Gemeinde prüft Anbau

Vierte Gruppe für Peitinger Krippe?

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Das Therese-Peter-Haus für Kinder könnte um einen Anbau für eine weitere Krippengruppe erweitert werden. Demnächst wird sich der Marktgemeinderat mit diesem Thema befassen.
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Rollen am Therese-Peter-Haus für Kinder in Peiting in naher Zukunft wieder die Bagger? Die Verwaltung der Marktgemeinde lässt derzeit die Kosten für eine Erweiterung der gemeindlichen Krippe ermitteln. Auch in Sachen Kindergarten und Hort stehen Veränderungen im Raum.

Peiting – Diesen Termin dürften sich viele Eltern in Peiting dick im Kalender angestrichen haben: Am Freitag, 29. März, laden die Kinderbetreuungseinrichtungen in der Marktgemeinde wieder zum Tag der offenen Tür. Auch wenn die Anmeldung für das neue Kindergartenjahr im September erst mit diesem Tag offiziell startet, dürfte die Informationsveranstaltung einen ersten Fingerzeig auf die Nachfrage nach Betreuungsplätzen geben. Entsprechend gespannt ist man deshalb auch im Rathaus auf die Rückmeldungen aus den einzelnen Einrichtungen. Allzu viel Spielraum, was die Zahl der Betreuungsplätze angeht, gibt es nicht mehr. „Bis jetzt haben wir es gut hinbekommen. Aber wir sind langsam am Limit angelangt“, sagt Bürgermeister Michael Asam.

Bürgermeister will rechtzeitig handeln

Schon im vergangenen Oktober berichtete die Heimatzeitung, dass alle 36 Plätze in der gemeindlichen Krippe belegt seien und es eine Warteliste gebe. Sollte der Bedarf weiter steigen, hätte die Gemeinde ein Problem, ist sich der Rathauschef bewusst. Denn schließlich besteht seit 2013 ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung für Kinder zwischen einem und drei Jahren. „Wir wollen deshalb rechtzeitig handeln“, sagt Asam. Auch vor dem Hintergrund, dass der Freistaat ab dem kommenden Jahr wohl auch den Krippenbesuch mit monatlich 100 Euro bezuschussen werde, was die Nachfrage noch zusätzlich ankurbeln könnte, ahnt Asam.

Am schnellsten ließen sich weitere Krippenplätze am bestehenden Therese-Peter-Haus für Kinder realisieren. Denn schon bei der Errichtung der Kinderkrippe 2013 hatten die Planer auf Geheiß der Gemeinde die Möglichkeit berücksichtigt, dass der Anbau für drei Krippengruppen später einmal ohne großen Aufwand um ein zusätzliches Modul erweitert werden kann. Derzeit lasse die Verwaltung beim damaligen Architekten die Kosten für einen Anbau ermitteln, sagt der Bürgermeister.

Gleiches soll demnächst am Kinderhaus an der Untereggstraße geschehen, wo mit einem Anbau eine weitere Kindergartengruppe untergebracht werden könnte. Denn auch in diesem Bereich müsse man mit einer steigenden Nachfrage rechnen, sagt Asam. Hinzu kommt, dass der beschlossene Bau des neuen Kindergartens an der Basili-Wiese wegen der immer noch laufenden Grundstücksverhandlungen wohl nicht so schnell realisiert werden kann und somit für eine kurzfristige Lösung ausscheidet.

Entschieden ist freilich noch nichts. Beide Ideen werde man, sobald die Kosten vorlägen, im Gemeinderat zur Diskussion stellen, kündigt Asam an. Daran, dass die Krippen-Erweiterung bereits zum nächsten Kindergartenjahr in Betrieb geht, glaubt der Bürgermeister deshalb nicht. Allerdings: „Wenn sie notwendig ist, dann werden wir alle Hebel in Bewegung setzen, sie möglichst zügig umzusetzen.“

Ganztagsschule hat Auswirkungen auf den Hort

Änderungen könnte es demnächst auch in Sachen Hortbetreuung geben. Derzeit bietet die Kinderhilfe Oberland zwei Gruppen mit insgesamt 30 Plätzen im Kinderhaus an. Allerdings sei die Nachfrage seit Einführung der Offenen Ganztagsschule (OGTS) rückläufig, sagt Asam. Dass das neue Angebot Auswirkungen auf den Hort hat, bestätigt Sigrid Klasmann, Geschäftsführerin der Kinderhilfe Oberland. 

Das Problem: Als integrative Einrichtung sei man auf Regelkinder angewiesen, erklärt Klasmann. Das liege an der vorgeschriebenen Betreuungsquote. Pro Gruppe dürfen nur ein Drittel der Kinder förderbedürftig sein. Kommen weniger Regelkinder, könne man auch weniger Förderkinder aufnehmen. Entsprechend gespannt ist Klasmann auf die Rückmeldungen am Tag der offenen Tür. Sollte sich der Trend fortsetzen, müsse man überlegen, wie man sich in Zukunft aufstelle.

Erste Gedankenspiele gibt es bereits, wie der Bürgermeister durchblicken lässt.. Möglich sei, so Asam, anstelle einer integrativen Hortgruppe eine heilpädagogische Betreuung anzubieten. Bislang gebe es eine derartige Einrichtung in Peiting nicht. „Der Bedarf wäre da.“

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