Neuer Rathauschef in Pähl

Erst Bundespolizist, jetzt Bürgermeister: Marius Bleek (29) im Porträt

+
Marius Bleek beginnt am 27. Juni seinen Dienst im Pähler Rathaus.

Marius Bleek ist neu in Pähl und als Bundespolizist auch neu in der Funktion des Bürgermeisters. Beides sieht er als Vorteil, weil er so unbefangen an die Aufgabe herangehen kann.

Pähl – Bleek kommt aus Baden-Württemberg. Geboren ist er in Esslingen am Neckar, und aufgewachsen in einer kleinen Gemeinde in der Nähe. 2012 ging er nach dem Abitur, das er in Plochingen gemacht hat, zur Bundespolizei und studierte an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung. Das Studium hat er 2016 als Diplomverwaltungswirt abgeschlossen. Jetzt ist er als Gruppenleiter bei der Bundespolizei am Münchner Hauptbahnhof tätig. Ab 27. Juni des Jahres hat er sich für seine neue Tätigkeit als kommunaler Wahlbeamter für sechs Jahre freistellen lassen. Für den Fall, dass er dann nicht mehr kandidiert oder nicht mehr gewählt wird will er in seinen bisherigen Beruf zurückkehren.

Sechs Jahre vom Polizeidienst freigestellt

Bleek bedauert, dass er nach seiner Wahl bis zu seiner Vereidigung noch keinen Zugang zu den internen Informationen der Gemeinde hat, die er bräuchte, um sich auf seine Aufgabe vorzubereiten. Zudem habe seine Wahl „außer der Reihe“ einen Nachteil, weil keine Vorbereitungskurse stattfinden. Sorgen macht er sich deswegen aber nicht. Die Gemeinde habe „sehr fähige Mitarbeiter“, mit denen er sicher „kollegial und konstruktiv“ zusammenarbeiten könne. Trotzdem rechnet er damit, dass die ersten Wochen für ihn „sehr arbeitsintensiv“ werden und er selten einen freien Abend haben wird. Er will in jedem Fall so viel arbeiten, wie nötig ist, „um die anstehenden Aufgaben zu erledigen“.

Nach seinem Dienstbeginn will Bleek einen Kurs im Baurecht machen, weil er dies angesichts der anstehenden Projekt für sehr wichtig hält. In „konstruktiver Zusammenarbeit mit den Bürgern“ will er „eine gute Lösung“ des Raumproblems von Schule, Rathaus und Kinderbetreuung finden. Die bereits begonnene Planung der Tagespflege will er fortsetzen. Wichtig ist ihm dabei die frühzeitige Information der Bürger und ihre Beteiligung. Für große Vorhaben will er Projektgruppen bilden, denen Gemeinderäte und betroffene Bürger angehören.

Zu den großen Aufgabe gehören für Bleek auch die energetische Sanierung der kommunalen Gebäude. Dabei müssten „zukunftsfähige Entscheidungen getroffen“ und auch „wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt“ werden. Energieeffizienz sei „wichtiger denn je“. Dafür will er auch mit den Nachbargemeinden zusammenarbeiten, damit jeder von den Erfahrungen der anderen profitieren kann. Das betreffe auch den Wohnungsbau, bei dem er sich für Normalverdiener engagieren will.

Marius Bleek möchte trotz Bürgermeisteramt nicht auf Freizeit verzichten

Auch wenn das Bürgermeisteramt seiner Einschätzung nach viel Zeit in Anspruch nehmen wird, will er nicht ganz auf Freizeit verzichten. Joggen in der Natur und Kraftsport im Fitnessstudio sind ihm wichtig, um seine Kondition zu halten. Er macht auch gerne Reisen. Der Natur wegen war er in Mallorca, der Kultur wegen in Ägypten und zum Wandern und Gleitschirmfliegen in Tirol. Seine Traumreise ist eine Rundreise durch Südamerika. Neben der asiatischen und arabischen Küche schätzt der 29-Jährige auch Weißwürste, zu denen auch ein Weißbier gehöre. Allerdings stehen Weißwürste nicht oft auf seinem Speiseplan, weil er sich überwiegend vegetarisch ernährt. Wenn er zum Buch greift, dann ist es aktuell „Der tägliche Stoiker“ mit 366 Zitaten von Philosophen, „die für die heutige Zeit interpretiert sind“, wie er betont.

Derzeit wohnt Bleek noch in Germering. Im Herbst, wenn seine Freundin mit ihrem Studium fertig ist, will er auf Wohnungssuche in Pähl gehen. Für einen Ortsteil will er sich jetzt noch nicht entscheiden. Ob Pähl oder Fischen spielt für ihn keine Rolle, auch Kerschlach gefällt ihm. Er müsse „nicht unbedingt in Rathausnähe“ wohnen.

VON ALFRED SCHUBERT

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Weilheim-Schongau finden Sie auf Merkur.de/Weilheim.

Kommentare