Entscheidung fällt im August

Rossmann, dm oder Müller? Neue Pläne fürs alte Netto-Gelände in Peiting

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Der Parkplatz auf dem ehemaligen Netto-Gelände wird derzeit von der Marktgemeinde als Lagerstätte für die nahe Baustelle in der Schongauer Straße genutzt.
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Fünf Märkte und die ersehnte Drogerie: So lautete bislang der Plan, den die FIM Unternehmensgruppe auf dem ehemaligen Netto-Gelände in Peiting umsetzen wollte. Doch aus dem angestrebten Neubau könnte jetzt nichts werden – aus wirtschaftlichen Gründen.

Peiting – Peiting und die ersehnte Drogerie, das wird langsam aber sicher zur unendlichen Geschichte. Seit Jahren wartet man in der Marktgemeinde auf einen adäquaten Ersatz für die insolvente Schlecker-Filiale. Schon 2015 schien das Ziel bereits in greifbarer Nähe, die Bauvoranfrage einer Kaufbeurer Firma passierte zwar den Bauausschuss, doch beim Kauf des ehemaligen Netto-Geländes biss sich der Investor nach langen Verhandlungen die Zähne am britischen Besitzer aus. Der verkaufte Ende 2017 überraschend lieber an die Bamberger Unternehmensgruppe FIM.

Damit schien das Projekt neue Fahrt aufzunehmen, das Interesse am Standort sei groß, hieß es vom neuen Besitzer. So groß, dass nicht nur alle drei großen Drogerie-Ketten um den Platz des Ankermieters buhlten, sondern laut eigenem Bekunden auch haufenweise Bewerbungen für die geplanten fünf weiteren Märkte eintrafen. Bis Ende 2018 wollte man den Bauantrag gestellt haben, doch daraus wurde nichts. Zwischenzeitlich vermietete FIM die leer stehenden Gebäude an das Schongauer Musikhaus Kirstein, das sie als Lagerfläche nutzte. Seit einigen Monaten hat die Marktgemeinde selbst das Außengelände gepachtet, um es für die Lagerung von Material der nahen Baustelle in der Schongauer Straße zu nutzen. Im Januar hatte FIM-Geschäftsführer Jan Lerke ein baldiges Ende der Vertragsverhandlungen mit den Mietern in Aussicht gestellt, voraussichtlich bis Ende April sei mit dem Bauantrag zu rechnen. Doch auch diese Frist ist mittlerweile seit längerem verstrichen.

Eine Erklärung für die erneute Verzögerung liefert Lerke auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. Man prüfe derzeit, ob statt eines Neubaus nicht doch die Ertüchtigung der bestehenden Gebäude eine Option sei, teilt der FIM-Geschäftsführer mit. Diese sei bislang nicht zur Debatte gestanden, da von den potenziellen Mietern ein Neubau gefordert war, erklärt Lerke. Zwischenzeitlich habe sich jedoch herausgestellt, dass ein Abriss der Bestandsgebäude und ein Neubau angesichts der gestiegenen Baupreise mit den zu erzielenden Mieten wirtschaftlich nur schwierig darstellbar sei. Aus diesem Grund spreche man derzeit wieder mit allen drei Drogerieketten. Sollte der künftige Hauptmieter dieser Variante zustimmen, hätte das auch Auswirkungen auf die eigentlich bislang angedachten fünf weiteren Märkte. „In dem Fall der Bestandslösung wäre nur Platz für einen weiteren Mieter“, sagt Lerke.

Im August soll laut dem Geschäftsführer eine endgültige Entscheidung fallen, welche Variante zum Zug kommt. Im Juni hatten Vertreter von FIM Bürgermeister Michael Asam über die aktuelle Entwicklung informiert. Der Rathauschef zeigt sich zuversichtlich, dass alles zu einem guten Ende kommt: „Sie haben mir versprochen, dass es noch in meiner Amtsperiode verwirklicht wird.“ Bis März nächsten Jahres bleibt da nicht mehr viel Zeit.

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