Penzberger Klinik zu 70 Prozent wieder im Normalmodus - Kapazitäten für Corona-Fälle bleiben

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Einfahrt zur Notaufnahme der Penzberger Klinik.
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Über Wochen hatte die Penzberger Klinik wegen der Corona-Pandemie planbare Operationen und Eingriffe verschoben. Mittlerweile aber ist das Krankenhaus wieder auf dem Weg zum Normalbetrieb. Zugleich hält es weiterhin Kapazitäten für Coronavirus-Infizierte und Verdachtsfälle vor. Und es wird viel getestet.

Penzberg – Die Penzberger Klinik kehrt aus dem Krisenmodus zurück. Wie andere Krankenhäuser auch, hatte sie in den vergangenen Wochen nicht dringliche Behandlungen verschoben, um notfalls eine größere Zahl an Covid-19-Patienten aufnehmen zu können. Mittlerweile werden solche Eingriffe wieder durchgeführt. Der ärztliche Direktor Florian Brändle schätzt, dass die Penzberger Klinik bei 70 Prozent des Normalbetriebs ist, was die planbaren Operationen und Behandlungen betrifft. Wichtig sei das, weil es zu einem gewissen Stau bei diesen Patienten gekommen sei.

Klinik Penzberg: Coronavirus-Tests bei allen Patienten

Manche Patienten wiederum hätten sich wegen der Corona-Pandemie „leider nicht getraut, ins Krankenhaus zu kommen“, sagt Brändle. Man brauche aber keine Sorge zu haben, so seine Botschaft. „Wir unternehmen alles, um Patienten wie Mitarbeiter zu schützen.“ Man habe die Tests ausgeweitet und halte die strengen Hygienemaßnahmen aufrecht, sagt er. Bei allen Patienten, die ins Krankenhaus kommen, auch bei Notfallpatienten, werde ein Rachenabstrich für einen Coronavirus-Test vorgenommen. Jeder, der das Haus betrete, werde nach Corona-ähnlichen Symptomen befragt. Auch Fieber werde gemessen, so Brändle. Im Krankenhaus herrscht die Masken-Pflicht. Vor planbaren Operationen zum Beispiel werde zuerst ein Rachenabstrich vorgenommen, dann warte der Patient in häuslicher Quarantäne, bis das Ergebnis vorliegt. Ist der Test negativ, wird der Patient operiert. Im Monat dürften auf diese Weise Hunderte von Tests zusammenkommen, so der ärztliche Direktor.

Penzberger Krankenhaus hält Kapazitäten für Corona-Patienten bereit

Nach einem Krankenhaus-Plan, der den Landkreis Weilheim-Schongau und zwei Nachbarlandkreise umfasst, muss die Penzberger Klinik aber auch weiterhin eine Reserve an Betten vorhalten, um jederzeit Coronavirus-Patienten aufnehmen zu können. In Penzberg seien dafür 14 Betten reserviert, so Brändle. Die Zahl könne jederzeit ausgeweitet werden, falls eine zweite Welle kommt. Außerdem kann die Klinik ihm zufolge innerhalb kürzester Zeit zwei Intensivbetten für schwere Fälle zur Verfügung stellen.

Corona-Patienten: Seit einigen Wochen keine Fälle mehr in Klinik

Momentan ist die Lage allerdings entspannt. „Wir haben seit einigen Wochen keinen Fall mehr bei uns gehabt“, sagt Brändle. Es habe Verdachtsfälle gegeben, die Testergebnisse seien aber alle negativ gewesen. Wie berichtet, war auch davor die Situation überschaubar: Maximal ein halbes Dutzend Infektions- und Verdachtsfälle befanden sich gleichzeitig in der Isolierstation des Krankenhauses. Beatmungen waren nicht nötig. Eine zweite Isolierstation, die die Klinik im Bedarfsfall hätten einrichten können, war nicht erforderlich.

„Die Vorkehrungen waren nicht übertrieben“, sagt Brändle. Man habe hier in Deutschland nicht ausschließen können, dass die Situation so gravierend wie in südlichen Ländern wird. Insgesamt glaubt er, dass die Situation gut gehandhabt wurde. Nun müsse man aber auch wieder in den Normalmodus zurückkehren, um bei den anderen Patienten nicht in Rückstand zu kommen. Was laut Brändle nicht heißen soll, dass das Coronavirus vom Tisch ist. Man sei weiterhin in Habachtstellung.

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