Schwierige Verhandlungen mit Grundstückseigentümern

Parkplatz am Schongauer Lido: Erweiterung nicht in Sicht

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An Sommertagen sind Parkplätze am Schongauer Lido Mangelware. Für weitere Stellplätze fehlt es der Stadt Schongau bislang an Flächen. FOTO: HeroldKeineParkautomaten
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Wer im Sommer bei schönem Wetter den Schongauer Lido besucht, kennt diesen Anblick: Wild parkende Autos, soweit das Auge reicht. Bei der Lösung des Problems tut sich die Stadt nach wie vor schwer, wie jetzt im Bauausschuss deutlich wurde.

Schongau – Der Schongauer Lido ist ein Naherholungsparadies, das im Sommer die Leute in Scharen an den Lech lockt. Doch diese hohe Anziehungskraft des Naturidylls hat eine Kehrseite. Weil viele Besucher mit dem Auto zum Stausee fahren, ist gerade an den Wochenenden bei schönem Wetter der Parkplatz hoffnungslos überlastet. Das führt dazu, dass viele Autofahrer ihren Wagen entlang der Straße abstellen. Das Problem ist nicht neu, schon länger sucht die Stadt Schongau nach einer Lösung.

In der jüngsten Bauausschusssitzung erkundigte sich Kornelia Funke (CSU) nach dem Stand der Dinge. Tatsächlich sei die Parkplatz-Situation am Lido gerade Thema einer Besprechung im Stadtbauamt gewesen, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman. Das soll jetzt erst einmal ermitteln, wie groß der Bedarf an zusätzlichen Stellplätzen überhaupt ist. Dies sei wichtig zu wissen, wenn es um den Kauf oder die Anmietung von Grundstücken gehe, erläutert der Bürgermeister im Gespräch mit den Schongauer Nachrichten.

Gerne hätte Sluyterman in der Sitzung einen ersten Erfolg in Sachen Grundstück vermeldet, doch leider gestalten sich die Verhandlungen in dieser Hinsicht schwierig, bedauerte er. Die Landwirte, mit denen man bislang gesprochen habe, seien nicht bereit, der Stadt Flächen zu überlassen, berichtete der Bürgermeister. Auch mit den Eigentümern eines dortigen Anwesens hat die Stadt auf Anregung der SPD Kontakt aufgenommen. Doch diese hätten es ebenfalls abgelehnt, an die Stadt zu verkaufen, bestätigt Sluyterman gegenüber den SN. „Das Problem ist erkannt, aber noch nicht gebannt.“

Ganz hat das Stadtoberhaupt die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Stadt doch noch handelseinig mit einem Grundstücksbesitzer wird. Es werden demnächst weitere Gespräche stattfinden, verrät Sluyterman. Ob es bis zu diesem Sommer noch etwas wird mit der Lösung des Parkplatzproblems, scheint angesichts dieser Vorzeichen allerdings wenig wahrscheinlich.

Mit Kontrollen gegen Wildparker

So bleibt die Frage, wie die Stadt auch ohne weitere Stellplätze zumindest einigermaßen Ordnung ins Parkchaos bringen kann. Schon im vergangenen Jahr habe man Mitarbeiter der kommunalen Verkehrsüberwachung kontrollieren lassen, um jene zu verwarnen, die ihre Autos auf dem Gehweg oder anderweitig verkehrswidrig abstellten, blickt Sluyterman zurück und kündigt an: „Das werden wir auch heuer tun, um dem wilden Parken Einhalt zu gebieten.“ Fürchten, dass sie künftig am Lido zur Kasse gebeten werden, müssen Autofahrer nicht. Man habe eine Bewirtschaftung der vorhandenen Parkplätze überlegt, aber erst einmal wieder verworfen, sagt Sluyterman.

Am liebsten wäre es dem Bürgermeister ohnehin, wenn die Lido-Besucher umweltfreundlich mit dem Fahrrad zum Baden kommen würden. Ein neuer Parkplatz könne sich in dieser Hinsicht sogar als kontraproduktiv erweisen, fürchtet der Rathauschef, der freilich weiß, dass nicht jeder auf das Auto verzichten kann. „Es gibt, wenn man sich die Kennzeichen anschaut, mittlerweile viele aus München und Landsberg, die am Lido Erholung suchen.“

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