Pfarrer Sand ist neuer Ehrenbürger

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Mit der Ehrenbürgerwürde überrascht Bürgermeister Thomas Schmid (r.) Pfarrer Franz Sand. Foto: Kaiser

Garmisch-Partenkirchen - Er steht für gelebte Ökumene, er engagiert sich für seine Heimat und ist bei allen beliebt: Pfarrer Franz Sand. Zu seinem 40. Priesterjubiläum wurde er Ehrenbürger von Garmisch-Partenkirchen.

Die Marktgemeinde hat einen neuen Ehrenbürger - einen, der sich um beide Ortsteile verdient gemacht hat: Anlässlich des Festgottesdienstes zu seinem 40. Priesterjubiläum verlieh Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) gestern Pfarrer i.R. Franz Sand diese höchste Ehrung, die Garmisch-Partenkirchen zu vergeben hat. Eine Würdigung, die den gebürtigen Partenkirchner, der 22 Jahre in der Garmischer Pfarrei St. Martin gewirkt hatte, sichtlich freute. Der 77-Jährige, der nach wie vor als Krankenhaus-Seelsorger tätig ist, ist damit nach dem kürzlichen Tod von Professor Fritz Lechner der einzige lebende Ehrenbürger des Ortes.

„Der Markt spricht ihm seinen außerordentlichen Dank und seine Anerkennung für seine nachhaltig herausragenden Verdienste aus“, verdeutlichte Schmid bei der Urkunden-Überreichung. „Er hat sie sich für sein bürgerschaftliches Engagement zugunsten des gesamten Ortes erworben: Als Seelsorger sowie durch seine weit über die Ortsgrenzen hinaus gelebte Solidarität und Identifikation mit seiner Heimat trägt er einen maßgeblichen Anteil am Ansehen von Garmisch-Partenkirchen.“

Fahnendelegationen aus 41 Vereinen sowohl aus Garmisch als auch aus Partenkirchen waren zu Beginn des Gottesdienstes in Franz Sands Partenkirchner Heimatkirche eingezogen. Unabhängig von den drei Bürgermeistern, vielen Gemeinderäten sowie zahlreichen Geistlichen sei Mariä Himmelfahrt so gefüllt gewesen, „wie sonst nicht einmal bei der Kinder-Christmette“, sagte Pfarrer Andreas Lackermeier und lachte. Dies sei in erster Linie dem Jubilar zu danken, „denn Du hast Deinen Weihespruch ,Dienet dem Herrn mit Freude‘ in all den Jahren großartig umgesetzt und auch ich, der ich Kaplan bei Dir sein durfte, habe Dir alles zu verdanken, was mir gut gelungen ist“.

Im Rückblick auf 40 Jahre Priestertum sagte Sand in seiner Festpredigt, er habe schon zu Beginn seiner geistlichen Laufbahn 1973 geahnt, dass die Seelsorge schweren Zeiten entgegengehe. Die Entwicklung habe ihm im Laufe der Zeit Recht gegeben: „Doch ich war vorwiegend von Glück begleitet, oder, im christlichen Sinn gesagt, von der Gnade Gottes.“ Zwar sei einst sein Vater, ein Schlossermeister, tief betroffen gewesen, als sich sein Sohn und Geselle fürs Priestertum entschieden habe, „doch die Mutter hat für mich viel gebetet“. Innsbruck sei anschließend der Studienplatz als Spätberufener gewesen, weil die Alma Mater in München seinerzeit, bei den Studenunruhen 1968, ziemlich lahmgelegt gewesen sei. Als Pfarrer in München-Hasenbergl habe er dann auf einem „steinigen Acker“ arbeiten müssen, ehe er 1984 nach Garmisch kam, wo er 22 Jahre wirken durfte. „Natürlich gab es auch schwierige Zeiten, doch stets überwog das Positive, und dafür lasset uns dem Herrn danken.“ Gemäß dem Evangelium dieses Sonntags wolle er den Gläubigen im Übrigen zurufen: „Ihr seid zur Freiheit berufen, dient einander in Liebe, und einer trage des anderen Last.“

Wolfgang Kaiser

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