VonChristoph Petersschließen
Der geplante Standort für das neue Jugendzentrum an der Ecke Kampfgartenweg/Jägerstraße hat am vergangenen Dienstag noch einmal den Gemeinderat beschäftigt. Der bei der Bürgerversammlung geäußerten Forderung der Anlieger, den Beschluss zu revidieren, kam das Gremium nicht nach.
Peiting – Wieder einmal mussten zu Beginn der Gemeinderatssitzung Stühle geschleppt werden. Rund 50 Bürger drängten in den Sparkassensaal. Ihr Interesse galt dem geplanten Jugendzentrumsneubau, den Bürgermeister Michael Asam auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Auslöser war der Protest der Anlieger, die dem Rathauschef auf der Bürgerversammlung eine Liste mit 64 Unterschriften von Bürgern übergeben hatten, die sich gegen den vom Gemeinderat auserkorenen Standort an der Ecke Kampfgartenweg/Jägerstraße aussprechen. Ihre Sorge: Durch das Juze mit seinen vielfältigen Veranstaltungsräumen würden Lärm- und Verkehrsbelastung im angrenzenden Wohngebiet steigen.
Asam ließ in der Sitzung keinen Zweifel daran, dass er die Bedenken nicht nachvollziehen könne. „Die Ängste bestehen zu Unrecht“, betonte der Bürgermeister. Er verwies wie in der Bürgerversammlung auf die bestehende Einrichtung, über die es in seiner ganzen Amtszeit noch keine Beschwerde seitens der Anwohner gegeben habe. Auch der Autoverkehr sei angesichts der Altersstruktur der Besucher zu vernachlässigen. Das sei höchstens bei Veranstaltungen ein Thema, falle aber bei maximal vier Konzerten im Jahr kaum ins Gewicht. Zudem würden für diese Fälle Parkplätze an der Jägerstraße geplant.
Hohe Auflagen für den Lärmschutz
Asam machte auch noch einmal klar, dass es bislang kein konkretes Raumprogramm gebe, die Gemeinde bei der Gestaltung noch freie Hand habe. Man werde natürlich darauf achten, dass die Lärmemissionen für die Anlieger nicht zu hoch würden, versprach er. „Für das Jugendzentrum gelten in diesem Fall die selben Auflagen wie fürs benachbarte Wohngebiet“, ergänzte Marktbaumeister Fabian Kreitl.
Dass künftig nur vier Konzerte im Jahr vorgesehen seien, bedauerte Thomas Elste (Grüne). Wenn man schon eine neue Einrichtung baue, sollte es auch möglich sein, die Räume intensiver zu nutzen. Elste brachte noch einmal das in den bisherigen Planungen für den Abenteuerspielplatz vorgesehene Grundstück neben dem Fitness-Parcours ins Gespräch. Das verfüge, wie er selbst nachgemessen habe, mit 2500 Quadratmeter über genug Platz und hätte den Vorteil, nahe der Parkplätze des Eisstadions zu liegen.
Ins gleiche Horn stieß auch Alfred Jocher (Unabhängige). „Vom Platz her bringt man das bestehende Juze da leicht unter.“ Dass der Boden laut Kreitl schlecht sei für eine Bebauung, ließ er nicht gelten. Durch den beim Kindergartenbau dort gelagerten Aushub sei die Fläche sehr verdichtet und feucht. Ein Wasserproblem habe man zudem auch bei dem anderen Grundstück, gab er zu bedenken.
Fernwärme- und Wasserleitungen im Boden
Dem widersprach allerdings Kreitl. Durch die vorhandene Drainageleitung sei die Entwässerungssituation am geplanten Standort deutlich besser. Gegen die vorgeschlagene Fläche spräche neben dem schlechten Untergrund auch, dass sowohl eine Fernwärme- als auch die Wasserleitung zum nahen Brunnen durch das Grundstück verlaufen.
Die tatsächlich zur Verfügung stehende Fläche sei zudem nur 1200 Quadratmeter groß. Bei einem Gebäude mit rund 400 Quadratmeter, wovon man aktuell ausgehe, bliebe da nicht viel übrig. „Das wird nicht schön.“ Und nur so groß bauen wie das bestehende Juze-Gebäude mache wenig Sinn. Wenn man die Einrichtung schon neu errichte sei es sinnvoll, auch einen Mehrwert zu schaffen.
Am Ende folgte die breite Mehrheit der Bitte des Bürgermeisters, den bestehenden Beschluss für den Standort aufrechtzuerhalten. Vier Räte stimmten dagegen.
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