- VonWolfgang Schörnerschließen
Ende März hatte der Stadtrat mit knapper Mehrheit Tempo 30 für Wölfl, Wölflstraße und Bichler Straße abgelehnt. Als Alternative schlagen Anwohner eine Liste „weicher Maßnahmen“ vor: Mittelinseln, Engstellen und andere Umbauten. Fest montierte Blitzgeräte – ein weiterer Anwohnerwunsch – wird es aber nicht geben.
Penzberg – Nach dem knappen Nein zu Tempo 30 an den beiden Strecken hatte der Stadtrat zumindest für „weiche Maßnahmen“ votiert. Er beauftragte Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann, mit den Anwohnern und der Polizei zu sprechen. Holzmann meldete nun Vollzug. Er brachte sowohl für Wölfl und Wölflstraße als auch für die Bichler Straße (Abschnitt zwischen Bahnhofstraße und Karlstraße) jeweils eine Liste mit Anwohner-Vorschlägen mit, die bereits im kleinen Kreis diskutiert wurden. Darin geht es zum Beispiel um Fahrbahn-Engstellen, Mittelinseln und andere Umbauten, um Lärm und Tempo zu reduzieren. Ein Verkehrsplaner soll dies nun prüfen.
Fest montierte Blitzer wird es nicht geben
Bereits vorab aussortiert wurde der Wunsch nach fest montierten Blitzgeräten, den Anwohner beider Strecken geäußert hatten. Sie seien in Bayern nicht erlaubt, erklärte Holzmann. Auf den Einwand, dass es in München fest installierte Kontrollgeräte gibt, präzisierte er, dass für eine Erlaubnis ein ganzer Katalog an Voraussetzungen erfüllt werden muss. Strikte Vorgaben gebe es in Bayern ebenso für Zebrastreifen, die auch ein Wunsch an beiden Strecken waren.
Vorschlagsliste für Wölfl und Wölflstraße
Für Wölfl und Wölflstraße umfasste der Anwohner-Vorschlag neun Maßnahmen. Das darin aufgeführte Lkw-Verbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen wird laut Holzmann die Regierung von Oberbayern prüfen. Andere Vorschläge soll ein von der Stadt beauftragter Verkehrsplaner begutachten: Dabei handelt es sich um einen Umbau der Kreuzung von Wölfl, Nonnenwaldstraße und Kastnerhofstraße sowie um eine Ergänzung des beidseitigen Gehwegs – es bestehen Lücken an der Strecke. Ebenfalls geprüft wird der Einbau von Mittelinseln auf Höhe des geplanten Neubaugebiets und im Bereich der Bushaltestelle „Saalangerstraße“. Sinn machen laut Holzmann auch die vorgeschlagenen Straßenverengungen an einigen Stellen. Ebenso untersuchen soll der Verkehrsplaner in diesem Zusammenhang den Umbau der Parkbucht an der Straße „Wölfl“.
Vorschlagsliste für Bichler Straße
Einen Katalog mit zehn Vorschlägen hatten Anwohner-Sprecher der Bichler Straße für das Treffen mit dem Ordnungsamtsleiter und der Polizei vorbereitet. Prüfen soll ein Verkehrsplaner nun einen lärmmindernden Fahrbahnbelag („Flüsterasphalt“) und Fahrbahnverengungen, um vor allem nachts, wenn keine Autos auf der Straße parken, das Tempo zu reduzieren. Keine Bedenken bestehen laut Holzmann gegenüber fest installierten Tempoanzeigen, die nach Wunsch der Anwohner den Autofahrer am besten in intensivem Rot zum „Langsamer Fahren“ auffordern. Keine Einwände gab es zudem, häufiger Tempokontrollen mit mobilen Geräten durchzuführen, vor allem nach 19 Uhr, an Feiertagen, an Wochenenden und zu den Zeiten, in denen die Karlstraße gesperrt ist und der Verkehr über die Bichler Straße umgeleitet wird.
Das gilt auch für den Wunsch, das Parken in Südrichtung vor den fünf Reihenhäusern unterhalb des „Bockerls“ weiter zu erlauben, danach aber ein Halteverbot zu verhängen, um das Abbiegen aus der Straße „Am Schachthügel“ zu vereinfachen. In dem Zusammenhang soll auch eine Einbuchtung mit mobilen Elementen getestet werden. Der Wunsch nach einer Tonnagebeschränkung für den Durchgangsverkehr wird nicht dagegen weiterverfolgt, sollte laut Holzmann aber im Rahmen eines künftigen Verkehrsplans flächendeckend für Penzberg geprüft werden. Rechtlich nicht umsetzbar ist ihm zufolge, den Mülltransport aus dem Tölzer Landkreis nach Quarzbichl zu untersagen oder einzuschränken. Statt eines vorgeschlagenen Zebrastreifens auf Höhe der Gustavstraße bevorzugen er und Polizei eine Fußgängerampel mit Fahrbahnverengung.
Verkehrsplaner wird Vorschläge prüfen
Für beide Strecken beschloss der Stadtrat, jeweils gegen die Stimme von Adrian Leinweber (SPD), ein Verkehrsplanungsbüro zu beauftragen. Die geprüften Maßnahmen, hieß es, sollten „zeitnah“ umgesetzt werden. Bezüglich Wölfl und Wölflstraße sagte Holzmann, sie würden zuerst mit Provisorien für zirka ein halbes Jahr getestet. Danach werde das Ergebnis mit den betroffenen Anwohnern diskutiert.
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