Viele Geschäfte tun sich schwer

SPD kritisiert Leerstand: „Peißenberg wird zunehmend zur Geisterstadt“

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Der „Plötz“ in Peißenberg soll abgerissen werden.
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Dass sich Handel und Gewerbe entlang der Ortsdurchfahrt schwertun, ist in Peißenberg schon lange kein Geheimnis mehr. Viele Schaufenster stehen leer, Traditionsgaststätten sind geschlossen. Der Peißenberger SPD ist das ein Dorn im Auge. Sie fordert mehr Engagement von der Rathausverwaltung.

Peißenberg – Die ehemalige Metzgerei „Steidl“, der alte „Plötzbräu“, das ehemalige Sportgeschäft „Paschen“, die ehemalige Gaststätte „Blüte“ oder Teile des früheren „Zementerhauses“: Beispiele für leerstehende Geschäfts- oder Gastronomiehäuser gibt es in Peißenberg viele. Darunter befinden sich auch mehrere ortsbildprägende Gebäude wie der „Plötz“, der nach den Plänen eines Investors abgerissen werden soll.

Der Leerstand entlang der Ortsdurchfahrt ist freilich für das Image Peißenbergs alles andere als förderlich. Auch die örtliche SPD ist über die Tristesse an der Ortsdurchfahrt wenig begeistert. „Wir entwickeln uns zunehmend zur Geisterstadt. Uns missfällt das total“, sagt SPD-Ortvereinschef Peter Blome. 

Digitalisierung und Onlinehandel spielen gewichtige Rolle 

Natürlich spielen die Digitalisierung und der Onlinehandel eine gewichtige Rolle für die Probleme des Einzelhandels, aber nach Meinung der SPD gibt es auch lokal bedingte Ursachen. „Die Straße lädt einen nicht gerade ein“, sagt SPD-Bürgermeisterkandidat Robert Halbritter über die „historisch so gewachsene Ortsdurchfahrt“: „Wir haben eben kein Ortszentrum – obwohl man zwischen dem Rathaus und dem ehemaligen Sportgeschäft „Paschen“ durchaus eines hätte entwickeln können.“

Apropos Rathaus: Vor allem in puncto „Blüte“ würde sich Halbritter „von Seiten der Bürgermeisterin und der Verwaltung mehr Engagement wünschen“. Soll heißen: Manuela Vanni hätte bei den Eigentümern intensiver nachhaken und öffentlichen Druck aufbauen sollen. „Der Leerstand ist das eine – aber das andere ist, wie man damit umgeht“, moniert Halbritter.

Das von der Bürgervereinigung vorgeschlagene Leerstandskataster, das von der Rathausverwaltung abgelehnt wurde und das heute erneut im Marktrat zur Debatte steht, wird von den Genossen unterstützt, „weil es in die richtige Richtung geht“, wie Halbritter betont. Das alleine würde nicht ausreichen: „Es braucht ein Gesamtkonzept. Andere Gemeinden schaffen es doch auch“, erklärt Blome. Im Fokus der Genossen steht vor allem das ehemalige Krankenhaus.

In Verbindung mit der gegenüberliegenden „Bräuwastlhalle“ (Blome: „Da tickt auch bereits die Uhr!“) könne dort städtebaulich einiges entwickelt werden. Generell, so Blome, dürften die Immobilien „nicht irgendwelchen Grundstücksspekulanten in den Rachen geschoben werden“. 

Noch keine konkreten Vorschläge für die Öffentlichkeit 

Stattdessen müsse man seriösen Investoren Anreize bieten, um ein „gesundes Kneipen- und Geschäftsleben“ zu gestalten. „Peißenberg war einmal der Kulturmittelpunkt im Landkreis“, erinnert Blome an bessere Zeiten. Mit konkreten Vorschlägen zur Verbesserung der Situation an der Ortsdurchfahrt will die SPD aktuell noch nicht an die Öffentlichkeit gehen.

Man möchte sich vor der Kommunalwahl 2020 nicht zu früh in die Karten schauen lassen. „Wir haben natürlich unsere Ideen, möchten jetzt aber noch nicht damit hausieren gehen. Und wir sitzen ja auch nicht auf dem Chefsessel im Rathaus“, nimmt Halbritter Vanni in die Pflicht.

VON BERNHARD JEPSEN

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