Kochler Penny hat zugemacht

Leerer Markt, ungewisse Zukunft

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Ausgeräumt: Der Verkaufsraum des ehemaligen Penny-Markts in Kochel ist bereits weitgehend leer.

Kochel am See - Die Gitterkörbe für die Sonderangebote sind leer. Die Regale sind bereits abgebaut. Der Kochler Penny-Markt ist seit dem Wochenende geschlossen. Schon gibt es Gerüchte, dass  Asylbewerber in das Gebäude ziehen sollen.

Die Kochler wussten seit Langem Bescheid. „Wir schließen! Letzter Verkaufstag 21. November“, war zuletzt im Schaufenster des Markts am Friedzaunweg zu lesen. Seit 32 Jahren gab es den Penny-Markt in Kochel. Durch seine zentrale Lage gleich hinter dem Bahnhof und sein günstiges Sortiment war der Discounter ein beliebter Einkaufsstandort – für Kochler Bürger ebenso wie für Konsumenten aus umliegenden Gemeinden wie Großweil oder Schlehdorf, die selbst über keinen größeren Supermarkt verfügen.

Doch damit ist nun Schluss. „Besuchen Sie uns in unserer Filiale in Penzberg“, heißt es noch auf dem Plakat an der Eingangstüre. Bereits Anfang März dieses Jahres hatte die Penny-Markt GmbH in Eching mitgeteilt, die Filiale in Kochel zu schließen (wir haben berichtet). Der Kochler Standort mit einer Verkaufsfläche von lediglich 665 Quadratmetern sei zu klein, „um attraktiv für unsere Kunden zu sein“, hieß es. Moderne Penny-Märkte verfügten mittlerweile über eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern und damit auch über ein größeres Warenangebot, so eine Unternehmenssprecherin. Eine Expansion sei in Kochel nicht möglich.

Der Kochler Bürgermeister Thomas Holz bedauert die Schließung. „Wir müssen das leider so zur Kenntnis nehmen, auch wenn es uns nicht recht gefällt.“ Insbesondere für ältere Kunden, die kein Auto haben, sei der Markt eine gute Einkaufsmöglichkeit gewesen. Seit die Schließungspläne bekannt sind, ist die Gemeinde laut Holz in Kontakt mit anderen Unternehmensgruppen, die Interesse hätten, einen vergleichbaren Markt zu eröffnen. „Ein derartiger Plan steht und fällt mit den Eigentümern“, so der Bürgermeister. Das Grundstück mit dem Markt gehöre einer Luxemburger Firma. Was mit dem Areal geschehen soll, sei gegenüber dem Rathaus „noch nicht klar kommuniziert worden“. Der Eigentümer sei wohl an einem Verkauf interessiert, hat der Bürgermeister gehört.

Die Gemeinde habe mehrfach deutlich gemacht, dass man sich eine Erweiterung vorstellen könne. Auch eine möglicherweise notwendige Straßenverlegung ist nach Einschätzung des Bürgermeisters zu bewerkstelligen. Kochel habe mittlerweile Kontakt mit einem Projektentwickler aufgenommen. „Wenn alles zusammenspielt, dann könnte hier durchaus bald wieder ein Einkaufsmarkt entstehen“, so Holz.

An Gerüchten, wonach in dem ehemaligen Markt Asylbewerber untergebracht werde sollen, „ist nichts dran“. Dafür gebe es nach Rücksprache mit dem Landrat „keine Hinweise“. Wo etwas leer stehe, wird laut Holz schnell gemunkelt, dass es eine Asylbewerber-Unterkunft werde. 

Alois Ostler

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