- VonWolfgang Schörnerschließen
Für die Pumpwerk-Ruine mit ihrem knapp 30 Meter hohen Turm bei Penzberg-Maxkron gab es schon viele Ideen. Nun ist die nächste gescheitert: die Ansiedlung eines Garten- und Landschaftsbaubetriebs. Eine Bauausschuss-Mehrheit sagte dazu Nein, die Anwohner atmen auf.
Penzberg – Das alte Pumpwerk an der Loisach bei Maxkron versorgte ab 1951 fast zwanzig Jahre lang das damalige Bundesbahnkraftwerk in Penzberg mit Kühlwasser. Mit Stilllegung des Kraftwerks (ein Teil davon ist die noch bestehende Layritzhalle) verlor das Pumpwerk in Maxkron seinen Nutzen.
Mittlerweile ist das frühere Pumpwerk zu einer teilweise einsturzgefährdenden Ruine geworden. Ideen gab es schon mehrere in der Vergangenheit. In den Neunzigerjahren hieß es, eine Münchner Firma, die Kletterwände herstellt, würde sich für das 8700 Quadratmeter große Privatgrundstück interessieren. Vor zehn Jahren gab es die Idee für ein Oldtimer-Forum samt Skybar. Vor eineinhalb Jahren war das Areal kurzzeitig als Standort für eine Kindertagesstätte im Gespräch. Alle Vorhaben scheiterten, insbesondere am Protest der Anwohner.
Ex-Pumpwerk: Vorschlag für Garten- und Landschaftsbaubetrieb
Am Dienstagabend lag dem Penzberger Bauausschuss ein neuer Vorschlag vor: die Ansiedlung eines Penzberger Garten- und Landschaftsbaubetriebs auf dem Areal. Die erste Beratung über den dafür nötigen Bebauungsplan endete mit einem Nein von SPD, CSU und Grünen. Nur Jack Eberl (FLP) und Armin Jabs (BfP) wollten dem Vorhaben zumindest eine Chance geben. Der Vorschlag sah vor, den Turm zu erhalten, die 57 Meter lange Halle als Lager- und Betriebsgebäude neu aufzubauen sowie den Rest abzubrechen. Zusätzlich sollten kleinere Hallen und Nebengebäude, im westlichen Bereich ein Stellplatz für Lkw und andere Fahrzeuge sowie – zur Staatsstraße hin– ein Feld für die Aufzucht von Bäumen und Sträuchern samt bepflanztem Wall entstehen.
Ex-Pumpwerk: Umfangreiches Bebauungsplanverfahren wäre nötig
Vize-Bauamtsleiter Günter Fuchs erklärte in der Sitzung, dass ein umfangreiches Bebauungsplanverfahren mit Untersuchungen zu Lärmschutz, Hochwasserschutz und Artenschutz erforderlich wäre. Er verwies auch auf die Nähe zum Wohngebiet, was die Mehrheit der Bauausschuss-Mitglieder aufgriff. Die früheren, ebenfalls abgelehnten Ideen, seien harmlos gegen dieses Vorhaben gewesen, erklärten sowohl Hardi Lenk (SPD) als auch Ludwig Schmuck (CSU). Man sollte „da unten kein Fass aufmachen“, sagte Johannes Bauer (Grüne). Es sei zudem ein ökologisch sensibles Gebiet. Bürgermeisterin Elke Zehetner (SPD) verwies auf die Erschließung: Die Straße sei für einen Gewerbebetrieb an der Stelle nicht tauglich. Man wolle hier, kein neues Gewerbegebiet, sagte sie. Zugleich erklärten die Redner aber auch, dass dem Betrieb geholfen werden müsse, an anderer Stelle in Penzberg einen neuen Standort zu finden.
Ex-Pumpwerk: Anwohner atmen nach Nein auf
Am Ende empfahl der Ausschuss mit 5:2 Stimmen dem Stadtrat, ebenfalls Nein zu sagen. Bei den Anwohnern, die in der Sitzung zahlreich vertreten waren, gab es ein Aufatmen. „Wir sind sehr glücklich“, sagte eine Frau am Mittwoch auf Nachfrage, und „positiv überrascht“, dass die Sache so schnell vom Tisch war.
Ex-Pumpwerk: Enttäuschung bei Gewerbebetrieb
Enttäuscht ist Alexander Lachmuth, Firmenchef des gleichnamigen Garten- und Landschaftsbaubetriebs, über das Nein im Ausschuss. Er erklärte am Mittwoch auf Nachfrage, er suche seit Jahren ein Grundstück und sei deswegen auch mit der Stadt in Kontakt. Das Grundstück am Kühlturm in Maxkron hätte er dann gekauft, wenn das Projekt möglich gewesen wäre. Momentan gehört ihm nur ein Streifen an der Staatsstraße. Für seine 2001 in Penzberg gegründete Firma ist die Standortfrage brisant. Werkstatt und Büro hat Alexander Lachmuth an der Fraunhofer Straße. Das Lager befindet sich auf dem städtischen Layritz-Grundstück außerhalb der Halle. Irgendwann wird er dort aber weg müssen, wenn die Stadt einen Teil dem BRK für einen Neubau überlässt. Die Alternative wäre, sagt er, mit dem Betrieb aus Penzberg wegzugehen. Lachmuth hofft aber, dass die Stadträte ihre Zusage aus der Sitzung einhalten, bei der Standortsuche zu helfen. Einer der Gründe dafür, dass er ein größeres Grundstück benötigt, sei die gute Auftragslage, erklärt er, weswegen er auch neue Arbeitsplätze schaffen wolle.
Auch interessant:
Debatte um Wohnhäuser: Bauland zwischen Reindl und Maxkron?
Und: Altes Pumpwerk bei Penzberg-Maxkron: Aus für Oldtimer-Pläne