Nach 15 Jahten in der evangelischen Gemeinde ist Schluss

Pfarrer Stefan Huber aus Lenggries hört auf

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Lange ist es her: Pfarrer Stefan Huber bei der Amtseinführung.
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In den vergangenen 15 Jahren hat Pfarrer Stefan Huber viele Lenggrieser getauft, verheiratet und beerdigt. Nun wechselt der 52-Jährige den Beruf.

Lenggries – Im Gottesdienst verkündete Stefan Huber am Sonntag nicht nur das Wort Gottes, sondern auch eine persönliche Neuigkeit: Nach 15 Jahren als Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in Lenggries hört Huber im Sommer auf. „Der Abschied ist längst überfällig“, sagt der 52-Jährige.

Zumindest aus Sicht der Landeskirche. Deren Bestimmungen sehen vor, dass ein Pfarrer spätestens alle zehn bis zwölf Jahre die Stelle wechseln sollte. Neue Leute sollen frischen Wind in die jeweilige Gemeinde bringen. Diese Regelung findet Huber zwar fragwürdig. „Warum sollte man gehen, wenn alles passt?“ Dennoch entschied er sich nun selbst zu diesem Schritt. „Ich habe die Möglichkeit bekommen, in den Schuldienst zu wechseln.“

Stefan Huber, Pfarrer in Lenggries

Der studierte Theologe und Religionspädagoge unterrichtet ab Herbst 16 Stunden im Gymnasium von Schloss Hohenburg sowie sieben bis acht weitere Stunden an weiterführenden Schulen in der Region. Als Pfarrer gehört die Arbeit mit den jungen Menschen schon lange zu seinen Aufgaben – und war für ihn immer eine Herzensangelegenheit. „Ich unterrichte gerne.“ Außerdem ermöglicht ihm die neue Anstellung, zusammen mit seiner Frau und den drei Kindern in der Region zu bleiben: „Es wäre mir wahnsinnig schwergefallen, hier ganz wegzugehen.“

„Es hat von Anfang an gepasst“

In Lenggries fühlte sich Huber von Anfang an wohl. Im Advent 2003 war er in die Gemeinde eingeführt worden. „Es hat von Anfang an gepasst.“ Seine schönste Erinnerung zu benennen, fällt ihm schwer. Zu den einschneidendsten Erlebnissen zählt Huber die Neugestaltung der Waldkirche und die Zeit, in der die Gemeinde zwei Flüchtlingen Asyl gewährt hatte. In Erinnerung geblieben sind ihm auch Hochzeiten auf dem Brauneck oder Taufen an der Isar.

Unter den Gläubigen genießt der Pfarrer großes Ansehen. „Es war eine sehr, sehr schöne Zeit mit ihm“, sagt Kirchenvorstandsmitglied Sabine Weiß. Huber habe sich stets durch eine sehr angenehme Art ausgezeichnet. „Der Vorstand und ich persönlich sind sehr traurig“, so die Vertrauensfrau. Weiß tröstet sich mit dem Gedanken: Jedes Ende bringt auch einen neuen Anfang.

Dem möchte Pfarrer Huber nicht im Wege stehen und wird sich nach seinem letzten Arbeitstag irgendwann im August komplett aus der Gemeindearbeit zurückziehen. „Ich will meinem Nachfolger nicht im Weg stehen.“ Dieser Schritt fällt Huber schwer. „Das ist der Preis, den ich bezahlen muss.“

Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Stefan Huber am 21. Juli

Seinen letzten Gottesdienst hält Pfarrer Stefan Huber am Sonntag, 21. Juli, voraussichtlich um 14 Uhr. Offiziell ausgeschrieben wird die Stelle ab dem 1. September. Mit diesem Tag beginnt die sechsmonatige Vakanzzeit. In diesem halben Jahr sollen die Gemeindemitglieder Abstand von ihrem alten Pfarrer bekommen und so offen für seinen Nachfolger werden. Dieser tritt vermutlich zum 1. März 2020 die neue Stelle an. Ein Vakanz-Vertreter wird die Zeit dazwischen überbrücken. Wer das sein wird, steht noch nicht fest. Vermutlich aber jemand aus der Region.

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