Drittes Konzept soll die Lösung bringen

Pfarrheim im Kirchenschiff: Neue Bestimmung für  St. Anton - und ein doppelter Effekt

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Die Kirche St. Anton soll nach einem Umbau des rechten Seitenschiffs das Pfarrheim beherbergen.
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Zweimal sind Pläne geplatzt. Jetzt gibt’s eine neue Idee, die viel Anklang findet: Ein Seitenschiff der Kirche St. Anton soll zum Pfarrheim werden. Das bringt einen doppelten Effekt.

Bad WiesseePfarrer Wieland Steinmetz ist zuversichtlich. Nach langem Ringen um die richtige Lösung findet der Vorschlag, das Pfarrheim in die Kirche St. Anton zu integrieren, allseits Gefallen. Die örtlichen Gremien der Pfarrei haben grundsätzliche Zustimmung signalisiert, bei einem Gespräch im Ordinariat Anfang Juli wurden schon Details besprochen. Voraussichtlich im September berät der Vergabeausschuss des Ordinariats über den Zuschussantrag, den die Pfarrei jetzt stellen wird. Folgt das Okay, kann ein Architekten-Wettbewerb starten.

Pfarrheim Bad Wiessee in St. Anton: Kirche bleibt erhalten

Die Grundidee: Das rechte Seitenschiff der Kirche St. Anton wird erweitert und zum Pfarrheim umgebaut. Das Gotteshaus als solches bleibt bestehen, mit einem kleineren Kirchenraum. Der ließe sich bei Bedarf wieder vergrößern: Der Pfarrsaal soll für Gottesdienste nutzbar sein.

Ein Konzept, das auch den Erhalt von St. Anton sichert, wie Pfarrer Steinmetz deutlich macht. „Da schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe.“ Schon seit Jahren fürchte die Pfarrei, das 1959 errichtete Gotteshaus zu verlieren, erklärt der Geistliche. Schließlich gibt es auch noch die markante Kirche Maria Himmelfahrt, 1926 erbaut. Für die 2200 Katholiken in Bad Wiessee, weiß Steinmetz, braucht es eigentlich keine zwei Kirchen.

Neue Pfarrheim Pläne für Bad Wiessee: Noch ein langer Weg

Zu klären ist jetzt, ob und wie das Raumprogramm eines Pfarrheims in Verbindung mit der Kirche umsetzbar ist. „Wir haben da noch einen langen Weg vor uns“, meint Steinmetz. Aber er ist optimistisch, dass der Kurs jetzt stimmt.

„Wir sind ja zweimal mit einem Konzept vor die Wand gefahren“, erinnert Steinmetz. Das erste kollidierte mit dem Denkmalschutz. Wie berichtet, sahen die 2015 diskutierten Pläne den Abriss des in den 1930er Jahren errichteten Pfarrhauses neben der Kirche Maria Himmelfahrt vor. Angesichts der Historie regte sich schnell Widerstand. Das Ensemble auf dem Kirchenhügel wurde unter Denkmalschutz gestellt.

Eine Alternative schien 2016 gefunden, als sich die Kirche ein 3000 Quadratmeter großes Grundstück an der Dr.Scheid-Straße sichern konnte. Damals freute sich Steinmetz über „eine Super-Lösung“. Denn dort war Platz für all das, was sich die Pfarrei wünschte: Ein Neubau mit großem Saal für 100 Menschen und diversen Räumen auch für die Jugend. Drei Millionen Euro sollte das Pfarrheim kosten. Zu teuer, urteilte das Ordinariat und schmetterte die Planung im Frühsommer 2018 ab. Die Empfehlung, kleiner zu bauen, kam bei den Wiesseern nicht gut an. „Auf Hundehütten-Niveau“ hätte der Neubau schrumpfen sollen, meint Pfarrer Steinmetz.

Was passiert mit dem Grundstück, das fürs Pfarrheim gekauft wurde?

Geblieben ist von Konzept Nummer zwei das Grundstück an der Dr.Scheid-Straße, das jetzt der Kirche gehört. „Wir müssen noch klären, was damit geschieht“, meint Bettina Göbner als Sprecherin des Ordinariats. Vorerst bleibe abzuwarten, ob sich der Umbau von St. Anton realisieren lasse. Das Projekt werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Allein die Freigabe der Mittel erfordere ein zweistufiges Verfahren.

Aktuell ist die Pfarrgemeinde in größter Raumnot. Das Josefsheim, das lange als Quartier diente, hat die Pfarrei nun geräumt. Dies hätte eigentlich schon Ende 2016 geschehen müssen. Für diesen Zeitpunkt hatten die Schwestern des Dritten Ordens des Heiligen Dominikus aus Speyer den Pachtvertrag gekündigt. Die Schwestern wollen ihren Grundbesitz versilbern, was sich als schwierig erweist. Immer wieder hatte der Orden den Vertrag mit der Pfarrei verlängert, zuletzt bis Mitte 2019. Eine weitere Verlängerung wäre möglich gewesen.

Kein Pfarrheim: Raumnot in Bad Wiessee

„Aber wir wollten dem Spiel jetzt ein Ende bereiten“, sagt Steinmetz. Zumal das Josefsheim, ursprünglich als Wohnhaus errichtet, nicht den Zuschnitt und die Größe bietet, die eine Pfarrgemeinde für Veranstaltungen braucht. Als Ausweichquartier steht lediglich ein Raum in St. Anton zur Verfügung, den Vereine und Kindergruppen nutzen können. Viel ist dort nicht möglich, wie Steinmetz einräumt: „Das ist schon sehr bescheiden.“

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