„Fliegender Bau“ für maximal fünf Jahre

Panoramablick in Filzen und Berge: Aussichtsturm an der Leitzach eingeweiht

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Aussichtsreicher Treffpunkt: Bürgermeister Josef Lechner, Christian Schiebl (CA Immobilien), Ingenieur Christoph Ackermann, Bildhauer Thomas Kroiher, Stephan Breit, Rudi Kornder (beide Forst) und Architekt Oliver Glück freuen sich über den gelungenen Umzug des Turms von München nach Fischbachau.
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Im Wald steht er schon länger, jetzt dürfen die Spaziergänger ihn auch offiziell erklimmen: Der neue Aussichtsturm an der Leitzach ist eingeweiht. Doch er wird wieder umziehen.

Fischbachau – Der Blick von den Baumwipfeln bleibt für gewöhnlich Eichkatzerln und Vögeln vorbehalten, in Fischbachau können ihn ab sofort auch zweibeinige Spaziergänger genießen: Der 20 Meter hohe Aussichtsturm an der Leitzach, den die Gemeinde aus München geschenkt bekommen hat, ist nun offiziell für die Besucher freigegeben. Beim Einweihungstermin genossen die am Projekt beteiligten Herren die Aussicht über Filzen und Berge.

Bürgermeister Josef Lechner nutzte die Gelegenheit, auch den Grundeigentümern rund um den Turm zu danken. Diese nämlich hätten sich ganz „unbürokratisch“ dazu bereit erklärt, ein paar Bäume aus ihren Wäldern herauszuschneiden und so das Panorama für die Plattform aus freizulegen. Angenehmer Nebeneffekt: „So können wir es vermeiden, dass die Leute in die schützenswerte Oase der Filzenlandschaft eindringen“, erklärt Lechner auf Nachfrage unserer Zeitung.

Der Aussichtsturm steht in den Filzen an der Leitzach zwischen Mühlkreit und Faistenau.

Der Turm selbst ist ein Gemeinschaftsprojekt. In Auftrag gegeben hatte ihn die Firma CA Immobilien, um den Besuchern einer Großbaustelle in München einen komfortable Beobachtung der Arbeiten zu ermöglichen. Entworfen und verwirklicht haben die Holzkonstruktion Ingenieur Christoph Ackermann und Bildhauer Thomas Kroiher aus München. Den Kontakt nach Fischbachau stellte schließlich Forstbeamter Rudi Kornder aus Bayrischzell her. Um den Ab- und Wiederaufbau des Turms kümmerte sich die Zimmerei Johann Kirchberger aus Fischbachau, erklärt Lechner.

Dies geschah in Form eines Baukastensystems mit zusammensteckbaren Teilen. „So ähnlich wie beim Lego-Spielen“, meint der Bürgermeister schmunzelnd. Eine Neuanfertigung ist das Satteldach, das die Besucher auf der Plattform vor Regen schützt. Ein Relief mit den Namen der sichtbaren Berggipfel wird zeitnah auf der Brüstung angebracht, berichtet Lechner. Die Gesamtkosten für Umzug und Anpassung des Turms in Höhe von 25 000 Euro hatte der Gemeinderat in seiner Oktober-Sitzung freigegeben.

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Eine Baugenehmigung war übrigens nicht notwendig, so Lechner. Es handle sich um einen „fliegenden Bau“. Das heißt aber auch, dass die Holzkonstruktion spätestens nach fünf Jahren wieder umziehen muss. Kein Problem, meint der Rathauschef. So könne man den Turm ja auch an einer anderen Stelle des geplanten Themenwanderwegs an der Leitzach aufstellen. Lechner: „Die Bayrischzeller wollten ihn sowieso gerne haben.“

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