Workshop nach Jungbürgerversammlung

Was kann Penzberg für den Klima- und Umweltschutz tun? Jugendliche diskutieren über Rabatte, Busse und Unverpackt-Laden

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„Fridays for Future“-Demonstration im Sommer in Penzberg.
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Ein Unverpackt-Laden, den die Stadt Penzberg selbst eröffnet, und ein Belohnungssystem für klimaschutzbewusstes Handeln: Dies waren zwei Punkte, die Jugendliche bei einem Klima-Workshop im Penzberger Rathaus konkret diskutierten. Auch um Bus und Elektroller ging es.

Penzberg – Die Stadt Penzberg hatte diese Woche zu einer Art Fortsetzung der Jungbürgerversammlung eingeladen. In dem Jugend-Workshop ging es um die Frage, was die Stadt beim Klimaschutz besser machen kann. Gekommen waren jedoch nur vier Jugendliche aus Gymnasium und Mittelschule. Deshalb machte ein anderer Vorschlag, der bei dem Treffen geboren wurde, viel Sinn: Die Stadt soll einen eigenen Instagram-Kanal einrichten, um Jugendliche zu erreichen. Denn sie nutzen überwiegend dieses Online-Netzwerk, kaum dagegen Facebook, auf dem die Stadt bislang aktiv ist.

Was sich die Stadt von dem Klima-Workshop erhofft, hatte eingangs Bürgermeisterin Elke Zehetner erklärt: „Wir haben oft eine Schere im Kopf und lassen gute Gedanken nicht zu. Deshalb bin ich froh, wenn ihr quer denkt“, sagte sie. Dann überließ sie das Feld den vier Jugendlichen, moderiert von Jugendreferent Holger Jung und dem Klimaschutzbeauftragten Andreas Wowra. Die Runde war zwar übersichtlich, die jungen Leute diskutierten aber zweieinhalb Stunden ernsthaft und sachlich.

Jugend-Workshop: Penzberg braucht Unverpackt-Laden

Um Plastik und anderen Müll zu vermeiden, sprachen sich die Jugendlichen für einen Unverpackt-Laden in Penzberg aus. „Den braucht es dringend“, sagte Max Link (18). Timon Metzler (16) schlug vor, dass ihn die Stadt selbst als Dorfladen eröffnen sollte. Denn die Stadt, so Max Link, sei nicht profitorientiert und könnte daher günstige Preise ermöglichen. Wichtig wäre ihm zufolge auch, regionale Produkte anzubieten und eine zentrale Lage zu haben, wie die ehemalige Stadtbücherei.

Jugend-Workshop: Rabatt bei klimabewusstem Handeln

Intensiv diskutiert wurde auch ein Belohnungssystem, bei dem die Stadt für umweltbewusstes Handeln entweder Bronze-, Silber- und Gold-Plaketten verleiht oder Punkte vergibt. Diese Punkte, so die Idee, könnten eingesetzt werden, um Rabatte zu erhalten, bei Bus und Bahn oder teilnehmenden Unternehmen und Geschäften. Es sollte freiwillig, so einfach wie möglich, aber überprüfbar sein, hieß es in der Runde. Dann, so Niklas Mauritz (18), wäre es auf vieles anwendbar. „Wenn es funktioniert, hätte Penzberg eine Vorreiterrolle“, sagte Max Link.

Jugend-Workshop: Besserer Busnetz und Fahrtzeiten-App

Die einzelnen Vorschläge, die die Runde näher diskutierte, waren bereits im November in der Jungbürgerversammlung formuliert worden. Zum Beispiel die Forderung nach einem besseren Busnetz. Der Stadtbus, hieß es beim Workshop, sollte für alle kostenlos sein und einen kürzeren Takt haben. Ebenso sollte die Bus-Größe an den Andrang angepasst sein, was nach Ansicht der Jugendlichen Möglichkeiten für eine Fahrplanerweiterung schaffen könnte. Nötig wäre laut Timon Metzler auch eine bessere Verbindung in die umliegenden Dörfer. Genannt wurde ebenso die Idee, eine App mit Standort, Fahrzeiten und Bezahlmöglichkeit zu schaffen. Lange diskutierte die Runde, ob die Stadt ein Leihsystem für Elektro-Roller oder Elektro-Mopeds aufbauen sollte, wobei dies als gut, aber nicht einfach angesehen wurde.

Eine Förderung von Wasserstofftankstellen sahen die Jugendlichen dagegen als verfrüht an, da die Technik noch nicht weit genug entwickelt sei. Besser wären E-Schnellladesäulen, hieß es. Eine andere Forderung aus der Jungbürgerversammlung war eine S-Bahn bis Penzberg. Was Talina Troung Cam (16) als unnötig bezeichnete, wenn die bestehenden Zugverbindungen verbessert werden.

Jugend-Workshop soll fortgesetzt werden - Diskussion im Klimaschutzbeirat

Die Punkte sollten, so Klimaschutzbeauftragter Wowra, im Klimaschutzbeirat besprochen werden, der auf Beschluss des Stadtrats nächstes Jahr startet, „am besten mit den Jugendlichen“. Auf Vorschlag Holger Feys („Wir dürfen nicht warten und Zeit verlieren“) werden zudem weitere Workshops geplant, der nächste womöglich Ende Januar, um dem Stadtrat detailliertere Vorschläge vorlegen zu können. Hilfreich für das nächste Treffen wäre aber ein Aufruf über Instagram. Dann klappt es laut Max Link auch mit der Beteiligung: „Beim nächsten Mal machen sicher mehr mit.“

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