Blaulichtzentrum auf Layritz-Areal in Penzberg: Allein 25 Millionen Euro fürs Herzstück - grob geschätzt

+
So sieht die Konzeptstudie für das Layritz-Areal aus, die Architekt Stephan Jocher bereits im Dezember 2017 vorgestellt hatte.

Schritt für Schritt in mehrere Bauabschnitten möchte der Penzberger Stadtrat das „Blaulichtzentrum“ auf dem Layritz-Areal realisieren. In der Sitzung am Dienstag wurde für das Mammutvorhaben erstmals auch eine Summe genannt: 25 Millionen Euro stehen allein für den Umbau der Layritzhalle im Raum. Eine äußerst vage Zahl. Dass der Betrag ausreicht, wird bezweifelt.

Penzberg – Schritt für Schritt soll das „Blaulichtzentrum“ umgesetzt werden – so stellt sich die Stadt dies vor. Zuerst wäre eine Verbindungsstraße zwischen Bauhof und Gewerbegebiet Grube als Voraussetzung an der Reihe. Dann würde, westlich der Layritzhalle, der Bau eines Gebäudes für das Rote Kreuz folgen. Weitere Etappen wären der Umbau des Layritz-Gebäudes für die Feuerwehr sowie der Neubau eines Polizeidienstgebäudes durch die Stadt. Laut Stadtbaumeister Justus Klement sind das die zentralen Bauabschnitte, in die das Vorhaben gegliedert werden sollte.

Blaulichtzentrum Penzberg: Zustimmung zu BRK-Neubau und Straße

Auf wenig Widerstand seitens der Stadtratsmitglieder stieß der geplante BRK-Neubau. Er soll vom Roten Kreuz selbst errichtet werden. Auch die Herstellung einer Verbindungsstraße und ein Neubau für die Penzberger Polizei – dessen Realisierung Klement grob mit rund 2,5 Millionen Euro veranschlagte – stießen auf breite Zustimmung.

Blaulichtzentrum Penzberg: Zieht auch Verkehrspolizei Weilheim ein?

Womöglich zieht in den Polizei-Neubau dann auch die Verkehrspolizei Weilheim ein. Bürgermeisterin Elke Zehetner berichtete davon, dass das Polizeipräsidium Oberbayern Süd angekündigt habe, die Verkehrspolizei von Weilheim nach Penzberg zu verlegen, wenn das „Blaulichtzentrum“ realisiert wird. „Das haben wir schriftlich“, sagte Zehetner. Die Verkehrspolizei Weilheim ist unter anderem zuständig für die Autobahn München-Garmisch sowie für die übergeordneten Bundes- und Staatsstraßen in den Landkreisen Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Starnberg.

Blaulichtzentrum: Kontroverse über Layritzhalle

Kontrovers diskutierten die Stadtratsfraktionen jedoch über das Herzstück des Projekts: den Umbau der Layritzhalle. In deren Innerem soll zum einen die Feuerwehr ihren Sitz erhalten und zum anderen Platz für weitere Nutzungen durch den Einzug zusätzlicher Geschosse geschaffen werden (wir berichten). Stadtbaumeister Klement nannte allein für das Herzstück des Projekts eine Summe von rund 25 Millionen Euro – was erstmals eine greifbare Zahl war. Dass die Summe ausreicht, wurde unter anderem von der BfP-Fraktion bezweifelt. Angesichts dieser Kostenschätzung verwies zudem Kerstin Engel (Grüne) auf die ohnehin schon angespannte Haushaltslage der Stadt und die drohende Steuerrückzahlung an die Firma Roche. „Wir haben das Geld auf absehbare Zeit nicht“, sagte Engel, die weitere Planungen zum Bauabschnitt „Layritzhalle“ zum jetzigen Zeitpunkt vehement ablehnte. Wolfgang Sacher (BfP) forderte vom Kämmerer zunächst ein Finanzierungskonzept, bevor weitere Planungen vorangetrieben werden.

Jack Eberl (FLP) plädierte dagegen dafür, die Planungen für das Gesamtpaket anzupacken und die dafür von Stadtbaumeister Klement bezifferte Summe von knapp einer Million Euro bereitzustellen. „Wir brauchen endlich belastbare Zahlen“, forderte er. Diese erhofft er sich durch die weitere Planung. Belastbares Zahlenmaterial ist laut Klement auch deshalb notwendig, um die Höhe der Fördermittel durch den Freistaat auszuloten.

Blaulichtzentrum auf Layritz-Areal: Weitere Planungen

Einstimmig beschloss der Stadtrat schließlich, dem BRK Weilheim-Schongau eine Teilfläche des Areals in Erbpacht zu geben, damit es ein Gebäude für Rotes Kreuz, Wasserwacht und Bergwacht errichten kann. Ebenfalls einstimmig wurden Planung und Bau einer Verbindungsstraße für rund 400 000 Euro beschlossen. Gegen die Stimmen von BfP-Fraktion und Grünen-Stadträtin Engel wurde ein Planungsteam mit der Überplanung des Layritz-Gebäudes über alle Ebenen beauftragt. Gegen Engels Stimme beschloss der Stadtrat außerdem die Planung für das Polizeigebäude. Die Kosten dafür wurden mit rund 94 000 Euro beziffert. Ob diese Summen ebenso wie die knapp eine Million Euro Planungskosten für die Layritzhalle heuer in einen Nachtragshaushalt aufgenommen werden oder erst im Etat 2020, ist laut Klement offen. Wie er auf Nachfrage sagte, werden die Planungen der einzelnen Bauphasen nun großteils parallel laufen. Klement rechnet damit, dass der Vorentwurf für die Layritzhalle Anfang 2020 fertig ist.

Eine Idee, wie das Blaulichtzentrum aussehen könnte, war von Planer Stephan Jocher bereits im Dezember 2017 vorgestellt worden.

Auch interessant: Die Layritzhalle gehört seit Anfang 2017 der Stadt Penzberg.

Text: Franziska Seliger.

Kommentare