VonPetra Schafflikschließen
Eine gute Nachricht: Die örtliche Kläranlage kann mit geringem Aufwand so ertüchtigt werden, dass sie weitere 20 Jahre auch bei wachsender Bevölkerung zuverlässig arbeitet.
Petershausen – So lautet das Ergebnis einer Untersuchung, die Ingenieur Manuel Laub vom Fachbüro Dippold und Gerold den Gemeinderäten jetzt vorstellte. Notwendig wurde die Studie, weil die sogenannte wasserrechtliche Genehmigung der Kläranlage ausläuft. Diese behördliche Zulassung wird vom Wasserwirtschaftsamt stets auf 20 Jahre erteilt für Kläranlagen, die gereinigte Abwässer in einen Fluss oder Bach ableiten.
In Petershausen dient die Glonn als sogenannter Vorfluter, eine Verlängerung dieser Genehmigung wird notwendig. Zu belegen gilt es dafür, dass die Leistung der Abwasserreinigung weitere 20 Jahre zuverlässig arbeiten wird.
Experten haben daher in den vergangenen Monaten Daten erhoben und notwendige Verbesserungsmaßnahmen ausgearbeitet. Ziel war zu zeigen, dass die aktuelle Kläranlage allein durch Optimierung weiterlaufen kann, der Gemeinde Petershausen somit millionenschwere Investitionen in eine Erweiterung der Kläranlage erspart bleiben.
Die aktuelle Reinigungsleistung, so Ingenieur Manuel Laub, liegt bei 9900 sogenannten Einwohnergleichwerten (EGW) bei tatsächlich 6600 Einwohnern in Petershausen. Die Differenz komme zustande, so der Fachmann, weil nicht nur Haushalte, sondern auch Gewerbebetriebe ihre Abwässer zur Kläranlage leiten.
Die Studie rechnet nun mit einem Bevölkerungswachstum von jährlich 1,46 Prozent, wie es im integrierten städtebaulichen Konzept (ISEK) der Gemeinde prognostiziert wird. Danach kommen in zwei Jahrzehnten 2200 Einwohner dazu, die Kläranlage muss also 12 100 EGW schaffen.
CSU-Gemeinderat kritisiert Bevölkerungsprognosen: Die seien bisher nie eingetreten
Tatsächlich lasse sich die Abwasserreinigung „mit geringem Aufwand“ so ertüchtigen, dass 12175 EGW erreicht werden. Unter anderem wird die Reinigungsleistung mit einem innovativen Verfahren verbessert, das an der Petershausener Anlage als Pilotprojekt läuft.
CSU-Gemeinderat Gerhard Weber monierte, dass der prognostizierte Bevölkerungszuwachs bisher nie eingetroffen sei, andererseits eine Gewerbeentwicklung nicht separat berücksichtigt werde. Tatsächlich habe man auch nur angedachte Neubaugebiete plus Gewerbeerweiterung eingerechnet, betonte Bürgermeister Marcel Fath (FW), der in der öffentlichen Sitzung aber nicht ins Detail gehen wollt. „Natürlich kann man sagen, wir glauben der Statistik nicht“, so Fath.
Doch um die Kläranlage mit einer zweiten Reinigungsstraße auf eine Kapazität von 15 000 EGW auszubauen, müssten 4 bis 5 Millionen Euro investiert werden.
Fazit des Petershausener Rathauschefs: „Wir bekommen ein neues Wasserrecht, das vernünftiges Wachstum der Gemeinde möglich macht.“ Die Gemeinderäte beschlossen schließlich einstimmig, mit dem vorgestellten Antrag die Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis zu beantragen.
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