Altbürgermeister von Peiting

Klement Sesar im Alter von 85 Jahren gestorben

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Klement Sesar ist im Alter von 85 Jahren gestorben
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Er prägte den Landkreis als Peitinger Bürgermeister, Kreisrat und Mitglied in verschiedenen Aufsichtsräten. Nun ist Klement Sesar im Alter von 85 Jahren gestorben.

Landkreis/Peiting – Mit Klement Sesar ist eine der herausragendsten Persönlichkeiten des Landkreises im Alter von 85 Jahren gestorben. Altbürgermeister, Kreisrat, Mitglied in verschiedenen Aufsichtsräten: Der CSU-Mann hat nicht nur die Gemeinde Peiting über viele Jahre maßgeblich geprägt, sondern den gesamten Landkreis aktiv mitgestaltet. Jetzt ist er im Kreise seiner Familie für immer eingeschlafen.

Kein bisschen leise und dabei trotzdem bescheiden: So kannte man Klement Sesar. Seinen 80. Geburtstag feierte der Polit-Promi beispielsweise nicht in Saus und Braus mit Glanz und Gloria. Stattdessen machte er sich mit seiner Gattin Elisabeth heimlich aus dem Staub in einen Kurz-Urlaub in Slowenien, wo er mit seiner Frau 1966 zum ersten Mal war. Von dort aus sendete er Grüße in die Heimat und teilte mit, dass er bei einem Glas Sliwowitz in der Hand quasi im engsten Kreis feiere. Er versprach aber humorig, „in zehn Jahren wieder groß zu feiern“. Stets konnte man mit Klement Sesar unterhaltsame Gespräche führen. Kein Wunder, dass der charismatische Peitinger die Herzen der Wähler erobert hatte und immerhin 18 Jahre lang die Geschicke der Marktgemeinde als erster Bürgermeister geleitet hat.

Peitinger Altbürgermeister Klement Sesar war ein Macher

Klement Sesar: Er war einer, der das Ohr am Bürger hatte. Er war ein Macher. Ohne ihn gäbe es heute kein Therese-Peter-Haus für Kinder, keine Alfons-Peter-Grundschule im Ort. Sesar war es, der das kinderlose Ehepaar Peter seinerzeit überredet hatte, ein Vermögen für die Neubauten zu spenden – nur einer von vielen schlauen Schachzügen.

Nach einer Amtsperiode als zweiter Bürgermeister der Gemeinde Peiting, schenkten die Bürger Klement Sesar ganz ihr Vertrauen. Von 1978 bis 1996 war er Chef im Rathaus und prägte die Gemeinde für immer: Solange es die Gesundheit zugelassen hat, zählte er zu den Aktiven – zuletzt war die Wallfahrergruppe, die heute vor „Maria Egg“ zu bewundern ist, eines seiner Herzensprojekte.

Hier tankte Peitings Altbürgermeister Klement Sesar Energie

Woher nahm Klement Sesar bis zuletzt all diese Kraft? Beim Fischen an Ammer und Lech, seiner großen Leidenschaft, tankte er Natur und Energie. Energie, die er den vielen Vereinen wiedergibt, bei denen er engagiert war: Seit 1989 setzte er sich für die Städtepartnerschaft mit der italienischen Gemeinde Calvi dell’Umbria ein und war auf den Fahrten nach Italien dabei – dass hier so viele länderübergreifende Freundschaften entstanden sind: Auch das ist ihm zu verdanken.

Auch das Kultur- und Naturmuseum Klösterle sowie der Förderverein Villa Rustica konnten stets auf Klement Sesar zählen. Als jahrzehntelanges Mitglied in der Vorstandschaft stand er mit Rat und Tat parat. Ebenso lenkte er als Vorsitzender die Geschicke des Verkehrsvereins Peiting. Erst nach 27 Jahren im stolzen Alter von 84 hörte er auf. Längst ist er zu diesem Zeitpunkt Träger des Goldenen Ehrenrings im Landkreis.

Peitinger Altbürgermeister Klement Sesar war Doppel-Ehrenmitglied der CSU

Humorig nimmt es Klement Sesar, als ihm 2016 eine durchaus ungewöhnliche Ehre – eigentlich eher aus Versehen – zuteil wird: 21 Jahre nach seiner ersten Ernennung wird er von der Peitinger CSU ein zweites Mal zum Ehrenmitglied gemacht – und wird damit im Alter von 82 Jahren wohl zum einzigen Doppel-Ehrenmitglied der CSU in Bayern. Er selbst kann über die einzigartige Auszeichnung bei aller anfänglichen Überraschung nur schmunzeln: „Vielleicht kriege ich ja zum 100. Geburtstag noch mal was“, erklärt er damals lachend. Verdient hätte er es allemal – selbst wenn er auch ohne Auszeichnungen immer unvergessen bleibt.  

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