- VonWolfgang Schörnerschließen
Der Ärger um die Öffnungszeiten am Penzberger Volksfest geht weiter. Eigentlich hatte eine Stadtratsmehrheit beschlossen, dass es heuer an vier Abenden bis 1 Uhr gehen darf. Doch davon ist nun keine Rede mehr. Der Festwirt zieht deshalb vor Gericht.
Penzberg – Der Ärger mit den Auflagen begann schon im vergangenen Jahr. Damals hatte die Stadt Penzberg den Festbetrieb nur mit kürzeren Zeiten für Musik, Ausschank und Zeltbetrieb genehmigt. Als dann zum ersten Wiesn-Wochenende das Festzelt nicht rechtzeitig leer war, machte Festwirt Christian Fahrenschon Bekanntschaft mit der Polizei. Ihm drohte eine Anzeige. Fahrenschon kündigte daraufhin verärgert seinen Vertrag mit der Stadt (wir berichteten).
In den darauffolgenden Monaten glätteten sich die Wogen etwas. Eine Lösung schien in der Stadtratssitzung im Dezember 2018 gefunden: Eine klare 16-Stimmen-Mehrheit votierte dafür, dass heuer im Jubiläumsjahr „100 Jahre Stadt Penzberg“ an den Freitagen und Samstagen, also an vier Abenden, bis 1 Uhr geöffnet sein darf. Zuvor hatte in derselben Sitzung eine knappe 11:10-Mehrheit den Vorschlag abgelehnt, nur an zwei Tagen längere Öffnungszeiten zuzulassen – den Vorschlag hatte die Polizei, die eigentlich ein Ende an allen Tagen um 24 Uhr wollte, als Kompromiss angeboten.
Volkfest Penzberg: Trotz Stadtratsvotum ist nicht mehr von vier Abenden die Rede
Als Festwirt Fahrenschon später von der Stadt Penzberg den neuen Vertrag erhielt, war darin allerdings von vier Abenden keine Rede, nur von zwei Abenden. Er habe den Vertrag eigentlich nicht unterschreiben wollen, erzählt er. Thomas Sendl, der Koordinator des Jubiläumsjahrs, habe ihn aber darum gebeten. Er habe dann wegen der langen Partnerschaft – seine Familie richtet das Penzberger Volksfest seit über 40 Jahren aus – doch unterschrieben. Allerdings mit dem Zusatz, dass der Auflagenbescheid fürs Volksfest 2019 bald zugeschickt wird. Fahrenschons Hoffnung war, dass dieser Bescheid des Landratsamts längere Öffnungszeiten an vier Abenden erlaubt – wie eben vom Penzberger Stadtrat entschieden. Doch die Hoffnung trog. Der Bescheid sei erst vor 14 Tagen eingetroffen, so Fahrenschon. Und: Er erlaubt nur an zwei Abenden längere Öffnungszeiten.
Volksfest Penzberg: Festwirt geht vor Gericht
Der Festwirt ist deshalb jetzt vor das Verwaltungsgericht gezogen, um eine einstweilige Anordnung zu erreichen. Die Zeit ist knapp. Am 30. August soll das Penzberger Volksfest beginnen. Gefährdet ist es zwar nicht. Aber, so Fahrenschon, er müsse sich überlegen, ob er mit einer Stadt zusammenarbeiten will, in der einem etwas versprochen wird und es dann anders kommt. Will er Penzberg als Festwirt den Rücken kehren? „Wie es für 2020 ausschaut“, sagt Fahrenschon, „weiß ich nicht“.