte Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU). Georg Schlickenrieder (CSU) wurde deutlicher: „Wäre schön, wenn der TSV mal sagt, wie viel Geld oder Arbeitskraft er einbringt.“

Kosten sind bis dato nur sehr grob zu kalkulieren. Zach geht davon aus, dass die Turnhalle mit 4,5 bis 5,5 Millionen Euro zu Buche schlägt, ein mögliches Zusatzgebäude am Nordring mit bis zu 800 000 Euro. Die Sanierung am Nordring bleibt die große Unbekannte. Ferdinand Höchstetter (CSU) schlug vor, dass sich Otterfinger Handwerker die Situation anschauen und den dringenden Reparaturbedarf auflisten. Der Vorschlag wurde so übernommen.

Ulrike Stockmeier (FWG) und Höchstetter plädierten dafür, Neubau und Sanierung parallel zu planen. Mehr Tempo wünscht sich Stockmeier freilich beim Neubau; hier gelte es, zügig den Bebauungsplan zu ändern. „Auch ein Lärmgutachten wird nötig werden“, glaubt Bauamtsleiter Heinz Hirz.

In den Haushalt 2019 will die Gemeinde 70 000 Euro Planungskosten einstellen. Für das Gesamtprojekt sind im Finanzplan für die nächsten Jahre insgesamt acht Millionen Euro vorgesehen.

Tafelsilber (sprich: Grundstücke) will die Gemeinde aber offenbar nicht verkaufen, um das Sportpaket schnüren zu können. „Wir wollen das ja aus dem laufenden Haushalt finanzieren“, betonte Gerhard Heimerer (CSU), ohne dass jemand widersprach. Ob das gelingt, dürfte davon abhängen, wie teuer die Altbestands-Sanierung kommt. Unter Umständen ist auch ein Abriss des Altbestands noch nicht vom Tisch, was wiederum den Bau eines Bürgersaals bedingen könnte. „Dann reden wir schnell von einer Gesamtinvestition von 14 bis 15 Millionen Euro“, fürchtet Eglseder.

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