„Dicht & Ergreifend“

Großes Open-Air in Penzberg: Bayerns Hip-Hop-Stars kommen

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„Wir haben großen Bock, endlich die neuen Songs live präsentieren zu können“: Lef Dutti (l.) und George Urkwell alias „Dicht & Ergreifend“ wollen Penzberg mit ihrer Band zum Beben bringen.
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Ihr Auftritt am kommenden Freitag, 30. Juni, in Penzberg ist eines der Konzert-Highlights 2023 in der Region: „Dicht & Ergreifend“ gastieren auf der Penzberger Berghalde. Im Interview versprechen die Hip-Hop-Stars aus Bayern Überraschungen für ihr Open-Air.

Penzberg - Im Rahmen ihrer großen Tour zum soeben veröffentlichten Album „Es werde Dicht“ gastieren „Dicht & Ergreifend“ auf der Penzberger Bergehalde. Wie sie in ihren Songs Tiefgang und fröhlichen Nonsens verbinden, was für sie „Erfolg“ ist und warum sie wenig von Penzberg sehen werden, erzählt Lef Dutti, einer der beiden Rapper und Songschreiber, im Interview.

Die ersten beiden Platten von „Dicht & Ergreifend“ landeten in den Charts. Hat euch das Druck gemacht fürs dritte Werk? Wann ist „Es werde Dicht“ ein Erfolg für Euch?
Lef Dutti: „Es werde Dicht“ ist dann ein Erfolg, wenn es die Leute dadurch auf unsere Konzerte spült, wenn wir positives Feedback bekommen, wenn wir selber Spaß an den neuen Songs haben und wenn es generell die Menschen zum Nachdenken, Feiern und Staunen bringt. Eine Chartplatzierung ist schön, aber für unser Standing im Musik-Zirkus nicht so sehr relevant. Für viele große Acts ist es ein absolutes Muss, auf die Eins zu gehen, da andernfalls nicht von Erfolg gesprochen werden kann. Wir sind Fans davon, dass die Lieder lange und nachhaltig wirken und funktionieren. Zeitlos, aber nicht hängengeblieben. Das wäre so eine kleine Soundbeschreibung.
Ein neues Album herauszubringen, was bedeutet das in Zeiten des Streamings überhaupt noch?
Lef Dutti: Für uns ist es weiterhin wichtig und ein großes Anliegen, große und in sich stimmige Alben zu machen. Wir sind durch HipHop sozialisiert und da war es früher üblich, dass Alben so in etwa 23 Tracks hatten. Das muss jetzt nicht unbedingt der Fall sein, aber ein Album, das fett ist, ist einfach was Besonderes. Vor allem eben in der Zeit, in der eigentlich hauptsächlich Singles released werden. Das haben wir schon auch vor in Zukunft, aber das Album ist unser Werkzeug. Wir sind und bleiben Album-Fans.
Seit dem Vorgänger-Album „Ghetto mi nix o“ sind fünf Jahre vergangen. Was hat sich bei „Dicht & Ergreifend“ verändert in dieser Zeit?
Lef Dutti: Wir haben uns für noch mehr verschiedene Sound-Einflüsse geöffnet, sind breiter aufgestellt, was unsere Bühnenshow angeht, wir haben in Sachen Songwriting, Rap und Gesangsskills ordentlich einen drauf gelegt und haben uns im Vergleich zum zweiten Album viel entspannter mit der Produktion von Musik beschäftigt. Das zweite Album war für uns viel mehr Druck als das dritte. Außerdem ist uns jetzt wirklich bewusst, dass wir, zumindest aktuell, von der Musik leben und das einfach ein sehr großer Teil unseres Lebens ist. Reifer, glaub’ ich, sind wir nicht geworden. Das würde sich eh blöd anhören. Es wird auch noch immer gnadenlos aufgedampft. Der Humor gewinnt noch immer jede Auseinandersetzung.
Die neuen Songs wandeln wieder ziemlich virtuos auf dem Grat zwischen Tiefgang und fröhlichem Nonsens. Wie schwer ist das in den aktuellen Krisenzeiten?
Lef Dutti: Der Humor ist der größte und wichtigste Bestandteil unserer Texte. Politisch waren wir auch schon immer und diese beiden Dinge miteinander zu kombinieren, macht für uns einen guten Songtext aus. Also zumindest bei uns. Pikante Themen werden nämlich dadurch viel leichter aufgenommen und auch verstanden und akzeptiert. Humor schafft Harmonie.
Wie bewahrt Ihr in der aktuellen Weltlage die Lebensfreude?
Lef Dutti: So wenig Medien wie möglich zu konsumieren, ist zumindest ein kleiner Trick. Musik, Familie und Freunde, Natur und die Großstadt sind Dinge, an denen man sich immer erfreuen kann.
Konzerte von „Dicht & Ergreifend“ sind bekanntermaßen Spektakel, die Messlatte liegt hoch. Was erwartet die Besucher der anstehenden Tour?
Lef Dutti: Die ausgewogenste Mischung aus alten, mittelalten und brandneuen Songs. Eine Bühnenshow, die mehr als zweimal für eine absolute Überraschung sorgt. Zwei Stunden Vollkontakt und ein absolut eingespieltes Miteinander auf der Bühne. Außerdem haben wir selber großen Bock, endlich die neuen Songs live präsentieren zu können. Allein das würde schon reichen. Kommt vorbei. Es wird Dicht!
Penzberg ist einer der ersten Termine der neuen Tour. Ist das eher ein Vorteil oder ein Nachteil für die Besucher dort?
Lef Dutti: Das ist komplett egal, da wir bei jeder Show rausballern, was geht. Zum einen sind wir noch mega frisch. Das wäre ein Vorteil, ja. Aber ein Nachteil fällt mir jetzt nicht wirklich ein. Je öfter man die neuen Songs gespielt hat, umso textsicherer wird man logo, aber auch das sind wir bereits.
Seht Ihr eigentlich was von den Städten, in denen Ihr auftretet?
Lef Dutti: Meistens gar nix. Man pennt, so lange es irgendwie möglich ist, und muss dann zum nächsten Gig weiter. Ganz selten haben wir Zeit, uns was anzuschauen. Aber eine Tour ist ja auch kein Urlaub.
Irgendeine Ahnung, was in Penzberg sehenswert wäre?
Lef Dutti: Warum ist keiner mehr da? Weil heim! Na, der Starnberger See halt, oder?
Welche Überschrift würdet Ihr Euch für den Zeitungsbericht nach Eurem Konzert auf der Penzberger Berghalde wünschen?
Lef Dutti: Wasserspiegel des Starnberger Sees sank während des Auftritts von „Dicht & ergreifend“ um 1,2 Meter, da das Bier der Veranstalter nicht ausreichte und andernfalls die Besucher*innen verdurstet wären. Penzberger Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern!

Info und Tickets fürs Open-Air-Konzert von „Dicht & Ergreifend“ (ab 43,15 Euro) am kommenden Freitag, 30. Juni, 19 Uhr, auf der Penzberger Berghalde gibt’s unter https://shop. dichtundergreifend.com. Als Support-Act sind die Oberpfälzer Rapper Liquid & Maniac angekündigt.

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