- VonWolfgang Schörnerschließen
In einer „Penzberger Klimaschutz-Erklärung“ sollen sich örtliche Unternehmen und Vereine verpflichten, am Penzberger Ziel der Klimaneutralität bis 2030 mitzuwirken. Dazu hatte die Stadt im Sommer aufgerufen. Nun verlieh sie Urkunden an sieben Erstunterzeichner, darunter der Werkraum-Verein, Roche und die evangelische Kirche.
Penzberg – Die Stadt Penzberg hat sich das Ziel gegeben, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden und bis 2035 komplett auf erneuerbare Energien im Stadtgebiet zu setzen. Das sei ein „hohes Ziel“, das man nicht allein, sondern nur gemeinsam erreichen könne, sagte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) jetzt bei der Verleihung der Urkunden an die Erstunterzeichner der „Penzberger Klimaschutzerklärung“.
Im Sommer hatte die Stadt örtliche Unternehmen, Vereine und Organisationen dazu aufgerufen, die Erklärung zu unterschreiben. Die Unterzeichner bekennen sich darin zum Ziel der Klimaneutralität bis 2030 und verpflichten sich zu Maßnahmen, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Welche Maßnahmen das sind, können die Unterzeichner selbst benennen.
Hoffen auf Nachahmer
Es freue ihn, dass in der ersten Runde „vom Global Player bis zu Vereinen ein breites Spektrum“ unterzeichnet habe, so Korpan. Man könne sich fragen, ob es Sinn macht, wenn Staaten wie die USA oder China nicht mitziehen. „Man muss aber im Kleinen anfangen“, so Korpan. Wenn alle auf den anderen schauen, mache es keiner. Carl-Christian Wippermann, Leiter der Klimaschutzabteilung, beschrieb das Spektrum so: Es reiche von „Vereinen mit ein, zwei, drei Maßnahmen bis zum Großunternehmen mit einer Riesenagenda“. Er hoffe, dass es viele Nachahmer gebe.
Penzberger Roche-Werk soll noch grüner werden
Mit dem „Global Player“ unter den Erstunterzeichnern war Roche gemeint. Werkleiter Paul Wiggermann erzählte, dass ein Nachfahre der Firmengründer einst den „World Wide Fund for Nature“ (WWF) mitgegründet habe. Weltweit, sagte er, habe Roche seit 2004 den CO2-Ausstoß je Mitarbeiter um 70 Prozent reduziert. Er selbst wolle dazu beitragen, dass das Penzberger Werk „noch grüner wird als es ist“. Michael Bauer, der die Umweltschutzabteilung im Werk leitet, sagte, es gebe einen Fahrplan („Roadmap“) bis 2029, wonach der CO2-Ausstoß um 75 Prozent gegenüber 2020 gesenkt werden soll. Dafür müssten zahlreiche großtechnische Anlagen umgebaut werden.
Ebenso zu den Unterzeichnern gehört Monika Uhl, deren Unternehmen den „Ausbildungskompass“ herausbringt. Sie hätten sich entschieden, sagte sie, den Katalog weiter auf Papier zu drucken, man verwende aber Papier mit Öko-Label aus einer bayerischen Druckerei.
Ein anderer Unterzeichner ist der ESV. Die Urkunde konnte sich Wippermann als Vorstandsmitglied selbst überreichen. Er nannte als Maßnahmen die Umrüstung des Flutlichts („Projekt mit Strahlwirkung“), einen Mannschaftsbus („damit nicht jeder einzeln mit dem Pkw fährt“) und den Kauf von Produkten, „die wir guten Gewissens den Spielern mitgeben können“.
Die Urkunde erhielt ebenso der Werkraum-Verein, der an der Christianstraße die Radlwerkstatt betreibt und das Reparaturcafé mitgegründet hat, beides nachhaltige Einrichtungen. Anette Völker-Rasor sagte zudem, dass der Verein, der außerdem Flüchtlinge betreute, ihnen ebenso vermittle, wie man nachhaltig lebt.
Unterzeichnet hat die Erklärung auch Doris Mühlfeldner, die das Geschäft „Samt & B’sonders“ betreibt. Sie verkauft dort nachhaltige und fair produzierte Mode, Accessoires und Naturkosmetik. Man habe so auch mitgeholfen, dass Hersteller noch ökologischer und nachhaltiger wurden, sagte sie. Ebenfalls zu den Erstunterzeichnern gehört „Optik Millan“. Weil aber kein Vertreter anwesend war, soll diese Urkunde laut Wippermann in der nächsten Runde überreicht werden.
Auch die evangelische Kirche macht mit
Dabei sind auch die Penzberger Grünen, für die Birgit Kürzinger die Urkunde entgegennahm. Sie hoffe, dass die Grünen beitragen können, dass Penzberg bis 2030 klimaneutral ist, sagte sie. Für die evangelische Kirche sagte Herbert Mosebach, man habe sich klar das Ziel gesetzt, klimaneutral zu werden. Er nannte die Sanierung der Kirche. Sie werde bei Gottesdiensten nicht mehr beheizt. Energetisch saniert wird ihm zufolge zudem das Pfarrhaus, und eine Solaranlage soll künftig das Gemeindehaus versorgen. Mosebach berichtete auch, dass Kirchengemeinden von der Landeskirche zertifiziert werden. Deren Umwelt- und Klima-Siegel heißt „Grüner Gockel“.
Weitere Informationen zur Klimaschutz-Erklärung gibt es in der Abteilung für Umwelt- und Klimaschutz, Telefon 08856/813550, E-Mail an „carl.wippermann@ penzberg.de“ und auf „www.penzberg.de“ (weiter über „Stadtleben“, „Klimaschutz, Umwelt und Energie“, „Nachhaltigkeit“)