Neuer Vorsitzender gesucht

Personalnot beim Carsharing-Verein

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„Die Krise ist da, weil die Arbeit, die anfällt, ewig von den gleichen Leuten gemacht wird“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Franz Mettal.
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Finanziell steht „Stattauto Isarwinkel“ auf soliden Beinen, personell sieht es allerdings zappenduster aus. Gesucht wird unter anderem ein Vereinsvorsitzender.

Bad Tölz Finanziell steht „Stattauto Isarwinkel“ auf soliden Beinen, personell sieht es allerdings zappenduster aus. Gesucht wird unter anderem ein Vereinsvorsitzender. „Die Neuwahl ist der dringendste Punkt“, schreibt Stellvertreter Franz Mettal in einem Rundbrief vor der Mitgliederversammlung am Dienstag. „Wenn keiner dieses Amt übernehmen will, ist der Fortbestand von ,Stattauto Isarwinkel‘ gefährdet.“

„Stattauto Isarwinkel“ ist ein Carsharing-Verein, der die gemeinschaftliche Nutzung von Autos organisiert. Seit 2004 gibt es diese Möglichkeit auch in Bad Tölz. Der Verein zählt 59 Mitglieder, 40 leihen regelmäßig die vier im Stadtgebiet verteilten Autos aus. In personelle Schwierigkeiten kam der Verein durch den Rücktritt von Jörg Fallheier. Der bisherige Vorsitzende ist nach Nürnberg umgezogen und kann sein Amt nicht mehr ausüben.

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Dies ist aber nicht die einzige personelle Baustelle. Gesucht werden auch Fahrzeugpaten, die darauf schauen, dass die Autos in Ordnung sind – eine neue gesetzliche Vorgabe. „Es geht zum Beispiel darum, dass sechs bis acht Mal pro Jahr Licht und Blinker überprüft werden und dass das Auto durch die Waschstraße gefahren wird“, sagt Mettal. „Lauter Sachen, die man auch bei seinem eigenen Auto machen sollte.“ Jede Überprüfung dauere eine bis eineinhalb Stunden. „Mit zehn bis zwölf Stunden Arbeit pro Jahr wird man eigentlich nicht überbeansprucht.“

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Trotz der dramatischen Appelle habe er nur von zwei Vereins-Mitgliedern eine Rückmeldung bekommen, sagt Mettal. „Die Krise ist da, weil die Arbeit, die anfällt, ewig von den gleichen Leuten gemacht wird. Die anderen haben wenig Bereitschaft, sich zu beteiligen.“ Seine Frau Gabriele und Barbara Faschinger engagieren sich beispielsweise schon seit zehn Jahren für Stattauto. Etwas Hoffnung setzt Mettal allerdings in ein Gespräch mit einer potenziellen Vorstands-Kandidatin, das vor der Versammlung stattfinden soll.

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Zudem werden die Rahmenbedingungen immer schwieriger. Die Büro-Arbeit werde immer mehr und komplizierter. Auch der Carsharing-Markt sei mittlerweile umkämpfter, beispielsweise durch neue Anbieter wie Movio, der durch den Staat stark gefördert werde. Um ein deutlich günstigeres Angebot entgegensetzen zu können, sei ehrenamtliches Engagement und Unterstützung notwendig. Beispielsweise durch die Sparkasse, die einen Stellplatz zur Verfügung stellt oder das Autohaus Häusler, das Stattauto unterstütze „wo es nur geht“.

Dagegen würde sich Mettal mehr Unterstützung durch die Stadt wünschen: „Den Platz im Parkhaus müssen wir zum Beispiel bezahlen – wie alle anderen auch.“ Um Kosten einzusparen, plant Mettal, die Größe der Fahrzeug-Flotte auf drei zu reduzieren. „Unser Vermögen ist im Plus. Aber wir müssen schauen, dass es wirtschaftlich günstig abläuft.“ Die angedachte Kooperation mit den Stadtwerken habe sich zerschlagen, „denn das wäre zu kostenintensiv gewesen“.

Mitgliederversammlung

am Dienstag, 2. Oktober, um 19 Uhr im „Schlössl“.

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