Vorstoß im Peitinger Gemeinderat

Ärgernis Hundekotbeutel: Mit auffälligerer  Farbe gegen wilde Entsorgung?

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Rote statt schwarze Hundekotbeutel wünscht sich Marktgemeinderätin Pankratia Holl. Ihre Hoffnung ist, dass die signalfarbene Variante wegen ihrer Auffälligkeit weniger häufig wild entsorgt wird.
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Sie sind auch in Peiting ein ständiges Ärgernis: Hundekotbeutel, die von den Besitzern der Vierbeiner nicht im Müll, sondern in der Landschaft entsorgt werden. Im Marktgemeinderat unterbreitete Landwirtin Pankratia Holl (CSU) jetzt einen Vorschlag, um der Unsitte entgegenzuwirken.

Peiting – Es ist eher selten, dass sich Pankratia Holl im Peitinger Marktgemeinderat zu Wort meldet. Wenn aber, dann vertritt die CSU-Rätin eine klare Meinung. In der jüngsten Sitzung des Gremiums sprach Holl etwas an, dass der Landwirtin besonders unter den Nägeln brannte. Immer wieder findet Holl nämlich etwas in der schönen Natur liegen, dass dort nichts verloren hat. Die Rede ist von Hundekotbeuteln, die Hundehalter einfach achtlos in die Landschaft werfen statt die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners ordnungsgemäß im Restmüll oder den speziell dafür aufgestellten Stationen zu entsorgen.

Doch wie kann man dieser Unsitte Einhalt gebieten? Pankratia Holl hat da eine einfache Idee, die sie jetzt dem Gemeinderat unterbreitete. Ob es nicht möglich wäre, statt der schwarzen Beutel rote Säckchen in den Spenderbehältern zur Verfügung zu stellen, fragte die Landwirtin. Sie habe diese Variante bei einem Besuch im Allgäu gesehen, berichtete sie. Ihr Gedanke: Wenn die Beutel in Signalfarbe in der Landschaft deutlich mehr auffallen, würde sich vielleicht der ein oder andere Hundehalter überlegen, ob er sie einfach an Ort und Stelle entsorge. Ein Appell an das schlechte Gewissen also.

Von Qualität nicht überzeugt

Bürgermeister Michael Asam zeigte sich dem Vorschlag gegenüber durchaus aufgeschlossen. Allerdings erinnerte sich der Rathauschef, dass man es bereits einmal mit roten Beuteln versucht habe, diese damals aber von der Qualität nicht hatten überzeugen können. „Aber vielleicht hat sich da ja was geändert. Wir werden das prüfen“, versprach er. Dass ein Wechsel nicht auf Kosten der Qualität gehen dürfe, forderte Norbert Merk (CSU). Die Beutel müssten so verwendbar sein, dass das „Klebrige da bleibt, wo es hingehört.“

Herwig Skalitza berichtete, dass es in Schweinfurt bereits aus gleichen Beweggründen einen Versuch mit roten Kotbeuteln gegeben habe. Dort könne sich die Verwaltung nach Ergebnissen des einjährigen Testlaufs erkundigen, schlug der CSU-Gemeinderat vor. Wenn man neue Beutel anschaffe, solle auf jeden Fall auch geprüft werden, ob es eine kompostierbare Variante gebe, wünschte sich Thomas Elste (Grüne).

Einen ganz anderen Weg, um den Übeltätern auf die Spur zu kommen, schlug Silvia Ruhfaß-Bückle (Grüne) vor. Es gebe Städte, in denen Hunde in einer genetischen Datenbank registriert würden, um so Hinterlassenschaften auf Gehwegen oder eben in illegal entsorgten Beuteln dem Übeltäter zuordnen zu können. „Vielleicht wäre das ja eine Möglichkeit.“

Rundumschlag von Barnsteiner

Zu einem Rundumschlag setzte schließlich Andreas Barnsteiner (BVP) an. Das Problem sei die Masse an Hunden, die es mittlerweile in Peiting gebe. Egal ob am Feld oder im Wald, überall begegne er den Vierbeinern, wetterte der Landwirt. Woanders gebe es längst eine Anleinpflicht. „Irgendwann müssen wir uns da was einfallen lassen.“ Dass manche Besitzer ihre Hunde sogar mit dem eigenen Auto zum Gassigehen fahren, regte Barnsteiner ebenfalls auf. „Da stimmt doch bei uns irgendwas nicht mehr.“

Bei Michael Deibler (CSU) kam Barnsteiners emotionaler Beitrag nicht gut an. So etwas müsse man nicht öffentlich diskutieren, sondern besser bei einem Glaserl Wein, kritisierte der CSU-Rat seinen Ratskollegen. Doch der ließ sich nicht beirren: „Das gehört sehr wohl an die Öffentlichkeit.“

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