Aus für HAP: Gespräche über Sozialplan gestartet - über 50 Unternehmen bieten Stellen an

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Vor zwei Wochen wurde das Aus für HAP in Penzberg verkündet, im Bild protestierende Mitarbeiter.
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Nach der Ankündigung des Hörmann-Konzerns, das HAP-Werk in Penzberg im Juni 2020 zu schließen, haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer erstmals getroffen, um über Sozialplan und Abfindungen zu verhandeln. Eine Einigung gab es nicht. In der städtischen Internet-Jobbörse für HAP-Mitarbeiter bieten indes über 50 Unternehmen Stellen an.

Penzberg – Bei einem Sondierungsgespräch haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber am vergangenen Mittwoch die Verhandlungen über Sozialplan und Abfindungen für die 630 Mitarbeiter der HAP-Stammbelegschaft begonnen. IG Metall und Betriebsrat trafen in München auf die Geschäftsführung von HAP und Hörmann-Konzern. Es war das erste Treffen, nachdem das Unternehmen bekannt gegeben hatte, die Betriebsschließung einzuleiten und die Produktion zu verlagern. Der Konzern sprach in einer Mitteilung von einer „sachlichen und konstruktiven Atmosphäre“.

Verhandlungen bei HAP: Noch keine Einigung

Das Unternehmen hatte vor zwei Wochen öffentlich erklärt, zur Finanzierung des Sozialpakets, insbesondere des Sozialplans, rund 20 Millionen Euro bereitzustellen. Diese Zusage habe man bekräftigt, so das Unternehmen. IG Metall und Betriebsrat hatten das Angebot dagegen im Vorfeld als unzureichend bewertet. Kritisiert wurde zum Beispiel, dass aus dem Topf nicht nur Abfindungen gezahlt werden sollen. Am Mittwoch tauschten beide Seiten ihre Forderungen aus. „Hörmann“ erklärte dazu, es sei bei einem Erstgespräch zu erwarten, dass es unterschiedliche Vorstellungen gebe; man sei aber „sehr zuversichtlich, für die offenen Punkte in den nächsten Wochen einen Kompromiss verhandeln zu können“. Nächster Termin ist am 26. April. Laut Konzern ist es das Ziel, bis 10. Mai die Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan einvernehmlich abzuschließen und den Mitarbeitern „zumindest eine bestmögliche Planungssicherheit zu geben“.

Aus für HAP: Über 50 Unternehmen melden sich für Jobbörse

Bei der Stadt Penzberg haben sich indes laut Rathaus bis vergangenen Donnerstag 52 Unternehmen gemeldet – mit „zum Teil zehn und mehr Stellenangeboten“ für die Jobbörse auf der städtischen Internetseite. Die Resonanz sei „überwältigend“, so Bürgermeisterin Elke Zehetner. Die Betriebe kommen aus Penzberg sowie der näheren und weiteren Umgebung. Die Angebote reichen vom Lagerarbeiter über qualifizierte Facharbeiter bis Buchhalter. Laut Rathaus hat zudem das Wirtschaftsministerium auf die Anfrage Zehetners reagiert. Nach Ostern soll es ein Telefonat mit einem Abteilungsleiter geben, bevor ein Termin mit Minister Hubert Aiwanger vereinbart wird.

Penzbergs CSU kündigte ein überparteiliches, internes Treffen an, bei dem Vertreter von Stadt, Landespolitik, „Pro Innenstadt“, HAP-Betriebsrat, IG Metall und Konzern über „Lösungen für die Mitarbeiter und das Areal“ reden sollen. Der Termin ist noch offen.

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